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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1901.
einige Stunden nebelig, was den Dampfer jedoch nicht abhielt, voller Kraft mit
uns weiter zu dampfen.
Man ankert in Port Townsend auf dem Ballastgrunde in 19 bis 20 Faden
Wasser, Wilsow Point in mw. N50°W und Admiralty Head mw. N 25°0.
Es ist noch nicht vorgekommen, dafs ein Schiff hier ins Treiben gerathen ist,
Augenblicklich streikt hier an dieser Küste wieder Alles. Letzthin ging eine
amerikanische Bark mit einer Mannschaft von Schiffsmaklerklerks, alten Schiffern
und mehreren Tramps nach San Francisco, woselbst dieselben ordentlich verkeilt
worden sind. In letzterem Platz liegen etwa 200 Schiffe, ohne dafs auf einem
derselben gearbeitet wird. Die Waaren und Früchte verfaulen und verderben
an den Kaien.
Am 30. August gingen wir, nachdem wir 650 t Ballast gelöscht, den
behaltenen Ballast getrimmt und das Schiff am Boden gereinigt und getalgt
hatten, nach Port Ludlow, dem ersten von unseren drei Ladehäfen, um unsere
aus Decksplanken bestehende Ladung zu kompletiren.
Nachdem wir in Port Ludlow und Port Gamble eine gute Beförderung
erfahren hatten, mufsten wir in Port Blakeley den Rest der 33 Liegetage
ausliegen und waren erst am 17. Oktober fertig zum Ausgehen. Ich hatte in
Tacoma ausklarirt, um Port Townsend nicht mehr anlaufen zu brauchen, konnte
jedoch nicht alle nöthigen Leute bekommen und mufste deshalb doch noch nach
Port Townsend zurück.
Die Witterung zu Tsingtau im Juni, Juli und August 1901.
Bericht der Kaiserlichen meteorologischen Station zu Tsingtau.
In der Tabelle sind die meteorologischen Beobachtungen sowohl für die
Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate, wie schon für frühere Zeiten ge-
schehen, zusammengestellt.
Die letzte Rubrik: „Allgemeine Luftbewegung“, konnte jedoch nicht aus-
gefüllt werden, da für den Anemometer keine Reduktionstabelle vorhanden war.
(Die Berechnung unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den dreitägigen
Terminen — vgl. „Ann. d. Hydr. etc,“, 1900, Seite 63 — ist hier beigefügt
worden. D. R.)
Im Folgenden wird der Verlauf der Witterung in den einzelnen Monaten,
verglichen mit der Wetterlage in denselben Monaten 1899/1900, beschrieben werden.
Juni 1901. Die Temperatur der Luft war im Juni dieses Jahres durch-
gängig höher als die des Juni vorigen Jahres, blieb aber gegen denselben
Monat 1899 bedeutend zurück. Die Monatsmittel stellten sich, wie folgt:
1901 = 20,2°,
1900 = 19,4° und
1599 = 21.4°.
Dıe
Maxima und Minima stellten sich:
1901 auf 28,7° bezw. 15,2°,
1900 „ 27,2° „ 18,9° und
1899 . 296° . 153°
Die Bewölkung ist im Juni 1901 annähernd dieselbe wie 1900, über-
schreitet jedoch die des Juni 1899 im Mittel um 1,2°. So wurden auch im Juni 1901
nur 6, dagegen im Juni 1899 10 heitere Tage gezählt.
Die Niederschläge weichen im Juni 1901 sowohl in Bezug auf Häufigkeit
als auch auf Ergiebigkeit nicht unerbeblich von denen im Juni 1900 und 1899
ab, denn es stehen den Regentagen und Mengen in diesem Juni 5 mit zusammen
50,7 mın, im Juni 1900 11 mit zusammen 75,8 mm und im Juni 1899 10 mit zu-
sammen 105,6 mm gegenüber. Die relative Feuchtigkeit der Luft war dagegen
in allen drei Jahren nahezu die gleiche, nämlich:
1901 == 82%, 1900 = 82%, und 1899 = 51%,
Gewitter traten an 4 Tagen auf, hiervon waren 2 Ferngewitter,