Sjöstrands Signalloth (Unterseeische Schildwache),
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Sjöstrands Signalloth (Unterseeische Schildwache).
(Mit 2 Textfignren.)
Am 3. August d, J. wurde auf der Unterelbe einer Reihe von Interessenten
durch den Erfinder Herrn Sjöstrand aus Stockholm. ein Apparat in Thätigkeit
und mit Erfolg vorgeführt, welcher in ähnlicher Weise und nach demselben
Princip wie die früher mehrfach beschriebene „submarine sentry“ ein Schiff
automatisch vor Gefahren, speciell vor zu geringer Wassertiefe, warnen soll.
Indem wir auf die näheren Mittheilungen, welche über die ältere Erfindung
des Engländers Samuel James in dieser Zeitschrift seiner Zeit gemacht worden
sind, !‘) hinweisen, wollen wir doch nicht unterlassen, das Wichtigste der neuen
Form dieses unterseeischen Drachens anzugeben, da die Jamessche Form trotz
der zahlreichen seiner Zeit eingelaufenen günstigen Gutachten keinen allgemeineren
Eingang gefunden zu haben scheint und somit hei der zweifellosen Nützlichkeit
eines solchen Instrumentes die Hoffnung besteht, dafs die neue Sjöstrandsche
Form sich einbürgert; jedenfalls verdient sie eine genaue umfassende Erprobung
unter verschiedenen Verhältnissen auf See an Bord deutscher Fahrzeuge.
Vorweg seinoch bemerkt, dals das Patent auf das Sjöstrandsche
Signalloth für Deutschland u. .s. w. durch Leonhardt und Heeckt in
Hamburg, Grofse Bäckerstrafse No. 12, vertreten wird und das In-
strument daselbst, einschlicfslich allen Zubehörs, zum Preise von 400.
zu beziehen ist. ;
Aus der schwedischen Originalbeschreibung entnehmen wir u. A. folgende
Angaben:
Um ein Schiff automatisch und sofort gegen das Aufrennen auf Land zu
sichern, wird ein an einem dünnen Drahtseil befestigter sogenannter Wasserdrache
verwendet, welcher bei verschiedenen Geschwindigkeiten des Schiffes, mit der-
selben Drahtseillänge, auf einer konstanten Tiefe bleibt und beim Aufstofsen auf
den Boden sofort ein auf dem Schiffe angebrachtes Läutewerk einschaltet.
Der Wasserdrache besteht hauptsächlich aus einem Blech, welches bei der
Bewegung des Schiffes infolge seiner geneigten Stellung auf eine bestimmte Tiefe
in das Wasser hineingeht, wobei das Drahtseil in einer Kurve mitgezogen wird.
Es ist also in der Hauptsache nicht das Eigengewicht, das den Drachen während
der Fahrt in der Tiefe hält; derselbe ist im Gegentheil so leicht wie möglich
gebaut, nur 7,5 kg schwer, und besteht theilweise aus Aluminium.
Der Drache kann auf jede beliebige Tiefe bis zu 62 m eingestellt werden
und kann selbstverständlich so lange wie man wünscht mitgeschleppt werden,
Sollte er auf einen Gegenstand stofsen, so kuppelt er sich sofort los, die
Spannung im Drahtseil hört auf, und das Läutewerk wird hierdurch auf
mechanischem Wege in Betrieb gesetzt. Nach dem Loskuppeln geht der Drache
sofort zur Wasseroberfläche hinauf,
Die vertikale Tiefe, auf welche sich der Drache einstellt, nach-
dem eine gewisse Länge des Drahtseiles abgewickelt ist, wird nicht
verändert, wenn die Geschwindigkeit des Schiffes zwischen 3 und
15 Knoten variirt; die Tiefe kann man zu jeder Zeit auf einer an dem Kurbel-
apparate angebrachten Skala ablesen, I:t die Geschwindigkeit des Schiffes unter
3 Knoten, so sinkt der Drache infolge seiner eigenen Schwere etwas tiefer; bei
kleineren Tiefen ist diese Senkung jedoch unbedeutend.
- Als typisches Beispiel für die Verwendung des Signallothes sei angenommen,
dafs ein Schiff im Nebel einer Wasserstrafse folgen soll, in welcher, wie die
Seekarte ergiebt, das Schiff nur auf 40m Tiefe gegen Felsen und Riffe gesichert
ist. Man stellt dann den Drachen auf 40m Tiefe ein und kann sicher sein, das
Signal zu bekommen, sobald der Kurs verfehlt und die 40m -Strafßse über-
schritten ist.
-.2) „Ann, d. Hydr. etc.“, 1892, Seite 279. Vgl. auch „Prometheus“ 1892. No. 144: „Hansa“
1892. No. 14: „Revue maritime“, Band 110, Seite 410, u. 8. w