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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die: Punget-Sund-Häfen. 
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Port Gamble wegen der häufigen stürmischen Böen im Winter aber nicht. Wir 
holten mit gutem Wetter 2* nachmittags auf die Bank. Da hier auch keine Vor- 
richtung ist, um ein Schiff fest zu machen, liefen wir den St. B.-Anker fallen 
and steckten 30 Faden Kette aus, während an B. B. vorn und hinten sechszöllige 
Manilaleinen an starken Tannen befestigt und das Schiff mittels dieser an die 
Bank herangeholt wurde. Wir kamen nun an einer guten Stelle trocken und 
machten die St. B.-Seite rein. Es blieb nur ca 1 Fufs Wasser beim Schiff, doch 
konnten wir leider des unaufhörlichen Regens wegen keine Farbe anbringen, 
Soweit war Alles gut gegangen; das Schiff lag schon wieder fest und üher 
die andere Seite getrimmt, und wir machten Alles fertig, um auch die B, B.-Seite 
zu reinigen, als plötzlich eine stürmische Böe aus südöstlicher Richtung einsetzte, 
wodurch die vorderste Manilatrosse zerrifs; der Kopf des Schiffes schlug infolge 
dessen herum, und wir liefen von der Bank herunter, als wenn ein Schiff vom 
Stapel läuft. Der sofort ausgeworfene B. B.-Anker brachte das Schiff zwar bald 
zum Stehen, doch da das schlechte und unruhige Wetter in den nächsten Tagen 
noch anhielt, habe ich von weiteren Experimenten abgesehen und die B. B.-Seite 
mit Schrapern auf langen Stielen von oben so gut wie möglich gereinigt und es 
damit bewenden lassen. 
Am 22. Dezember holten wir die „Anutigone“ nach dem Ladeplatz und 
machten das Schiff dort fest. Diese Arbeit nahm beinahe den ganzen "Tag in 
Anspruch, weil keine Vorrichtungen vorhanden sind, um ein Schiff zu befestigen. 
Es mufsten allerhand Manöver gemacht werden, um während der häufig auf- 
tretenden südöstlichen Stürme auch sicher liegen zu können, 
Da wir durch die Bugpforten laden, liegt das Schiff selbstverständlich mit 
dem Kopf nach der Werft hin und kann dort leicht ‚festgemacht werden, aber 
hinten, von wo der bauptsächlichste Wind herkommt, ist dieses schwieriger, da 
die Vertäuanker allein nicht halten würden. Wir ließen daher ca 75 Faden von 
der Werft entfernt den St. B.-Buganker fallen, nahmen dann unsere schwere 
Schlepptrosse, ein neues Stahltau, von hinten aus, befestigten diese an der Bug- 
ankerkette und drehten dann das Schiff herum, 80 dafs das Heck nach dem Bug- 
anker zu liegen kam. Der gröfseren Sicherheit wegen liefs ich dann auch noch 
den schweren Vertäuanker mit 75 Faden Kette hinten ausbringen. 
Diese Vorsichtsmafsregeln erwiesen sich als nicht überflüssig, denn wir 
hatten mehrmals heftige Schneestürme aus südöstlicher Richtung zu bestehen, 
welche so viel Seegang in der Bucht erzeugten, dafs die Bugpforten geschlossen 
werden mufsten. 
Am 12. Januar hatten wir 524 000 laufende Fufs Balken und Deckplanken 
an Bord und traten nachmittags am 13. bei Sturm aus östlicher Richtung mit 
Hülfe des Schleppers „Scalion“ die Reise nach Port Blakely an, um dort die 
Ladung zu vervollständigen. So wie wir uns diesem ausgezeichneten Hafen 
näherten, wurde der Wind flauer, und im Hafen selbst wehte nur eine leichte 
Briese. Port Blakely steht mit Recht in dem Ruf, der beste von allen Sundhäfen 
zu sein, und kann nicht genug empfohlen werden, Ich habe bereits dreimal, und 
immer im Winter, eine Holzladung hier eingenommen und den Wind noch nie 
stärker angetroffen, als höchstens 4 bis 5 der Beaufort-Skala, auch wenn draufsen 
die schwersten Stürme wehten. Die ganze Bucht ist nämlich von hohen Tannen 
eingeschlossen, die dem Winde keinen Zutritt gestatten, 
Nachdem wir hier den Rest der Ladung eingenommen und in Port Townsend 
ausklarirt batten, wurde vom ‚letzten Platze aus am 7. Februar 1901 die Heim- 
reise nach Hamburg angetreten. Die ganze Ladung bestand aus 1 125 000 laufenden 
Fufs Holz, wovon 111000 Fufs an Deck verstaut waren. 
Die Schleppdampfer der „Puget Sound Tugboat Company“ sind 
kenntlich an einem schwarzen Schornstein, weißem Steuerhäuschen und einem 
weißen Streifen um das Schiff herum. Durch folgende Signale mit der Dampf- 
pfeife dirigiren sie die von ihnen geschleppten Schiffe: 
a) Bei Nebel: 
Ein Von . . . „00 
Zwei Töne . .0.000000 4 04 
Ein langer und zwei kurze Töne, . 
Backbord-Ruder. 
Steuerbord-Ruder. 
Nebelsignal.
	        
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