34 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901.
traten nur ganz vereinzelt geringfügige Niederschläge, an der Ostsee nur in
Kiel, an der Nordsee nur in Norddeich und Helgoland auf.‘ Sehr ergiebige,
in 24 Stunden 20,0 mm überschreitende Niederschläge wurden am 2. in Pillau
(23), am 14. auf Wangeroog (20), in Brake (30), Hamburg (22) und Friedrichsort
(22), am 17, in Neufahrwasser (33) und am 18. in Friedrichsort (20) beobachtet.
(Gewitter traten nirgends auf. Ausgebreiteter Nebel war selten und herrschte in aus-
gedehntem Gebiete und mit sonst heiterem Wetter abwechselnd nur am 26. an der
Nordsee, am 27. an der westlichen Ostsee, am 28. von der schleswig-holsteinschen
bis zur pommerschen Küste, am 29. an der ganzen Küste und am 30, ostwärts
bis Mecklenburg.
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 geschätzte Be-
wölkung in Mittel aus den drei Terminbeobachtungen kleiner als 6 war,
charakterisirte sich über größerem Gebiete der 3. ostwärts bis zur Oder, der 4
an der Nordsee, der 8, und 9, an der mittleren Ostsee, der 1l. an der preufsischen
Küste, der 12. an der ganzen Küste, der 13. und 19. an der Nordsee, der 20. an
der mittleren Ostsee, der 21. bis 25. an der ganzen Küste, der 26, und 27. an
der Ostsee, der 28, und 29. an der ganzen Küste und der 30. ostwärts bis
zur Oder.
Zu Anfang des Monats lag die Küste im Bereiche eines Minimums, das
durch ein vom Özean ostwärts vordringendes Hochdruckgebiet von Schottland
nach der mittleren Ostsee gedrängt worden war und weiterhin nach dem Innern
Russlands schritt. Im Gebiete der Depression herrschte am 1. und 2. regnerisches
Wetter an der ganzen Küste, und am 1. wehten die Winde ıreist steif und theil-
weise stürmisch aus dem Nordwestquadranten. Das Hochdruckgebiet schritt
rasch ostwärts und lag zeitweise südwärts bis über die Alpen ausgebreitet; bis
zum 12. blieb die Küste fast beständig in seinem Bereiche. Mit seinem Fort-
schreiten hörten die Regenfälle an der Nordseeküste auf und traten am 3. bis 6.
wie am 8. und 9. nur noch an mehr oder weniger beschränkten Gebieten der
Ostseeküste auf; als der Kern höchsten Druckes am 4. das norwegische Meer
erreicht hatte, waren die Winde an der Küste über Nord bis Ost gedreht und
erhielten sich in der Folge bis zum 14. aus östlichen Richtungen. Eine über dem
Ozean lagernde Depression gewann nur am 10. und 11. Einflufs über die Nord-
seeküste, wo Theilminima an diesen Tagen Regen herbeiführten.
Vom 138. bis 18. lag die Küste meist im Bereiche von Depressionen. Ein
am 138. bis 16. von Böhmen über Nordwestdeutschland nach dem Skagerrak
Aringendes Minimum rief auf seiner Vorderseite am 14. an der Küste vielfach
steife Winde aus dem Nordostquadranten hervor; Regenfälle traten zuerst am
13. auf Rügen und in seiner Umgebung auf, breiteten sich am 14. über die ganze
Küste aus und erhielten sich an der Nordsee und westlichen Ostsee bis zum 18,
Ein am 17. von Polen nach der südlichen Ostsee wanderndes Theilminimum
brachte dem Osten der Küste am 17. und 18. Regenfälle, während ein am 17.
bis 19. von England her längs der Küste fortschreitender Ausläufer einer mit
ihrem Centrum im Nordwesten über dem Ozean lagernden Depression zunächst
an der westdeutschen, am 19. noch an der preufsischen Küste Niederschläge
herbeiführte; in seinem Gefolge traten am 18. ostwärts bis Rügen vielfach
stürmische Winde aus dem Nordwestquadranten auf.
Ein am 18. von der Biscayasee über Frankreich und am 19. bis Nord-
österreich vordringendes Hochdruckgebiet führte einen Wetiterumschlag herbei.
Vom 19. bis 25. bedeckte hoher Druck, mit einem Maximum über Nordost- oder
Osteuropa die Osthälfte Europas, während eine Depression vom Ozean aus mit
wenig wechselnder Erstreckung über die Westhälfte ausgebreitet blieb. Bei
leichten Winden aus dem Südostquadranten herrschte trockenes und seit dem 21.
an der ganzen Küste heiteres Wetter, das die höchsten Temperaturen des
Monats im Gefolge hatte,
Bin am 26. von der Biscayasee nach der Mitte Kontinentaleuropas
schreitendes neues Maximum, das sich allmählich über ganz Europa ausbreitete
und seinen Kern langsam ostwärts nach Südrussland verlagerte, führte an der
westdeutschen Küste zunächst Winde aus westlichen Richtungen herbei; das
Wetter blieb dauernd trocken und ruhig, charakterisirte sich aber neben geringer
Bewölkung durch häufigen Nebel.