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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde von Westafrika, 
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tiefblau, das Volta-Wasser hellgrün. Die Seewassertemperatur an der Oberfläche 
war 24,6° C. und der Salzgehalt 1,0240, während die Volta - Wassertemperatur 
23,6° C. und dessen Salzgebalt 1,0237 war. In der Tiefe wurde bei beiden 
Beobachtungen kein Unterschied gefunden. 
Die Stromversetzung zwischen dem Kap St. Paul und dem Kap Three 
Points war N 18° W, 11,3 Sm, vom 18. bis 19. S66°O, 33,3 Sm, vom 19. bis 20. 
N75°0, 34,6 Sm, vom 20. bis 21. N 73°O0, 36 Sm, vom 21. bis 22. S69,4°O, 
29,0 Sm, und vom 22. bis 23. für 20 Stunden S68°0, 15,4 Sm. 
Am 24. Juni vormittags wurde in Freetown vermoort, St. B.-Anker nach 
See, 75 m Kette, B. B.-Anker gegen Fluß, 125m Kette, 27 m Wassertiefe, Grund: 
Schlick und Steine. Ankerpeilung: Kathedrale SS0'40, Falcon Bridge Pt. 0SO. 
Freetown—Monrovia, Von Freetown ging S. M. S. „Habicht“ am 2. Juli 
nach Monrovia in See. Die St. Anns- Untiefen wurden gut frei gerundet und 
zuerst zwei- dann dreistündlich gelothet. Alle Lothungen entsprachen der Kurs- 
linie und Karte. 
Die Stromversetzung vom 2. zum 3. Juli war N 15°O0, 16,9 Sm. 
Am 4. Juli 7" 10” a wurde auf der Rhede von Monrovia geankert in der 
Peilung: Monrovia - Leuchtthurm S!'4W, Kirche 550%s0. In der Regenzeit ist 
ein Ankerplatz nahe der Einfahrt in die Lagune mehr zu empfehlen. . 
Am Leuchtthurme von Monrovia wird noch gearbeitet; wann dort ein 
brauchbares Feuer brennen wird, ist nicht abzusehen. Es wird noch lange dauern, 
wenn nicht von irgend einer intercssirten Seite, z. B. den regelmäfsig anlaufenden 
Dampferlinien, pckuniäre Hülle geleistet wird. Während der Anwesenheit 
S. M. S. „Habicht“ brannte abends neben dem Leuchtthurme eine weifse Laterne, 
die etwa 2 Sm weit zu sehen war. Die Laterne ging während der Nacht jedes- 
mal aus und wurde nicht wieder angezündet. 
Der Mast des Wracks des monrovianischen Kanonenbootes „Rorktown“ 
ragt noch aus dem Wasser hervor und kennzeichnet die Lage dieses Wracks. 
Beleuchtet wird der Mast nachts nicht. Sonst wird das Wrack durch keinerlei 
Seezeichen markirt. 
Monrovia—Sinu. Am 7. Juli ging S. M. S. „Habicht“ 11*a ankerauf und 
zum Besuche von Sinu in See. Am 8. Juli 2" 25" p wurde vor Sinu geankert 
auf 17 m Wasser mit 60 m Kette; Grund: brauner Sand. Ankerpeilung: Süd- 
point S0z0%40, Nordpoint ONO%/0. Dieser Ankerplatz entspricht den Angaben 
der Segelanweisung und war gut. Vom Ankerplatze aus wurde eine Vertonung 
von Sinu aufgenommen (siehe Tafel 35). - In Sinu ist ein Landen mit Kriegs- 
schiffsbooten ohne Lootsen nicht anzurathen. Lootsen für Boote sind zu be- 
kommen. Mit dem Lande kann signalisirt werden; zwei Signalmasten sind vor- 
handen. Koblen sind nicht vorhanden; Proviant (Ochsen, Ziegen, Geflügel) in 
geringer Menge. 
Dampfer der Woermann- und der Elder Dempster- Linie laufen Sinu 
regelmäfsig an. 
Sinu—Aecera. Von Sinu wurde von 8 Uhr abends am 8, Juli Kurs Jängs 
der Küste nach Kap Palmas gesteuert und weiter, wie die Wegekarte angiebt. 
Der Strom setzte vom 9. zum 10. Juli rw. N 52,5°O0, 55,1 Sm, vom 10. bis 
11. Juli N 67,7°O, 26,4 Sm. Am 11. Juli abends 7" 43" kam das Feuer von Accra 
in NO’/20O in Sicht und wurde mit Hülfe des Feuers auf den Ankerplatz ge- 
steuert. 9" 15” p wurde mit 60 m Kette auf 18 m Wasser in der Ankerpeilung: 
Accra-Feuer N!2W, 2 Sm Abstand, geankert; Grund: fester Sand. 
‚Das Zeitsignal (Schufs und Flagge) in Accra wurde am folgenden Tage 
beobachtet. Dasselbe war um fast eine Minute falsch. Durch Nachfrage an’ Land 
wurde festgestellt, dafs das Signal durchaus unzuverlässig und zur Chronometer- 
kontrole ungeeignet ist. 
Acera—Lome. In Accra wurde am 12. Juli abends 7 Uhr Anker gelichtet 
und dann nach Lome gedampft. Der Schein des Feuers von St. Paul kam schon 
auf etwa 16 Sm Abstand davon in Sicht. Die Pausen zwischen den einzelnen 
Blinken waren ungleich lang; die Angaben des Leuchtfeuer - Verzeichnisses, die 
Pausen betreffend, stimmen. Die Lage des Feuers ist, wie schon berichtet, falsch 
angegeben. Die Beobachtung, daß das Feuer nahe Tegbeh liegt, wurde in Lome 
von Deutschen, die bei dem Feuerthurme gewesen waren, bestätigt.
	        
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