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Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, November 1901.
Inlet abzweigt, gerade unterhalb der Einfahrt zum Hood-Kanal. Port Ludlow
ist seit langer Zeit ein bedeutender Platz für Holzverschiffung und war früher
auch bedeutend für Schiffbau, Das erste hier gebaute Dampfschiff lief im Jahre
1860 vom Stapel.
Die Einfahrt. Die nach NNO offen liegende breite Einfahrt zur Bucht
befindet sich etwa 2 Sm westlich von der sehr auffälligen Huk Foulweather
Bluff, deren nördlicher senkrechter Abhang 69 m hoch und deren Gipfel mit
Kiefern und dichtem Unterholz bestanden ist. Das Land an der Westseite der
Bucht ist zum Theil niedrig, allmählich ansteigend und mit hohen Kiefern be-
standen. Tala Point, die östliche Huk an der Einfahrt, ist hoch und ebenfalls
mit Kiefern bestanden.
Von dieser Huk erstreckt sich eine Barre aus hartem Sand in etwa
!/s Sm Breite und nach auswärts gebogener Form fast quer über die Kinfahrt zur
Bucht bis jenseits der Colvos-Klippen, die nur !/s Weges von der westlichen
bis zur östlichen Einfahrtshuk liegen und daher nur eine schmale tiefe Einfahrt
offen lassen, zumal vor dem westlichen Ufer auch noch die grofse Snake-
Klippe liegt. Letztere hat etwa 140 m Ausdehnung und wird bei Hochwasser
gerade überfluthet.
Fahrwasser. Das tiefste Fahrwasser nach Port Ludlow führt aufßer-
halb der Klas-Klippe entlang, dann zwischen der 7,5 m hohen inneren Colvos-
Klippe und der Snake-Klippe hindurch, wo es nur 550 m breit ist zwischen den
beiderseitigen 9 m-Grenzen. Es steht hier über zähem Grunde jedoch 29 m Wasser.
Das gewöhnliche Fahrwasser, das am häufigsten benutzt wird, führt
zwischen den Colvos-Klippen und Tala Point hindurch über die oben erwähnte
Barre auf 8 m Wassertiefe hinweg; dasselbe wird durch eine rothe und eine
schwarze Tonne bezeichnet.
Weiter aufwärts ist das Fahrwasser rein bis zum oberen Ende der Bucht.
Die Wassertiefe nimmt bis oberhalb der Sägemühle allmählich ab bis auf 13 bis
15m. An der Ostseite der Bucht befindet sich ein breiter trockenfallender Strand,
Ankerplätze. Oberhalb der Sägemühle findet man gute Ankerplätze auf
11 bis 15 m Wasser über weichem Schlick. Man liegt dort gegen alle Winde
geschützt und kann diese Ankerplätze als vollkommen sicher betrachten.
Nach einem Bericht des Kapitäns M. Grapow von der deutschen Bark
„Prompt“ kann man die Schiffe in Port Ludlow bequem auf eine Bank setzen,
um sie zu reinigen. Man muß sich jedoch in Acht nehmen, dafs man nicht von
einem Südoststurm dabei überrascht wird, der den Schiffen dort gefährlich
werden kann.
Port Gamble heißt eine kleine Bucht, die sich etwa 5 Sm südsüdöst-
lich von Port Ludlow in südlicher Richtung vom Hoods-Kanal abzweigt. Die
vollständig vom Lande umschlossene Bucht ist in der genannten Richtung etwa
21a Sm lang und durchschnittlich !/2 Sm breit mit Ausnahme ihrer Einfahrt, die
kaum 300 m breit ist und zwischen zwei niedrigen, mit Gras bewachsenen Land-
spitzen hindurchführt.
Das Fahrwasser ist in der Einfahrt zwischen den beiderseitigen 5 m-
Grenzen nur etwa 110 m breit, erweitert sich aber innerhalb der Einfahrt erheb-
lich, denn es steht durchschnittlich 9 ın Wasser in der ganzen Bucht. Die gröfste
Wassertiefe beträgt 16 m. In der Einfahrt wird die Kante des breiten trocken-
fallenden Strandes durch ein auf einer dreifüfsigen Bake brennendes weifses
festes Feuer und durch eine schwarze stumpfe Tonne bezeichnet. Die
Bake steht auf 6,1 m Wassertiefe, und die Tonne liegt auf 4,9 m.
Man kann nur mit günstigem Winde die enge Einfahrt durchsegeln;
größere Schiffe werden gewöhnlich geschleppt.
Anker- und Landungsplätze. Auf der westlichen Huk an der Einfahrt
befindet sich eine Sägemühle; bei derselben sind auch die Landungsanlagen,
die sich bis in das tiefe Wasser erstrecken. An der Südseite derselben laden
die Holzschiffe; die Wassertiefe beträgt daselbst in 6 m Entfernung von der
Brücke 6,5 bis 7 m. Oberhalb dieser Landungsanlagen findet man in der Mitte
der Bucht gute Ankerplätze.
Ein Rostdock, auf dem bei Hochwasser 3,7 m Wasser steht, befindet
sich oberhalb der Dampferbrücke.
Von Port Gamble wird nur Holz verschifft.