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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

592 Amalen der Hydrographie und Maritimer- deteorologie, Dezember 1901, 
im Westen, die keinen Einfluß auf die Küste gewann. Langsam näherte sich 
aine Depression dem Norwegischen Meere und breitete sich am 4. über Skandinavien 
aus, während der Luftdruck über Centraleuropa allgemein abnahm und an diesem 
Tage eine flache Depression über der Mitte Kountinentaleuropas erschien. 
Mit dem Erscheinen eines tiefen Minimums nördlich von Schottland am 
Morgen des 5. gegenüber einem Hochdruckgebiete über dem Ozean südlich von 
[rland wurde eine vom 5, bis 10, reichende Periode kühleren sehr stürmischen 
Wetters mit täglichen und vielfach sehr ergiebigen Niederschlägen eingeleitet. 
Die Küste lag anhaltend in einem fast durchweg von Norden her bis zum Mittel- 
meere reichenden Depressionsgebiete, in welchem tiefe Minima und Theilminima 
äber Skandinavien und längs der Küste in östlichen Richtungen vorüberschritten, 
zum Theile in so rascher Folge, dafs die in ihrem Gefolge auftretenden stürmischen 
Winde eine nur kurze Unterbrechung erfuhren und im Laufe der 7. an Theilen 
der Küste zunächst stürmische Winde aus NW. dann aus SW und später wieder 
aus NW auftraten. 
Besonders schwer waren die Stürme aus westlichen Richtungen am 7., 
die im Gefolge eines vom Kanal durch No lwestdeutschland nach dem Süden 
Jer Ostsee verlagerten und an diesem Tage nach der mittleren Ostsee 
zchreitenden tiefen Sturmwirbels und einer Ausbuchtung der Isobaren auf seiner 
Südwestseite, also im Bereiche einer wenig hervortretenden Randbildung, auf- 
traten, und die Stürme aus nördlichen Richtungen, die am 9, an der Nordsee im 
Rücken eines von der südlichen Nordsee nach Ostdeutschland und weiterhin nach 
Polen schreitenden tiefen Theilminimums hervorgerufen wurden. 
Einen Weiterumschlag führte am 10. ein von der Biscaya-See nordostwärts 
vordringendes Hochdruckgebiet herbei, das einen Kern höchsten Druckes über 
Skandinavien entwickelte und mit einem Hochdruckgebiete über Nordwestrussland 
in Verbindung trat; zunächst SW—NO gestreckt, über die Mitte Europas reichend, 
verlor das Hochdruckgebiet von SW her allmählich an Umfang, beherrschte aber 
bis zum 13. die Nordsee-Küste, während die Ostsee-Küste am 12. in den Bereich 
ainer Depression gelangte, die sich von Südosteuropa nach der Ostsee hin aus- 
gebreitet hatte und hier am 14. und 15. im Süden der Ostsee ein flaches Theil- 
minimum im Gefolge hatte. Nachdem am 10. noch frische bis steife Winde aus 
aördlichen Richtungen an der Küste geherrscht hatten, traten am 11. leichte 
Winde ein, die bei ziemlich gleichmäfsiger Druckvertheilung bis zum 15. vor- 
wiegend aus östlichen Richtungen, doch theilweise veränderlich wehten, 
Nachdem in der Nacht zum 16, die flache Depression über der südlichen 
Ostsee verschwunden war, stellte sich eine Druckvertheilung ein, die in ihren 
Hauptzügen bis zum 25. bestehen blieb. Während dieser Zeit erstreckte sich 
ein Hochdruckgebiet von Russland her über Osteuropa, meist auch über Schweden, 
zegenüber Depressionen über dem Ozean, die in wechselnder Ausdehnung den 
Westen und einen Theil von Centraleuropa beherrschten und mehrfach in nörd- 
lichen Richtungen fortschreitende Theilminima über Kontinentaleuropa im Gefolge 
hatten. Die Winde waren während dieser Zeit meist leicht, vom 16. bis 18. an 
der ganzen Küste südöstlich und behielten diese Richtung an der östlichen Ost- 
see bis zum 26., während an der Nordsee weiterhin vorwiegend veränderliche und 
seit dem 24. südwestliche Winde herrschten; die preufsische Küste hatte trockenes 
Wetter, während die Nordsee mehrfach und die westlichen Theile der Ostsee 
auch an einzelnen Tagen Regen hatten. - 
Ein am 26. vom Ozean nach der Mitte Europas vordringendes Hochdruck- 
gebiet trat mit dem im Osten liegenden Hochdruckgebiete in Verbindung und 
‚ührte hohen Druck über Kontinentaleuropa und damit am 26. und 27. trockenes 
Wetter an der ganzen Küste herbei. 
Auf dem Nordabhange dieses Hochdruckgebietes drehten die Winde an 
der ganzen Küste am 27, und 28, nach SW und frischten infolge einer tiefen 
Depression über Nordeuropa vielfach stark auf; ein am 29. und 30, längs der 
Küste nach Westrussland schreitender Ausläufer des im hohen Norden ostwärts 
zorüberziehenden Minimums führte am 29. an der ganzen Küste Regeufälle 
herbei, Die Winde drehten nach NW, und da am 30. und 31. ein Hochdruck- 
gebiet mit seinem Kern vom Ozean im Nordwesten her nach dem Skagerrak 
vordrang, traten an diesen Tagen längs der ganzen Küste schwache nördliche bis 
östliche Winde und mit diesen wieder trockenes und meist kälteres Wetter ein. 
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