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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Puget-Sund-Häfen, 
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Port Everett, ') auch Port Gardner genannt, liegt an‘ der Ostseite des 
Possession-Sundes, der sich südlich von der Whidbey-Insel in nördlicher 
Richtung vom Puget-Sunde abzweigt. Die Rhede liegt von Possession Point, dem 
Südende der Whidbey-Insel, etwa 8 Sm entfernt. Nach einem Bericht des Ka- 
pitäns P. F. Ohlsen von der deutschen Bark „Orbis“, datirt vom Mai 1892, heifst 
dieser Hafenort eigentlich West-Everett, da in nächster Nähe, jedoch an dem 
linken Ufer des Flusses Snohomish, noch die gleichnamigen Orte, Nord-, Ost- 
und Süd-Everett liegen. Da 
Der durch niedriges Marschland und zuletzt durch flaches Wattengebiet 
mündende Snohomish-Flufßs hat mehrere Arme und ist sebr flach. Die Wassertiefe 
in. ihm beträgt nur 1,8 bis 24 m bis zur Stadt Snohomish, die etwa. 14 Sm 
oberhalb der Mündung liegt. . | 
Landungsplatz. Seeschiffe löschen und laden an. der Landungsbrücke bei 
West-Everett, an der bei Niptide-Niedrigwasser 8,4 m Wasser steht. Der Grund 
daselbst ist weich. „Orbis“ lag quer vor dem Kopf der Brücke sehr bequem, 
doch nach Kapt. Ohlsen dürfte es sich im Winter, wenn häufig westliche Winde 
wehen, empfehlen, längsseit der Brücke zu liegen mit einem Buganker aus 
nach See zu. ; 
„Orbis“ löschte mittelst Dampfkrahn täglich 200 t Eisendraht. 
Port Blakely liegt etwa 20 Sm südlich vom Südende der Insel Whidbey 
an der Ostküste der Bainbridge-Insel, an der Westseite des Puget-Sundes, der 
Stadt Seattle gegenüber. Die etwa 1 Sm tief ins Land einschneidende Bucht 
liegt gegen alle Winde, mit Ausnahme der nordöstlichen, geschützt. Die noch 
fast 1 Sm weiter vorspringende südliche Huk an der Mündung, Restoration Point, 
schützt die Bucht gegen südliche Winde, und die in der Einfahrt liegende 
Blakely-Klippe, die etwa 2 Kblg. Ausdehnung hat und theils über, theils 
unter Wasser ist, schützt die innere Bucht auch theilweise gegen nordöst- 
liche Winde. 
Einfahrten. Die nördliche Einfahrt zur Bucht, die zwischen dem 
nördlichen Ufer und der Blakely - Klippe hindurchführt, ist innerhalb der 18 m- 
Grenze !/a Sm breit, In ihr steht über zähem Grunde 47 m Wasser, doch beträgt 
die Wassertiefe weiter nach aufsen, auf der Verbindung zwischen der Blakely- 
Klippe und dem sich von Wing Point in südlicher Richtung erstreckenden Riffe 
nur 16 m über Sandgrund. Diese gröfste Tiefe findet man in etwas mehr als 
1/a Sm Entfernung nördlich von der Blakely-Klippe. Alle vom Norden kommenden 
Schiffe bezutzen jedoch diese Einfahrt. 
Die südliche Einfahrt, zwischen der Blakely-Klippe und dem südlichen 
Ufer, hat überall tiefes Wasser und ist annähernd ebenfalls !/z Sm breit... In ihr 
beträgt die Wassertiefe über zähem Grunde 45 m. 
Ankerplätze. Der äufsere Ankerplatz befindet sich südöstlich. von 
der nördlichen Huk, wo man 24 m Wasser über zähem Grunde findet, wenn man 
dem südlichen Ufer etwas näher kommt als dem nördlichen. Die innere Rhede 
befindet sich etwa 3 Kblg. innerhalb der nördlichen Einfahrtshuk, etwas näher 
dem südlichen, als dem nördlichen Ufer. Man findet dort über hartem Grunde 
17 bis 18 m Wasser. Die ganze Breite der Bucht beträgt dovt nur -an- 
nähernd 300 m. 
Kapt. Höckelmann von der deutschen Bark „Antigone“- berichtete im 
Januar 1896: „Port Blakely ist der beste und sicherste Ankerplatz am ganzen 
Puget-Sunde. Die Bucht ist eingeschlossen von kleinen Hügeln, die mit hohen 
Fichten dicht bewachsen sind und den Schiffen vollkommenen Schutz gegen die 
im Winter auftretenden Stürme gewähren. Wenn im Sunde die schwersten 
Stürme herrschten, hatten wir in Blakely keine gröfsere Windstärke als 5 bis 6 
zu verzeichnen.“ Die „Antigone“ wurde auch mit gutem Erfolge zur Reinigung 
auf die in der Bucht geschützt liegende Bank gesetzt.  Kapt. Höckelmann 
warnt jedoch davor, das Schiff zu hoch zu setzen, damit es auch, wegen der Un- 
sicherheit der Fluthhöhen, wieder flott wird. 
Von Port Blakely wird nur Holz verschifft. Die Schiffe ohne Holzpforten 
haben vorn einen Anker aus und liegen mit dem Heck an der Brücke, Das 
‘| Siehe „Annalen der Hydrographie etc.“, Jahrgang 1896, Seite 538,
	        
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