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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde von Neuguinea 
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7,2 m in ungefähr 3 Sm Entfernung vom Lande ab. Mit verlangsamter Fahrt 
steuert man dann Ost, indem man sich auf 9m Tiefe hält. Man sieht in dieser 
Entfernung überall an der Küste Brandung und passirt die Mündungen zweier 
Flüsse, die vermuthlich Seitenarme des Mamberonmo sind. Aus der hohen Brandung 
vor den Mündungen kann wohl geschlossen werden, da(s die Einfahrten seicht sind. 
Sobald. die: Mündung des grofsen Flusses in Sicht kommt, wird die Tiefe 
gröfser und schwankt ungefähr 2,5 Sm vom Lande bis zu 36 m. Die Einfahrt 
des Mamberonmo öffnet sich dann allmählich. Wenn man auf dem bisherigen 
Kurs im Osten weniger Tiefe findet, hat man die Einfahrt des Flusses passirt. 
Der „Camphuys“, welcher zu weit nach Osten gekommen war, dampfte nach 
Westen zurück, bis er 30,6 m lothete, und steuerte dann auf die Kinfahrt 
zu, wobei stets mehr als 18 m gelothet wurde. Auf der Barre des Flusses 
nahm die Tiefe bis zu 9m ab. 
Die Mündung des Mamberonmo-Flusses. Bei einer Untersuchung dieser 
Mündung wurde das Fahrwasser durch Verankerung eines rothen Oxhoftes an 
St. B. des einlaufenden Schiffes gekennzeichnet. Das Oxhoft hat als Toppzeichen 
einen Korb und liegt in der Peilung: Westhuk des Flusses S6°W, 2,5 Sın. 
Seit der Aufnahme im Jahre 1884 scheint sich wenig oder nichts ver- 
ändert zu haben. Die Bank unter dem rechten Ufer hat noch dieselbe Aus- 
dehnung, welche die Karte giebt, und die Tiefe auf der Bank nimmt von 9m 
bis zu 1,8 m ab. An dem linken Ufer, dicht bei der Huk und unmittelbar in 
der Brandung, sind 5,4 m Wasser. In der Mündung des Flusses läuft ein Strom 
von ungefähr 3 Sm Geschwindigkeit, und das Wasser fließt stets nach aufsen, 
Während der Fluth ist indessen die Stromgeschwindigkeit etwas geringer, und 
das Wasser steigt 0,3 bis 0,6m. Der Flufs ist in der Mündung nicht so breit, 
dafs man unter Dampf umdrehen kann; man mufs dies mit Hülfe eines Achter- 
warps bewerkstelligen. 
Segelanweisung. Nach den oben angeführten Untersuchungen findet man 
beim Einkoumen das beste Fahrwasser, wenn man die am rechten Ufer, eben 
südlich von Teba, gelegene Huk und die Westhuk des Flusses ineinander behält. 
Man passirt dann das Öxhoft au St. B. in ungefähr 200 m Abstand, während der 
Eingang zum Flufs noch nicht zu sehen ist. Nähert man sich der Westhuk, an 
der Brandung steht, so hält man sich allmählich etwas südlicher. Der Flufs 
öffnet sich alsdann, und man lothet 16,2 m, bis man in den Fluß kommt, auf 
dessen Barre 9m Wasser sind. Man dampft nun am linken Ufer weiter, wobei 
die Tiefe wieder auf 10,8 m bis 12,6 m wächst, und fährt dann hinüber nach dem 
rechten Ufer, wo man vor dem Kampung Teba in 9m ankern kann. 
Längs des rechten Ufers eindampfend, wurde nach dem Passiren der 
kleinen Bauk 7,2 m bis dicht an Land gelothet. . 
Beim Verlassen des Flusses, um nach Osten zu gehen, erhielt man in der 
oben gegebenen Leitmarke, 3 Sm vom Lande, mit 108 m keinen Grund. Kaum 
wurde aber, und zwar aufserhalb des Kanals, Ost gesteuert, so betrug die Tiefe 
sofort wieder nur 12,6 m. Es ist daher rathsam, sich 5 Sm vom Lande zu ent- 
fernen, ehe man den Kurs ändert. 
Kampung Teba. Die Nieuw-Guinea Maatschappij (Neuguinea-Gesellschaft) 
errichtete im April 1599 ein Toko (zeitweilige Niederlassung, z. B. für Jäger) in 
dem damals verlassenen Kampung Teba, und gegenwärtig haben sich etwa 
30 Papuas” dort angesiedelt. Die Gesellschaft hatte gleichzeitig 20 Jäger hin- 
gesandt. Da jedoch der Grund an der Küste sehr morastig ist, lieferte die Jagd 
in dem beschwerlichen Gelände so wenig Beute, dafs der Toko schlechte Geschäfte 
machte und wieder abgebrochen wird. Die Jäger verziehen nach Djamna. 
Der Flufs bis Pauwi. Die Dampfschaluppe führte eine Fahrt stromauf- 
wärts aus, um den Lauf und die Tiefe des Flusses zu untersuchen und die Er- 
gebnisse mit der Karte zu vergleichen. Das Fahrzeug dampfte unter den Huken, 
wo der geringste Gegenstrom zu erwarten war. Ueberall ist tiefes Wasser bis 
5,4 m und darüber dicht am Lande, und es scheint, dafs der Flufs bis zu der 
Loman-Insel denselben Lauf behalten hat. 
Die Loman-Insel selbst existirt als solche nicht mehr, sie hängt jetzt mit 
dem linken Ufer zusammen. Das kleine Inselchen am rechten Ufer ist ver- 
schwunden, und das Fahrwasser liegt jetzt zwischen dem rechten Ufer und der 
Stelle, wo früher die Loman-Insel lag.
	        
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