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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Bergung des in Yap gestrandeten Norddeutschen Lioyddampfers „München“. 573 
gewöhnliche Energie und Ausdauer, unterstützt von der freudigen Mitwirkung 
aller betheiligten Angestellten Ihrer Rhederei, ist Ihnen ein Werk gelungen, 
auf das Sie stolz sein können und das nur durch das musterhafte Zusammen- 
halten aller Faktoren vollendet werden konnte. Ihre Rhederei kann beglück- 
wünscht werden zu dem Geiste, der unter ihrem Personal herrscht“. 
Möge es unserem Vaterlande auch in Zukunft nie an solchen tüchtigen 
Seefahrern fehlen. A, M. 
Die Aenderung der Temperatur von Tag zu Tag an der 
deutschen Küste in den Jahren 1890 bis 1899.) 
Dr. Grossmann, Assistent der Seewarte. 
Fragt man nach der Erklärung der Veränderlichkeit der Temperatur von 
Tag zu Tag, so scheint diese zunächst in ganz einfacher Weise auf die Ver- 
änderlichkeit der Wetterlage und die damit im Zusammenhang stehenden wechseln- 
den Luftströmungen, welche Luftmassen von verschiedener Temperatur herbei- 
führen, zurückzuführen zu sein. Es soll aber im Folgenden dargelegt werden, dafs 
die Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag wohl in noch höherem 
Grade als die Temperatur in erster Linie eine Wirkung der Ausstrahlung und 
Insolation ‚ist und als solche durch Vermittelnng des Wechsels der Bewölkung 
von Tag zu Tag zu Stande kommt, während die Veränderlichkeit der Wetter- 
lage und somit der Lufttransport im Allgemeinen eine geringere Bedeutung für 
diese Erscheinung hat. Im Gefolge der Wetterumschläge erfolgen die grofsen 
Temperaturänderungen von Tag zu Tag, doch diese sind im Allgemeinen so be- 
deutend in der Minderheit, dafs sie die mittleren Verhältnisse wenig beeinflussen. 
Welchen täglichen Gang würden die monatlichen Stundenmittel der inter- 
diurnen Temperaturänderung aufweisen müssen, wenn diese durch den Luft- 
transport bedingt wäre? Da sich die KEintrittszeiten für die wärmeren und 
kälteren Strömungen auf die Stunden im Durchschnitt nahezu gleichmäfsig ver- 
theilen, so würde kein täglicher Gang zu erwarten sein, wenn nicht zu berück- 
sichtigen wäre, dafs die gröfseren Aenderungen von Tag zu Tag im Winter 
durch Erwärmungen und im Sommer durch Krkaltungen hervorgerufen werden 
and dafs Erwärmungen besonders grofse Aenderungen in den Nachtstunden; KEr- 
kaltungen aber solche zur Zeit der höchsten Tagestemperaturen hervorrufen 
müssen; in solcher Weise würde sich aus der Wirkung des Lufttransportes für den 
Winter ein Maximum der interdiurnen Temperaturveränderlichkeit in der Nacht 
und für den Sommer ein solches für die Nachmittagsstunden, also in beiden 
Fällen eine einfache Schwankung, ergeben. Letzteres widerspricht aber der KEr- 
fahrung, wie wir sehen werden, und es reicht somit der Lufttransport zur Er- 
klärung der Erscheinung nicht hin. 
Die tägliche Periode der interdinrnen Veränderlichkeit der Temperatur (I. T.V.). 
Bezeichnen wir kurz die für jede Stunde eines Monats berechnete mittlere 
Aenderung der Temperatur von Tag zu Tag als die interdiurne Veränder- 
lichkeit der Temperatur (I. T. V.) und verstehen wir unter dieser Größe 
insbesondere solche Monatswerthe, die aus einer längeren Reihe von Jahren ab- 
geleitet worden sind — wie man beispielsweise unter der Januartemperatur eines 
Örtes die langjährige Mitteltemperatur und nur im besonderen Falle, durch den 
Zusatz der Jahreszahl unterschieden, die Januartemperatur eines bestimmten 
Jahres versteht. Zur Erforschung des Gesetzes des täglichen Ganges dienten 
die aus zehnjährigen Zeiträumen für Bremen und Barnaul (im Innern Russlands 
unter x gleicher Breite gelegen) berechneten monatlichen Stundenwerthe der 
LT. V. 
Für die warme Jahreszeit ergiebt der tägliche Gang eine doppelte tägliche 
Schwankung der I. T. V., Maxima um Sonnenaufgang und am. Nachmittag und 
Minima in einer Vormittagsstunde und einer späten Abendstunde. 
i) Bearbeitet auf Grundlage einer Abbandlung über den gleichen Gegenstand in „Aus dem 
Archiv der Deutschen Seewarte“, XXIII. Jahrgang.
	        
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