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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1901
Die Witterung zu Tsingtau im Juni, Juli.und August 1901, . 557
‚aftdruck auf 0°
u. Meeresniveau
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Relative Feuchtigkeit | Bewölkung Niederschlag .
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‘—10 [758,4 761,0 755,7} 18,3 21,8 17,6, 18,7/ 19,4 26,8 23,1] 15,2 19,8 17,0 82,72 |86 80 [97,58/4,8 5,6 3,3 4,6|
1—20 | 54,4 59,0 50,0} 19,0; 21,9 19,0 19,7| 20,1 26,4 22,7] 17,8 19,7 18,4 um 54199 50|7,1 6,6 3,3 5,7
1—30 | 55,7, 502 “ zn 24,3 21,5 | 23,3 28,7 2 19,0 21,0 2 83 | 76 | 85 22 5,8. 3,6 4,4 «
Monat | 56,2 | 610° 47,1| 19,6! 22,5 19,4 20,2| 19,4 28,7 29,7] 15,2 21,0 18,5|84'75|87 82 |99 505,9 5,3 8,7 5,0|
ıuni 1901.
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Juli 1901.
1—10 1755,9 759,2 758,7 22,3. 24,6 21,5 22,5’ 23,6 27,0 25,4] 19,5 21,8 21,189 | 81 92 87| 98 70 73.58 4,5 5,7
1—20 | 54,5| 56,0 | 50,6[ 22,2. 24,8 22,8 22,9 24,3 29,2 26,1 20,4 BA 21,51 95 ; 87,95 92| 99 80]6,4 54. 3,2 5
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Monat | 55,2 | 59,2 | 49,5} 22,8 25,4 22,5 23,3| 13,6 29,8 %26,3| 19,5. 23,5 21,792 186 94 91 |100 70{6,7 5,4 4,4 5,5
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August 1901.
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1—20 | 55,0 | ns 51,8 248 28,0. 25,0 Er 27,1 30,7 % 20,5 26,0 24,1 93 8493 90 100 641 5,8 46 54 5,2
—31 | 59,3 62,2 | 54,6| 23,1 28,2 24,0 24,8| 26,4 31,2 28,6| 18,7 24,9 22,2175 6072 69| 93 41|4,8 3,7/3,4 4,0
Mount [57.0 62.2 | 40.6| 23,9 27,3 24,3 24,9| 24,1 31,2 27,8 18,7 26,0ı 23,238 79878510041 | 6,6 55 5,6 5,9
Sommer 1901. Sommer 1901.
ni-Aug. | 756,1 762,2 747,1] 22,1 25,1 22,1 22,8j 19,4 31,2! 26,0] 15,2 26,0 21,1|88|%0 89/86 [100 41|6,4 5,4; 4,6 5,5 13 , 18 23,3 33,8 157,1. | 39,7] 19 | 9 17! 412) — {21 [362017225186 5 |34 251225 415121 |— '— j18 |7 ın [1310] 14| 2,2] 2 10
Lage der Station: @ = 36° 4 N-Br, 1 == 120° 17 O-Lg. Höhe des Barometers 24.0m über Mittelwasser, Schwere-Korrektion der Barometerstände = — 0,6 mm. Wilhelm Koch.
August 1901.
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Ihrem Lesen wohl zu der Ansicht, dafs die Leitung und Ausführung energischen
Männern anvertraut war.
Der Orientirung wegen geben wir zunächst einen kurzen Ueberblick über
die Strandung selbst.
Bergung des in Yap gestrandeten Norddeutschen Lloyddampfers
„München‘*.)
(Hierzu "F’afel 40 und 41.)
Das Abbringen des auf einem Korallenriff in Yap gestrandeien Nord-
deutschen Lloyddampfers „München“, die Wiederherstellung der Schwimmfähigkeit
und die Ueberführung des Dampfers nach Hongkong haben für den Seemann
und für den Maschinisten so viel des Interessanten und Lehrreichen, daß wir
wohl annehmen dürfen, allen Seefahrern und Seefahrtskreisen Nahestehenden einen
Dienst zu erweisen, indem wir diese auf Grund eingegangener Berichte zusammen-
gefasste Darstellung jener hervorragenden Thaten veröffentlichen.
Wir bewundern nicht blofs die Umsicht und das Geschick, womit die
Bergung geleitet und ausgeführt wurde, sondern auch den Muth und die Pflicht-
treue, die bei den oft mit grofser Lebensgefahr verbundenen Arbeiten ent-
wickelt wurden.
Der Direktion des Norddeutschen Lloyds fühlt sich der Verfasser dieser
Zusammenstellung zu grofsem Danke verpflichtet dafür, dafs sie ihm gestattet
hat, Einsicht in jene Berichte zu nehmen. AKinen eigenen Reiz hat die kurze,
bündige Sprache, in der diese Berichte geschrieben sind, und man kommt bei
Der Dampfer „München“, Kapt. Krebs, war von Erima über Yap nach
Schanghai bestimmt mit einer gemischten Ladung, bestehend aus Blei, Mehl,
Kapok, Trepang, Tabak u, s. w.; außerdem waren auch 16 Passagiere an Bord.
Am 3. Februar 5% 4" morgens sichtete man die Insel Yap in NNO und
nachdem man sich gegen 71/42 bis auf 1’/s Sm der Einfahrt genähert batte,
dampfie man südöstlich davon langsam nach St-B. herum bei zeitweiligem Rück-
wärtsgehen der Maschine, um einen Lootsen zu erwarten. Um 7% 4" kam ein
gröfseres Boot längsseits, dem ein Halbweifser und ein Eingeborener entstiegen,
die sich als Lootsen vorstellten und zugleich erklärten, dafs keine europäischen
Lootsen hier. in Tomil, dem Hafen von Yap, vorhanden seien. Den Lootsen
wurde der Tiefgang des Schiffes mitgetheilt, insbesondere wurden sie auch auf die
Größe des Schiffes aufmerksam gemacht. Das Wetter war zur Zeit des Aubord-
kommens der beiden Lootsen etwas böig. Unter ihrer Anweisung steuerte man
nun langsam der Einfahrt zu mit NW- bis NNW14W - Kurs, während unter-
dessen das Wetter wieder aufgeklart hatte,. Quer vor der Einfahrt wurde der
Dampfer durch den dort laufenden Küstenstrom stark nach Westen versetzt.
In dem Augenblicke, wo man sich in der Einfahrt befand, fiel eine stürmische
Böe mit Windstärke 8 aus NO bis ONO ein, wodurch das Schiff ebenfalls stark
aach B-B;- hin getrieben wurde. Um es.von dem südwestlich von der Einfahrt
sefindlichen Riff frei zu halten, wurde die Maschine auf „volle Fahrt voraus“
1) Die Verantwortung für den Inhalt dieses Artikels bleibt dem Verfasser Herrn
A. Mühleisen, Oberlehrer an der Seefahrtsschule zu Bremen, überlassen. D. Red.