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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Witterung zu Teingtau im Juni, Juli und August 1901, 
555 
Die Winde wehten mit einer mittleren Stärke von 2,4 der Beaufort-Skala 
hauptsächlich aus dem Südostquadranten. Stärkerer Wind wehte zur Zeit der 
Beobachtungstermine nur am 29. O 6. 
Juli 1901. Im Juli dieses Jahres blieb die Temperatur der Luft erheblich 
hinter der in dem gleichen Monat der beiden Vorjahre zurück. Die Monatsmittel 
sowie die Maxima und Minima stellen sich zusammen, wie folgt: 
1901 Mittel = 23,4°, max. = 29,8° und min. = 19,59, 
1900 „ = 241°, „ =328° „ » = 197% 
1899 © 2 =— 251° © = 326° „0 = 164°. 
Die Bewölkung des Himmels war im Mittel wenig verschieden von der 
im gleichen Zeitraume der beiden Vorjahre.. An heiteren Tagen kamen 4, an 
trüben Tagen 5 zur Auszählung; diesen stehen 1900 1 bezw. 4 und 1899 3 bezw. 
2 gegenüber. 
Die Niederschläge im Juli weichen ebenso wie im vorigen Monat von 
denen im gleichen Zeitraume 1900 und 1899 gemessenen ab, Es regnete an 
9 Tagen; die gefallene Regenmenge betrug 77,8 mm. Im Juli vorigen Jahres 
fiel an 14 Tagen 125,0 mm und im Juli 1899 an 16 Tagen 108,9 mm Regen. 
Trotz dieses Unterschiedes war die relative Feuchtigkeit in diesem Juli etwas 
gröfser als im Juli 1900 und bedeutend gröfser als im selben Monat des 
Jahres 1899. Der Grund für dieses ungleiche Verhältnifs lag wohl darin, dafs 
die Regenwolken meistens über Teingtau hinwegzogen und erst weiter im Innern 
zur Entladung kamen. Gewitter wurden nur an 2 Tagen, Wetterleuchten, 
meistens in NW—NNW, an 7 Tagen beobachtet. 
Auch im Juli wehte der Wind mit einer mittleren Stärke von 2,1 der 
Beaufort - Skala vorwiegend aus dem Südostquadranten, ‚An stärkeren Winden 
wurden zur Zeit der Beobachtungstermine am 9., 23. und 26. SO, Stärke6, beobachtet, 
August 1901. Im Monat August dieses Jahres war die Temperatur der 
Luft annähernd dieselbe als im gleichen Zeitraume der beiden Vorjahre. Die 
mittleren Temperaturen sowie die höchsten als auch die niedrigsten beobachteten 
Temperaturen stellen sich, wie folgt, zusammen: 
1901 mittlere Tagestemperatur == 24,9° höchste = 31,2° niedrigste = 
1900 5 =— 24,9° „» =305 8 = 
1899 # » = 25,0° » = 314° # = 
Die mittlere Bewölkung, 5,9 Zehntel, war etwas gröfser als im August der 
Vorjahre. ‘ Heitere Tage wurden 3, trübe dagegen 8 gezählt. Diesen stehen 
gegenüber: 
August 1900 5 heitere und 8 trübe Tage und ie 
“ 1899 0 „ 1 trüber Tag. 
In Bezug auf die Niederschläge gilt das im vorigen Monat Gesagte im 
erhöhten Malse; denn es fielen an 5 Tagen im Ganzen 28,6 mm Regen, während 
im vorigen August an 14 Tagen 265,8 mm Regen, also etwa neunmal so viel, 
niederging, und im August 1899 an 9 Tagen 55,2 mm Regen fiel. 
Gewitter traten während des Monats nicht auf, nur an 2 Abenden wurde 
Wetterleuchten in NNW bezw. S beobachtet. 
Die Winde, welche meistens aus dem Südostquadranten wehten, kamen im 
letzten Drittel schon des öfteren aus nördlichen Richtungen, ein Zeichen für den 
bevorstehenden Monsunwechsel. Sturmstärke erreichte der Wind an zwei Tagen, 
am 4. 0SO 8 und am 5. SO 9. Dieser Sturm war hervorgerufen durch einen 
Taifun, welcher SO der Loochoos entstanden war, seinen Weg quer über die 
Chinesische See nahm, nördlich von Formosa am 3, mit grofser Stärke auftrat, 
dann nahe bei Foochoow an Land ging und nun nördliche Richtung aufnahm 
bis NW von Schanghai, hierauf drehte derselbe am 6. abflanend nach NNO und 
verlor sich. Dieser Sturm, welcher eine sehr starke Südsüdostdünung und hohen 
Wasserstand brachte, richtete hierdurch mannigfachen Schaden an den Brücken 
und einzelnen in Alt-Tsingtau am Wasser stehenden Gebäuden an, auch wurden 
Leichter und Boote auf den Strand geworfen. In Alt-Tsingtau reichte das Wasser 
beinahe bis zur Marktstrafse, eine Höhe, die bis dahin noch nicht beobachtet 
war. Leider konnten keine Pegelbeobachtungen gemacht werden, da ein Betreten 
der Brücke, an welcher am Kopfe der Pegel angebracht ist, unmöglich . war.
	        
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