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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901.
Frisches Wasser kann man aus dem kleinen Bach nehmen, der in die
Bucht gegenüber der innern Sandzunge bei dem Indianerdorfe mündet. Das
Wasser muß jedoch bei Niedrigwasser geschöpft werden.
Port Discovery heifst die etwa 10 Sm ostsüdöstlich vom New Dungeness-
Leuchtthurm mündende Föhrde, die bei 1'/a Sm mittlerer Breite etwa 6 Sm tief
in das Land einschneidet. Die Wassertiefe in dieser Föhrde beträgt durch-
schnittlich 35 bis 55 m, doch findet man Ankerplätze etwa 1*/2 Sm innerhalb der
Mündung an der Westseite dicht unter Land auf 27 m Wassertiefe, wie auch in
der Nähe des oberen Endes der Föhrde.
In dieser Föhrde ankerte Vancouver und setzte seine Schiffe wieder in
Stand, darauf unternahm er von hier aus im Mai 1792 seine weiteren Unter-
suchungen dieser Gewässer.
Bei der Einsteuerung mul man sich in einigem Abstande von den Huken
halten, da vor den meisten derselben flaches Wasser ist.
Protection Island liegt recht vor der Einfahrt von Port Discovery und
schützt diese Föhrde vor Nordwestwind. Der höchste "Cheil dieser Insel befindet
sich in der Nähe ihres Westendes ünd ist 69 m hoch, doch erscheint derselbe
wegen der darauf stehenden hohen Kiefern viel höher. Die Küsten der Insel
fallen steil ab.
Von der Nordseite der Insel dehnt sich die Dallas-Bank, auf der 7 bis
18 m Wasser steht, etwa 2'/a Sm weit in nordnordwestlicher Richtung aus. Auf
dieser Bank kann man bequem ankern. Man mufs beim Passiren derselben jedoch
die flache Stelle Dallas Shoal meiden, auf der nur 5,5 m Wasser steht, die
etwa NNW, 2! Sm vom Nordende der Insel entfernt liegt.
Auch vor der West- und Südwestseite der Insel dehnen sich Riffe etwa
L Sm weit aus, Die Aufsenkante des Riffes vor dem Südwestende der Insel wird
durch eine schwarze Tonne bezeichnet,
Die Durchfahrten zwischen der Insel und der Küste sind tief; die an
der Südseite befindliche ist etwa 1 Sm, die an der Ostseite befindliche etwa
1'/a Sm breit. Beide kann man für die Einfahrt nach Port Discovery benutzen,
doch mufs man bei der östlichen die !/s Sm nordwestlich von Middle Point
liegende Libby-Klippe meiden, auf der nur 3,3 m Wasser steht und vor deren
Nordkante eine rothe stumpfe Tonne mit der Zahl 4 auf 15 m Wasser liegt.
Aus einem Bericht von Kapt. A. Spieske von der deutschen Bark
„Teutonia“, der im Jahrgang 1889, S. 41 dieser „Annalen“, sowie im „Segelhand-
buch für den Stillen Ozean“ S. 630 ausführlich veröffentlicht wurde, sei hier das
Folgende wiederholt: Die Bai von Port Discovery ist eine der schönsten des
Puget-Sundes. Die einzige Sägemühle befindet sich am westlichen Ufer fast am
oberen Ende der Bai. Beim Aufsegeln in die Bai sieht man schon aus weiter
Ferne den aufsteigenden Rauch dieser Mühle. Einkommend ankert man in der
Nähe der Mühle und der Ladebrücke oder macht das Schiff an einer dort
liegenden Boje fest, Um den Ballast zu löschen, segelt man noch etwas weiter
aufwärts in der Bucht nach dem Ballastgrunde am östlichen Ufer, wo man auf
20 m Wassertiefe dicht unter Land ankert. Beim Laden liegen die Schiffe ent-
weder mit dem Bug oder dem Heck an der Brücke, je nachdem, wo sie die
Holzpforte haben. Es ist anzurathen, das Schiff stets mit dem Buganker zu
vertäuen, weil es hier manchmal steif aus SO weht. Schiffe, die nach Port
Discovery bestimmt sind, brauchen nicht erst nach Port Townsend zu segeln, da
die betreffenden Behörden Vertreter zur Untersuchung des Schiffes nach Port
Discovery senden und der Kapitän persönlich nach Port Townsend zum HEin-
klariren geht.
Leuchtfeuer im Puget-Sunde siehe „Verzeichnifs der Leuchtfeuer aller
Meere“, Heft V1l, Seite 116£,
Häfen im Sunde.
Port Townsend,") der Einklarirungshafen für sämmtliche Puget-Sund-
Häfen, mündet an der Westseite der Einfahrt des Admiralty Inlet, dem äufseren
Glied des Puget-Sund-Gebietes. Es ist ein föhrdeartiges Gewässer von etwa
5 Sm Länge, das in der Einfahrt ungefähr 1!/2 Sm weit ist und sich nach innen
* Brit. Adm,-Karte No, 1792: Port Townsend,