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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

BAR 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1901. 
Ansteuerung, Die Einfahrt wird bezeichnet durch zwei Tonnen, welche 
am Ende der beiden Riffe ausgelegt sind, eine rothe westliche und eine senkrecht 
voth und weiß gestreifte östliche Tonne. Das westliche Riff ist zum Theil sicht- 
bar, während die Grenze des nicht sichtbaren Ostriffes an seiner Innenseite noch 
durch eine dritte kleine, schwarze Tonne gekennzeichnet ist; ausgehende Segel- 
schiffe pflegen an dieser Tonne so lange festzumachen, bis sie Segel gesetzt 
haben. Aufserdem ist innerhalb des Westriffes noch eine Festmachetonne vor- 
anden. 
Mau steuere mit Süd-Kurs zwischen den beiden äufseren Tonnen hindurch, 
bis man die östlichste der steil zum Meere führenden Strafsen in ihrer ganzen 
Länge offen hat, drehe dann scharf nach Westen und gehe innerhalb des Endes 
des Westriffes in 13 m Wassertiefe zu Anker, schwinge das Schiff vor dem Anker 
herum und mache hinten an der Festmachetonne fest. Das Schiff liegt dann mit 
dem Kopf etwa nach ONO. Beim Hineindampfen halte man die tiefere Ostseite 
(11 bis 13 m) des Fahrwassers, das Schiff hat dann besser Platz, die Drehung aus- 
zuführen. Es ist höchstens Platz für drei Dampfer über 6m (20 Fuls) Tiefgang 
und zwei Dampfer mit geringerem Tiefgang. Segelschiffe unter 12 bis 14 Fufs 
Tiefgang können noch weiter drinnen im Hafen ankern. 
Ankerplatz, Wind und Seegang. Der Ankerplatz ist einigermafsen gut 
geschützt gegen den täglichen Seewind, wenngleich derselbe im Laufe des Nach- 
mittags immerhin etwas Dünung erzeugt. Bei einsetzendem stürmischen Winde 
sollten die Schiffe stets in See gehen. Der Ankergrund ist weicher Schlamm 
und Sand und gegen starke Briese nicht gut haltend. 
Lootsen, Es ist augenblicklich kein Lootse am Platze, auf den Verlafs 
wäre. Schiffe, von Osten kommend, können deshalb einen Lootsen bei der 
Gallina-Huk bekommen, von Westen kommend, bei Falmouth Harbour. 
Arzt und Quarantäne, Der Hafenarzt kommt gewöhnlich nicht an Bord, 
dagegen der Zollbeamte, welcher den Gesundheitspafs und die sonstigen Papiere 
in Empfang nimmt. Bei Schiffen mit unreinem Gesundheitspafs berichtet der 
untersuchende Arzt darüber an das Quarantäne-Amt in Kingston, von wo das 
Weitere bestimmt wird. 
Krankheiten, Das Klima soll hier wie überhaupt an der Nordküste 
Jamaicas sehr gesund sein. KEin Hospital ist vorhanden. 
Hafenabgaben = 20 sh sind bei jedem Besuch des Hafens zu zahlen, 
Papiere. Konsulatsmanifest, eine Proviantliste, eine Mannschaftsliste, eine 
Passagierliste. 
Konsulate. Konsularisch sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika 
und Spanien vertreten. Der deutsche Konsul ist in Kingston. 
Wasser. Wasser ist in beliebiger Menge zu haben, doch mufs es in 
Booten von Land geholt werden, wo man an den Piers das Wasser aus der 
Wasserleitung ins Boot laufen lassen kann. 
Proviant. Lebendes Vieh (Rinder und Schafe) sind billig und reichlich 
zu haben, Gemüse nur wenig, dagegen Frucht jeder Art und in beliebiger 
Menge. 
Leichter. Es sind etwa 40 Leichter vorhanden von etwa je 5 bis 10 t 
Tragfähigkeit, und das Laden geht im Allgemeinen flott von statten. An Land 
auf den Piers sind einige Krähne vorhanden, mit welchem Gewichte bis zu 4 bis 5 t 
gehoben werden können. 
Ein- und Ausfuhr. Die Einfuhr besteht aus Provisionen, Baumwollen- 
waaren, Handwerkszeug etc., die Ausfuhr besteht aus Piment, Zucker, Kaffee, 
Orangen, Bananen, Kokusnüssen, Blauholz und Gelbholz. 
Schiffsverkehr. Segelschiffe für Holz, sodann wöchentlich zwei Küsten, 
dampfer, die Dampfer der deutschen Atlas-Linie d. H. A. L., der Kerr u. Co.- 
Linie und Bananendampfer der United Fruit Co.
	        
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