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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

496 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901. 
Holz wird mit Dampfwinde über das Hinterdeck hinweg und in die grofse 
Luke geleitet. 
Die Schiffsunkosten sind hoch, besonders für Stauen der Ladung wie auch 
an Kommissionen. Kapt. Höckelmann zahlte an Stauerlohn $ 1,30 für 
1000 laufende engl. Fuß Planken. Schiffe mit Holzpforten zahlen 10 bis 
20 ctis. weniger. 
Kapt. Teschner vom deutschen Vollschiffe „Pera“ berichtet unter dem 
24. Juni 1900: „In Port Blakely ist der Ankerplatz nur klein und der Grund 
schlecht. Die meisten Schiffe müssen daher aufserhalb des eigentlichen Hafens 
ankern und kommen dort bei der geringsten frischen Briese ins Treiben. Man 
mufßs deshalb sogleich den zweiten Anker fallen lassen, weil auch hier nicht viel 
Raum ist, um Kette stecken zu können.“ 
Ausrüstung. Sämmtlichen Proviant kann man zu mäfsigen Preisen von 
der Mühlengesellschaft erhalten. Die Sägemühle von Blakely ist die gröfste am 
ganzen Puget-Sunde. Mit dem gegenüberliegenden Seattle stand der Ort 1896 
zweimal täglich durch einen kleinen Personen- und Frachtdampfer in Verbindung. 
Seattle”) liegt, wie bereits erwähnt, gegenüber von Port Blakely an der 
Ostseite des Puget-Sundes an der dort abzweigenden Duwamish-Bucht. 
Die Bucht ist in der Einfahrt bei Duwamish Head etwa 2 Sm weit 
und von hier an in SOzS-Richtung etwa 3 Sm tief. Ihre untere Hälfte ist 
zwischen den beiderseitigen hohen Ufern tief, doch nimmt die Wassertiefe von 
der Einfahrt an, wo sie rund 150 m beträgt, nach innen zu allmählich bis auf 
rund 50 m vor der Mitte der Stadt ab und flacht dann plötzlich ganz an, so dafs 
die obere Hälfte der Bucht bei Niedrigwasser trocken liegt. Diese ausgedehnte 
Schlickbank ist aus den Ablagerungen der Senkstoffe des in die obere Ecke der 
Bucht mündenden Duwamish-Flusses entstanden. 
Die Stadt liegt unmittelbar an der Nordostseite der Duwamish-Bucht, wo 
das Land hügelig und hoch ist. Nur der Strand, auf dem auch die Eisenbahn 
vor der Stadt vorüberführt, ist niedrig. Sie ist ein im raschen Aufblühen be- 
findlicher Handelsplatz von voraussichtlich grofser Zukunft. Im Jahre 1850 hatte 
sie 3533 Einwohner, im Jahre 1889 26 740, und im Jahre 1900 betrug diese Zahl 
einschließlich der Bewohner der Vororte nach Schätzung bereits 84500, unter 
denen sich etwa 5000 Deutsche befinden. 
Es giebt am Orte bedeutende industrielle Anlagen, wie Brauereien, Mühlen, 
Schuhfabriken, Maschinenfabriken, Eisengiefsereien, ferner große Handelshäuser, 
viele Banken, eine Universität, öffentliche Gebäude, elektrische Beleuchtung u.dgl.m. 
Die Hafenanlagen befinden sich zum Theil recht vor der Stadt, zum 
Theil südwestlich davon auf dem angehöhten Watt. Es sind Landungs- 
brücken von verschiedener Gröfse und Bauart, die rechtwinklig vom Ufer aus 
über den flachen Strand hinausgebaut sind. Neue Anlagen sind im Bau. Schienen- 
geleise befinden sich überall am Hafen, doch sind die Anlagen nicht mit Krähnen 
versehen. Es soll jedoch ein Krahn von 75 t Hebekraft im Bau sein. Es giebt 
auch mehrere Getreideheber zur bequemen Verschiffung von Getreide. Die 
Wassertiefe an den verschiedenen Landungsstellen ist sehr verschieden, doch für 
alle Fälle, auch selbst für die gröfsten Schiffe, genügend. 
In der Bucht können die Schiffe irgendwo ankern, doch mulfs hierbei eine 
freie Durchfahrt für passirende Schiffe offen gelassen werden. 
Es ist eine Schiffswerft zum Bau stählerner und hölzerner Schiffe vor- 
handen, wo auch Maschinen jeder Art und Gröfse gebaut und reparirt werden, 
Mit derselben ist eine Patenthelling verbunden, deren Schlittenlänge etwa 
60 m beträgt, die Schiffe von 1000 t Gewicht und bis zu 4,0 m Tiefgang vorn 
und 4,9 m Tiefgang hinten aufnehmen kann. Aufserdem giebt es eine ganze 
Anzahl von kleineren Werften, Bootbauereien, Kesselschmieden, Eisengiefsereien 
und Maschinenfabriken. 
Die Hafenkosten sind verhältnifsmäfßsig gering, da eigentliche Abgaben 
nur für die Benutzung der Festmachetonnen zu zahlen sind, und zwar 10 $ für 
das Schiff. Die übrigen Unkosten für Löschen und Laden sind jedoch beträcht- 
lich. Für das Löschen des Ballastes wird gewöhnlich 45 cents die Tonne bezahlt, 
MW Brit. Adm.-Karte No. 1427: Seattle Harbour.
	        
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