SEA
Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Dezember 1901.
...Jesuiten-Sund .an der Osiküste des Golfs von Penas; wo die Karte keine
Tiefenangaben zeigt, finden Schiffe jeder Gröfßse genügende Wassertiefe. Die
besten Ankerplätze liegen an der Nordseite des Sundes, wo die englische Karte
Tiefen von 22 bis 44 m angiebt; sie sind nach Westen zu geschützt von einer
grofsen Landzunge, die nach Süden zu auf den Julian-Sund gerichtet ist. Um
in den Jesuiten-Sund einzulaufen, passire man die grofse Insel vor seiner Einfahrt
an ihrer Südseite und lasse zugleich die anderen kleineren Inseln an St-B.
Cheape-Kanal, südlich vom Jesuiten-Sund, liegt zwischen der Xavier-
Insel und dem Festlande; obgleich die Karten in ihm keine Lothungen angeben,
bietet der Kanal doch keine Schwierigkeiten für die Schiffahrt. Man thut aber
gut, stets die Fahrwassermitte zu halten.
Von Wladiwostok nach dem Puget-Sunde im Juli und August 1901.
Aus dem Reisebericht des Kapt. A. Teschner, Führer des Vollschiffes „Pera“.
Ueber Wladiwostok ist nicht viel zu berichten. Beim Einsegeln kam
mir meine vor 15 Jahren erlangte Ortskenntnifs sehr zu statten, auch fand ich
im Wesentlichen keine merklichen Veränderungen, wenn ich die Vergrößerung
der Stadt, des Handels und aller die Schiffahrt betreffenden Interessen aufser
Acht lasse. Während früher der ganze Hafen voll von alten Segelkorvetten,
‚Fregatten etc. lag, trafen wir außer zwei bis drei modernen Kriegsschiffen nur
einen ziemlich regen Frachtdampfer-Verkehr, und es wurde die „Vera“ als
einziges Segelschiff als Stolz und Zierde des Hafens vielfach bewundert,
Die Tonnen und Baken liegen alle an ihren Plätzen. Die Leucht-
feuer sind, bis auf einige veränderte Hafenfeuer, dieselben geblieben, nur
durch die Nebelsirene auf der Scribbloff-Insel ist eine sehr schöne
Besserung hinzugekommen, Die Sirene ist kräftig; wir haben sie auf der anderen
Seite der Ousouri-Bucht bei frischer südlicher Briese sehr gut hören können,
Die Expedition ließ nichts zu wünschen übrig. Leichterfahrzeuge
waren immer genügend längsseit, und das Entlöschen würde noch bedeutend
schneller von statten gehen, wenn die Arbeitskräfte besser wären. Die Arbeiter
(Koreaner), sind die denkbar schlechtesten und müssen noch sehr subtil behandelt
werden, weil sie sonst ganz fortbleiben,
Frisches Wasser ist gut, aber hart und theuer. Der Ballast ist
theuer, aber sehr schnell zu beschaffen, wenn man rechtzeitig anmeldet.
Der der Firma Kunst & Albers gehörige Schlepper „Paul“ genügt für
hiesige Verhältnisse, da man doch nur mit gutem Weiter den Hafen verlassen
kann. Er brauchte mit uns für die 6 Sm lange Strecke hei leichter südlicher
Briese drei Stunden.
Die Witterung war während unseres Aufenthaltes günstig, meistens
trocken, wenig Regen und gar kein Nebel, während in See fast beständig
Nebel herrschte. Man konnte dieses schliefsen. weil die Seribbloff-Sirene
fast immer zu hören war.
Der Zeitball fällt täglich, aber sehr unpünktlich, manchmal um 6 bis
8 Sekunden falsch. Er ist zur Berechnung von Stand und Gang der‘ Chrono-
meter nur bedingungsweise zu brauchen. Man thut am besten. wenn man mit
seiner Uhr selbst zum Hafenamt wandert.
Durchsegelung der Japan-See, Am 13. Juli morgens 5 Uhr verliefen
wir mit Schlepperhülfe den Hafen und gingen um 8a südöstlich von der
Seribbloff-Insel unter Segel. Der flaue und mallende südliche Wind ermöglichte
es-uns erst, nachdem wir dreimal immer nur unseren Abgangsort fassen konnten,
7:.p die Kazakavitch-Insel anzuholen. Dann wurde es so nebelig, wie nur
irgend möglich. Wir sahen die Sonne auch erst am 16. wieder und die Kimm
am 17.; wir hatten uns in dieser Zeit bis nach 41° 21’ N-Br und 132° 47'-O-Lg
aufgearbeitet. Wind südlich, flau und still. Am 17. wurde es bei nördlich
holendem. Winde sichtig, der Wind holte über Nord nach den westlichen
Quadranten und brachte uns, wenn auch langsam, so doch vorwärts. Am 18.
und 19. holte der Wind mehr nach West bis SW bei klarer Luft und schönem