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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Grossmann: Die Aenderung der Temperatur an der deutschen Küste. 583 
dafür seltener auf, als s der Zufall verlangt. Der Unterschied zwischen der 
wirklichen und zufälligen Vertheilung ist indessen so klein, dafs die dem Zufall 
entgegenwirkenden Ursachen eine nur kleine Wirkung zu erkennen geben. .Wir 
schliefsen hieraus, dafs die Erhaltungstendenz der Witterung die Vertheilung der 
Vorzeichen der I. T. A. und demnach auch die interdiurne Veränderlichkeit der 
Bewölkung über. unserem Gebiete nur in geriugem Grade beeinflußt. Die Er- 
wägung, dafs die Temperatur während der Perioden gleichsinniger interdiurner 
Temperaturänderungen von Tag zu Tag steigt oder sinkt, läfst wohl die wesent- 
lichste Ursache, die der Länge der Perioden in der Natur bis zu einem gewissen 
Grade 'entgegenwirkt, erkennen; bei andauerndem interdiurnen Steigen oder 
Sinken der Temperatur wird diese schliefslich solche Werthe annehmen, die zu 
der. betreffenden Tages- und ‚Jahreszeit nur unter besonderen Bedingungen 
erreicht und überschritten werden, und es wird daher alsdann Stillstand der 
Temperatur oder ein Rückschlag eintreten müssen. /, Wenn in diesem Sinne von 
vornherein besonders eine Kürzung der Perioden der Erwärmung zu erwarten sein 
dürfte, so verdient hervorgehoben zu werden, dafs die Abweichung der zufälligen 
von der beobachteten Vertheilung der Vorzeichen der interdiurnen Tewperatur- 
änderungen einen charakteristischen Unterschied für die beiderlei Vorzeichen 
nicht bestimmt hervortreten läfst; die Natur scheint vielmehr der Entwickelung 
langer Perioden des Steigens und des Sinkens der Temperatur von Tag zu Tag 
in nahezu gleichem Grade entgegenzuwirken. 
Notizen. 
Ueber Mazatlan ‚berichtet Kapt. L. Cassens. von der Braker Bark 
„Ella Nicolai“ in seinem meteorologischen Journale: Bei der. Ansteuerung, -die 
abends erfolgte, wurde das eine ausgezeichnete Lichtstärke.besitzende Leuchtfeuer 
angesteuert. Man lief dicht unter Creston-Eiland entlang, als der Wind plötzlich 
von vorn kam und um 8'/a Uhr auf der Rhede geankert wurde, Lootsenhülfe 
wurde bei der Ankunft wie auch beim Abgange in Anspruch genommen, denn 
es mufßs Lootsengeld bezahlt werden, auch wenn man keinen Lootsen nimmt. 
Das Lootsenboot führt kein Signal und kommt den Schiffen auch nicht weit 
entgegen. Der Strom setzte unter Land stets stark in nordwestlicher Richtung 
längs der Küste. Blossom. Rock, eine Klippe, auf der :5,2 m. Wasser steht, 
liegt nicht ‚so, wie: die Karte angiebt, sondern etwa. 150 m in südwestlicher 
Richtung von Cieroo-Eiland entfernt. Die Klippe war auch nicht; wie die Segel- 
anweisung sagt, durch eine Tonne bezeichnet, . Vor der Küste ist das’ Wasser 
sehr flach... Segelboote sollten ihren Kurs auf die Kathedrale nehmen und, wenn 
sie dabei den Landunyssteg dwars haben, ‚darauf zusteuern.. .Proviant und 
Früchte waren‘ verhältnifsmäfsig theuer, besonders aber Gemüse und Kartoffeln, 
Frisches Fleisch war leidlich gut und nicht zu theuer, Salzßeisch dagegen nicht 
zu haben. Trinkwasser. war gut. Jede Art von Ausbesserung war theuer, 
und Ausrüstungsgegenstände, wie Tauwerk u. s. w., waren nur ‚in kleinen Mengen 
und ‚mangelhaft zu erhalten. / Beim Ankerlichten brach die B. B.-Kette, und 
8 Faden derselben: gingen mit dem Anker verloren, da wir voll brassen mufsten, 
weil wir auf Cieroo-Eiland und Blossom Rock zutrieben. 
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei. der Deutschen 
Seewarte. im Monat Oktober 1901. 
1... Von: Schiffen der Kaiserlichen Marine. 
a. SM: Schiffe und Fahrzeuge. | 
4. „Grille“, ; Kommandant Kapt.-Leut. O. Valentiner. /n der Nörd- und Ostsee, 1901, 
V. 1. — IX, 25. . 
2. „Weifsenburg‘‘, Kommandant Kapt. z. S. Hofmeier. In der Nord- und Ostsee und in 
Ostasien. 1899. XI. 20.-— 1901. VI, 14. 
Ann. d. Hyär. eto., 1901, Hoft XIL
	        
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