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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1901 
über .die Einfahrt. hinübergefluthet und auf der Duero-Bank an die am Flosse be- 
findliche erste Kettenlänge geschäkelt, die ja von Anfang an mit dem Buganker 
verbunden war. + 
Dem Bezirksamte wurde mitgetheilt, dafs der Hafen jetzt durch diese Kette 
theilweise gesperrt sel. 
Im Hafen errichtete unterdessen Kapt. Bartling auf einem Felsen einen 
Pegel und lotete den für „München“ in Betracht kommenden Ankerplatz und 
dessen weitere Umgebung, sowie die Riffkanten aus, um in dem engen Hafen 
einen geeigneten Liegeplatz für das lange Schiff bestimmen zu können. 
An B-B.-Vierung wurde ein Heckanker ausgebracht, den man durch einen 
anderen Anker verkattete, Das Stahltau des Ankers fuhr durch einen oberhalb 
der Unterwanten des Grofsmastes befestigten schweren Block und wurde steif- 
gesetzt. Dadurch sollte wäbrend des Pumpens das Schiff aufrecht gehalten und 
ein Kentern durch überlanfendes Wasser verhütet werden. 
__ Bei den eraten Abbringungsversuchen hatte man gefunden, dafs sich die 
wasserdichten Thüren, mit Ausnahme der Thüre 5 zwischen Maschinen- und 
Kesselraum, unter keinen Umständen, weder hei vollem, noch bei gelenztem 
Schiffe, öffnen Jiefsen. Ein weiterer Uebelstand war der, dafs bei längerem Ar- 
beiten der Pumpen der Hülfskessel den Dampf nicht auf hoher Spannung halten 
konnte und daher die zum Abhieven gebrauchten Spille nicht kräftig genug 
wirken konnten. Bei flottem Schiffe hätte ein Versagen der Pumpen, das aus 
dem vorhin angegebenen Grunde sehr wahrscheinlich war, leicht zum vollständigen 
Untergange des Schiffes führen können. 
Unter allen Umständen mufste daher bei gleichem Wirkungsgrade der 
Pumpen ihr Dampfverbrauch verringert werden. Dies liefs sich nur dadurch er- 
reichen, dafs die Pumpen tiefer gestellt und damit die zu hebenden Wassersäulen 
verkürzt wurden. 
Daher wurde die bei der Luke II stehende 12zöllige Centrifugalpumpe 
(P 4) vom Hauptdeck ins Unterdeck versetzt. Während dieser Arbeit, wo über 
dem Unterdeck etwa 13 Fufßs Wasser stand, wurde die bei derselben Luke 
stehende 10zöllige Centrifugalpumpe (P1) dazu benutzt, den Raum bis etwa 
4 Fufs über dem Unterdeck frei zu halten. Das Saugerohr war damit auf eine 
Länge von 5,2 m gebracht. Das Ausgufsrohr wurde durch eine Ventilatoröffnung 
geführt, um durch ein Seitenfenster im Hauptdeck zu münden. 
Das Seitenfenster, an dem der Ausguls angebracht werden mufste, befand 
sich etwa 4 Fufs unter Wasser. Nahe um das Fenster herum wurden in Quadrat- 
stellung vier Löcher von innen gebohrt, Gewinde hineingeschnitten und von innen 
nach aufsen lange Stiftschrauben hindurchgedreht. Kin starker Holzdeckel, hierzu 
passend hergestellt, wurde mit Packung versehen und bei Niedrigwasser von 
aufsen vorgesetzt, dann legte man Flacheisenschienen darüber und zog sie durch 
Muttern an. Hierauf wurde das Seitenfenster ganz von der Schiffswand entfernt 
und für das Ausgufsrohr ausgebohrt. 
Die Pumpe 1, deren Ausgufsrohr auf dem Oberdeck über Bord führte, wurde 
dadurch entlastet, dafs das Ausgufßsrohr nach aufsenbords an der Schiffswand 
binunter um 3,5 m verlängert wurde und so, als Heher wirkend. das Saugerohr 
annähernd um diese Länge verkürzte. 2 
„=. Bei der Pumpe 5 wurde das Ausgufsrohr, das zum Theil aus Holz bestand, 
durch zusammengehaute Eisenrohre ersetzt und wasserdicht durch ein Seitenfenster 
im Hauptdeck nach aufsenhords geführt. 
Da sich die von Hongkong mitgebrachten Druckpumpen als recht un- 
genügend erwiesen hatten, so wurde die hintere Stonespumpe vom Hinterdeck 
losgenommen, nachgesehen und in der Backbords vorderen Gängepforte als Hand- 
pumpe zur Uebernahme von Frischwasser aufgestellt. 
Um beim Flottmachen des Schiffes einem Dampfmangel unter allen Um- 
ständen vorzubeugen, wurde aus alten Rohrleitungen auf den .beiden Dampfern 
„München“ und „Natuna“ nach beiden Bordwänden eine Dampf-Rohrleitung mit 
Dampfeschlauch hergestellt, so dafs „Natuna“, längsseit der „München“ gelegt, 
Dampf aus ihrem Kessel abgeben konnte. um die auf der „München“ aufgestellten 
Pumpen zu betreiben, 
Als sämmtliche Arbeiten am 1. Mai nachmittags beendet waren, wurden 
die Pumpen vprobirt und für gut befunden.
	        
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