Fünfter Nachtrag zu: „Die wichtigsten Häfen Chinas“.
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Talienwan-Bucht. !)
Nach Notice to Mariners No. 1281, Washington 1901.
Dalni (Seite 242 des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“) heifst
die im Bau befindliche Stadt im innersten Theile der Victoria-Bucht an der
Südwestseite der Talienwan-Bucht. Dalni soll nur Handelsplatz werden; Be-
festigungen sind nicht geplant. Vorläufig sind erst einige Verwaltungsgebäude
fertig; Geschäftsverkehr ist noch nicht im Gange. Der Hafen wird ausgebaggert.
Zwei etwa 1 Sm lange Dämme sollen ein Hafenbecken einschliefsen, wo Handels-
schiffe längeseits der Dämme löschen und laden sollen. Ein Wellenbrecher
liegt vor den Köpfen der Dämme. Ein steinernes Trockendock ist im Bau
und soll 1902 fertig werden; es wird 110 m lang, 9 m am Boden breit und soll
5,5 m Wassertiefe über der Schwelle bei Hochwasser haben. Ein gröfseres
zweites Dock soll 1902 gebaut werden; dieses, ebenfalls aus Stein, soll 213 m
lang und 23 m breit werden und soll bei Hochwasser 9m Wassertiefe über der
Schwelle haben. Lebensmittel und andere Bedürfnisse sind vorläufig in Dalni
noch nicht zu haben; sie müssen von dem etwa 40 Sm entfernten Port Arthur
oder von Tschifu hergeschafft werden. Maschinenwerkstätten, Eisengiefsereien
and Schmiedewerkstätten sollen innerhalb der T’rockendocks angelegt und so aus-
gerüstet werden, dafs sie jede Art von Ausbesserarbeiten an den gröfsten Schiffen
ausführen können. Die Grundmauern einiger dieser Gebäude stehen schon.
Lootsenhülfe ist zum Einlaufen in den Hafen nicht erforderlich, KEine russische
Dampferlinie (vgl. unter Port Arthur) läuft den Hafen demnächst an.
Port Arthur,
Dampferlinien und Telegraphenkabel (Seite 243 des Handbuches „Die
wichtigsten Häfen Chinas“). Die Dampfschiffahrtsgesellschaft der Ostchinesischen
Bahn eröffnete den Verkehr zwischen Port Arthur, Nagasaki und Wladiwostok,
In Aussicht genommen ist die Linie Port Arthur—Tschifu—Talienwan (Dalni).
Telegraphenkabel zwischen Port Arthur und Tschifu ist im Betrieb.
Tschimulpo.
Reisebericht S. M. S. „Tiger“, Kommandant K-Kapt, v. Mittelstaedt, vom 10, Juli 1901,
(Hierzu Tafel 38 mit 5 Vertonungen.)
Ansteuerung (Seite 243 des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“).
Die Salge-Mündung wurde von der Staunton-Insel mit Kurs Ost, welcher mitten
zwischen den Clifford- und Ferrieres-Inseln hindurch führt, angesteuert. Die
Ost-Clifford-Insel, die höchste der 3 Inseln, wurde auf eine Entfernung von 27 Sm
gesichtet. Während der Durchquerung des Gelben Meeres wurde ein Strom von
rw. N36°W 0,5 Sm die Stunde festgetellt. Im Allgemeinen verlief die An-
steuerung so, wie sie die deutsche Segelanweisung angiebt. Folgende Punkte
sind noch besonders zu erwähnen. Auf 36° 51,9 N-Br und 125° 7,0‘ O-Lg
wurde die Insel Seuntscheuptau in einer Entfernung von 42 Sm gesichtet. In
der Position 36° 53,3‘ N-Br, 125° 19,3‘ O-Lg wurde Ansicht A und in 36° 53,6‘
N-Br, 125° 20,5‘ O-Lg Ansicht B gezeichnet. In der deutschen Segelanweisung
ist die Insel Schopaiul als Ansteuerungsmarke empfohlen, sie kommt aber bei
klarem Wetter erst bedeutend später wie die viel höhere Insel Seuntscheuptau
in Sicht. Es sei hier auch noch einmal bemerkt, dafs die höchste Spitze der
Insel Schopaiul im südöstlichen Theil der Insel liegt, es ist dies schon in der
deutschen Segelanweisung angegeben, in der Karte ist jedoch der höchste Punkt
der Insel im nordwestlichen Theil angegeben. was bei Peilungen zu Irrthum
Veranlassung sein kann.
Einsteuerung durch den Ostpafs (Seite 246 des Handbuches „Die wich-
tigsten Häfen Chinas“). Von der Mündung wurde mit Kurs 0'4S in den Flufs
hineingesteuert, bis Pangulsyom N!4O peilte. Der Fluthstrom setzte stark
nördlich. Von hier aus wurde NOz0'/20 gesteuert und im weiteren Verlauf der
Fahrt die Osteinfahrt von Tschimulpo benutzt. Die inzwischen einsetzende Ebbe
versetzte das Schiff nach S30°W 1 Sm die Stunde, so dafs, um Baker-Insel an
B. B.-Seite gut klar zu bekommen, ONO und OzN gesteuert wurde, bis Warren-
)y Engl. Adm.-Karte No. 1798.