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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Von Wladiwostok nach dem Puget-Sunde im Juli und August 1901. 553 
Wetter: Am 20. .morgens. dagegen. drehte er wieder westlich - und nördlich 'mit 
Regenschauern und Schmutthöen, Wir sichteten gegen 10 Uhr Kap Lokoiso, 
liefen in. die gewünschte Peilung desselben und: hielten .dann recht auf Kap 
Oho zu, welches wir 5" p bei strömendem Regen passirten. 
Durchsegelung der Tsugar-Strafse. Das Wetter. wurde immer unsichtiger, 
der Wind holte nach Nord-G bis 7, und es. zogen. mehrere Gewitterböen von 
Norden nach Süden über die Strafse mit wolkenbruchartigem. Regen, wir. konnten 
nichts weiter als Kurs halten, denn zu sehen war.garnichts. Um 5!/s Uhr passirten 
wir Kap Tatsupi-in:3 Sm Abstand; hier lief starker Strom.mit, begleitet von 
kolossalen Stromkabbelungen. Als.es dann. um 6 Uhr. abklarte, .befanden 
wir uns unter Kap Tsiuka. Nach dem Passiren dieses Kaps klarte .die Luft 
über der Strafse ab; auf Yezo und. auch: auf Nipon- standen... Nimbus- Wolken 
und boten mit ihren schwefelgelben . bis kupferrothen, schneeweifsen. bis. tief- 
schwarzen Lichteffekten einen grofsartigen Anblick. Im „Zenith war.die Luft 
aternklar. Der Wind war mittlerweile bis zur Stille abgeflaut und holte - genau 
um 8 Uhr: über‘ Ost. .nach SO, Stärke 1 bis 2. Hakodate-Feuer, sowie Kap 
Shiwokubi- Feuer bilden gute Landmarken, ebenso ist bei klarem Wetter Kap 
Toriwi gut zu sehen. .Wir trieben .mehr, als. wir segelten, und .peilten um 
Gr.a. den 21. Kap Yesan rw. Nord, 4 Sın Distanz, waren also. von Kap. Oho 
bis Kap- Yesan in 13 Stunden: getrieben,. das. macht etwa 4,5 Sm die Stunde. 
Da wir um 6 Uhr aus der mitlaufenden Strömung hinauskamen, gingen wir über 
den anderen Bug und lagen beim Winde SSO an. Um 9 Uhr peilten wir Kap 
Shiriya rw. S!40, 4 Sm Abstand, als uns plötzlich ein westlich setzender 
Strom mit Macht wieder in die Strafse hineintrieb. Als wir glücklich gewendet 
hatten, waren wir bereits zwei Strich westlicher,. denn es peilte Kap Sbhiriya 
rw. SO1/2S. Mit auffrischender Briese aus Ost bis SO kreuzten wir alsdann aus 
der Strafse heraus, . 
Reise durch den nördlichen Stillen Ozean. Der Ostwind bei hobem 
Barometerstande von 761,5 mm hielt an bis zum 22. Juli abends, zu welcher Zeit 
es. still wurde. Um 10®p frischte der allmählich südlicher holende Wind dann 
auf und brachte uns mit OzS-Kurs bis zum 23. mittags nach.41° 18‘ N-Br, und 
144° 35‘ O-Lg. Ich freute mich, dafs wir erstmal diese Krahbhbelei. hinter une 
hatten und hoffte, dafs die Gelegenheit recht lange anhalten würde. Ich hatte 
mir vorgenommen, den gröfsten Kreis so nahe wie möglich zu verfolgen, und 
hoffte. die vier Tage, die ich bis dahin gegen. die letzte Reise im Jahre 1900 
verloren hatte, noch wieder einzuholen. . 
Leider war dies sobald nicht möglich, denn, trotzdem ich bis 51° N-Br 
hinauf war, traf ich doch nur sehr wenig beständigen Wind. YFlaue, meistens 
südliche leichte Winde. brachten mich am 13. August nach 30tägiger Reise bis 
nach 50° 0‘:N-Br und 133° 30‘ W-Lg. Bis dahin hatten .wir noch nicht ein 
einziges Segel Windes halber weggenommen.: Solch. ruhiges Weiter hat. man 
nicht oft auf See, kaum dafs das Schiff sich gerührt hat. Bis 160° W-Lg hatten 
wir meist ununterbrochen Nebel und sehr feuchtes Wetter, von dort an bis zum 
13. August hatten wir gutes sichtiges Wetter, wenngleich auch immer stark be- 
wölkt, doch am 13. trat wieder dichter Nebel.ein.: 2.22 
Ueber den letzten Theil der. Reise ist nicht viel zu schreiben, Der Nebel 
vom 13. hielt an bis zum 16. Der Wind, welcher allmählich nördlicher holte, 
nahm am 16. zu bis Stärke 10, und wir waren daher gezwungen, beizudrehen. 
Am 17. klarte ‚es auf, erst zeitweise, dann jedoch anhaltend, und es blieb klar, 
so dafs wir am 18. vormittags wieder abhalten konnten. Auch der Wind nahm 
allmählich ab, und so sichteten wir‘ bei‘ schönstem ‚Wetter und Stille‘ nach 
3utägiger Reise am Vormittäge .des 18. Augüst‘ Kap Flattery, ‚woselbst uns 
ein Damfer ins Schlepptäu nahm. SS 
__ In der. Juan de Fuca-Strafse stand an der Nordseite eine dichte Nebel- 
bank, so dafs nur die Spitzen .der Berge zu sehen waren. Von Kap Flattery 
bis zur Necah-Bucht herrschten starke Stromkabbelungen, das Schiff. war 
kaum zu steuern. Merkwürdig war es, dafs, nachdem. wir Flattery passirt hatten; 
während es in See ganz still war, eine böige Südsüdostbriese aufsprang, welche 
allmählich südlich holte und gegen 8"p aus West frisch wehte. Die Luft war 
voll von Rauch; wir passirten mehrere große Buschfeuer. Nachts wurde es für
	        
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