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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

3jöstrands Signalloth (Unterseeische Schildwache). 
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Während das Seil abläuft, bewegt sich der Zeiger aus der Nulllage und giebt, 
wenn das Seil angehalten wird, in Meter die vertikale Tiefe des Drachens an, 
vom Kurbelapparat ab gemessen. 
Das Herunterlassen des Drachens setzt voraus, dafs zuerst die 
Schiffsgeschwindigkeit auf 5 Knoten oder noch weniger reducirt ist; dann fafßt 
man den Drachen bei Z (Fig. 2) mit der rechten Hand an und ‚wickelt durch 
Drehung der Kurbelwelle, bezw. der damit verbundenen Trommel, das Seil bis 
auf ein paar Meter ab, läfst dann den Drachen hinunter und regulirt durch die 
Bremse das langsame Ablaufen des Seiles. Wenn der Zeiger die gewünschte 
Tiefe angiebt, wird das Seil festgebremst. Die eben beschriebene Manipulation 
kann bequem durch einen Mann ausgeführt werden. 
Zu berücksichtigen ist: 1. daß die Skala die vertikale Tiefe. vom 
Kurbelapparat ab gemessen angiebt; man mufßs daher stets die Höhe 
zwischen Apparat und Wasserfläche von der auf der Skala angegebenen Tiefe 
abziehen, um die wahre Wassertiefe zu bekommen; 
2. daß die Geschwindigkeit des Schiffes auf 5 bezw. noch weniger Knoten 
reducirt werden muß beim Auswerfen des Drachens; nachher kann jede be- 
liebige Geschwindigkeit bis zu 15 Knoten gewählt werden; 
3. dafs die Maschine einige Sekunden abgestellt wird, wenn der Drache 
beim Heranholen die Schiffsschraube passirt, weil letztere sonst leicht den 
Drachen abreifsen kann. Schott. 
Die Bestimmung von Ortszeit und Azimut aus gleichen Sonnenhöhen. 
Von Dr. C. Schrader, 
Das „Nautische Jahrbuch von 1903 u. s. w.“ enthält auf Seite II eines 
jeden Monats einige auch aus anderen Gründen neu eingeführte Werthe, welche 
in sehr bequemer Weise für die Berechnung der Ortszeit und des Azimuts aus 
gleichen Sonnenhöhen gebraucht werden können, 
Bei der gewöhnlichen Bestimmung der Ortszeit aus Gestirnshöhen handelt 
es sich um die Aufgabe, in dem sphärischen Dreieck Zenit — Pol — Gestirn 
aus den drei Seiten Breitenkomplement, Poldistanz und Zenitdistanz den Stunden- 
winkel zu finden. Hat das beobachtete Gestirn keine Eigenbewegung, so wird 
dieselbe wahre Höhe östlich und westlich vom Meridian in denselben Stunden- 
winkeln erreicht, so dafs das Mittel der Beobachtungszeiten gleich der Meridian- 
durchgangszeit oder gleich der als Ortssternzeit aufgefafsten geraden Aufsteigung 
des Gestirns ist, wobei außerdem ein gleichmäfsiger Uhrgang vollständig 
herausfällt. 
Man kann also mit einem Instrumente, welches für Unveränderlichkeit 
eines Winkels Gewähr bietet, auch ohne den absoluten Werth desselben zu 
kennen, genauere Zeitbestimmungen machen. 
Aendert sich aber in der Zwischenzeit der Ort des Gestirns, so geht die 
Aenderung in gerader Aufsteigung Aa voll in den zweiten Stundenwinkel ein. 
Gleichwohl kommt sie im Mittel bei einer der Zeit proportionalen gleich- 
mäßigen Aenderung nicht zum Ausdruck, wenn man die gerade Aufsteigung des 
Gestirns zur Zeit des eingeschlossenen oberen oder unteren Meridiandurchganges 
zu Grunde legt, 
Bei der Sonne können durch die ungleichmäfsige Aenderung der Zeit- 
gleichung noch Fehler übrig bleiben, welche zur Zeit der Wendepunkte der Zeit- 
gleichungskurve einige Hundertstel Zeitsekunden (bei grofsen Zwischenzeiten selbst 
bis zu 0,05°) betragen. 
Der Einflufs der Aenderunz in Abweichung Ad auf den zweiten Stunden- 
winkel kann entweder durch Differenzirung der Gleichung, welche zwischen den 
Werthen #dh und t besteht, nach d und t, oder durch rein geometrische Be- 
trachtungen des Fehlerdreiecks‘ gefunden werden, 
Das Ergebnifs dieser Untersuchungen bildet die Gleichung: 
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It =— 40 er. 6%).
	        
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