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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901
Die Becher-Bucht!) bietet bei allen Winden, aufser bei südwestlichen,
guten Schutz, Bei südwestlichen Winden ist die Bucht als Ankerplatz jedoch
nicht zu empfehlen, sondern es ist vorzuziehen, in solchen Fällen einen der
östlich von den Race-Inseln gelegenen Ankerplätze zu wählen, die sicherer sind,
Gezeiten und Gezeitenströme in der Strafse. Nach den Tide Tables
der britischen Admiralität ist die Hafenzeit in der Neegah-Bucht 0* 0”, in Port
Angeles 1° 51”, in New Dungeness 3° 3”, in Port Discovery 2" 30”, in Port
Townsend 3* 49”, in Sooke Inlet 2" 0“ und bei den Race-Inseln etwa 3" 0°.
Die Fluthhöhe bei Springtide beträgt in der Nedgah-Bucht 2,2 m, in
Port Angeles 1,7 m, in New Dungeness etwa 1,5 m, in Port Discovery 2,1 m, in
Port Townsend 1,7 m, in Sooke Inlet und bei den Race-Inseln 2,4 m; bei Niptide
in der Negah-Bucht 1,8 m, in Port Angeles 1,3 m und in Port Townsend 1,5 ın.
Die Gezeitenerscheinungen dieser Gegend sind unregelmäfsig. Es
findet zwar täglich zweimal Hoch- und Niedrigwasser statt, doch sind die Fluth-
höhen beider Tiden wie auch die Hochwasserzeiten sehr voneinander abweichend.
Sie weichen am meisten voneinander ab, wenn die Deklination des Mondes grofs
ist, und sind sich am ähnlichsten, wenn die Deklination des Mondes klein ist.
Die Gezeitenströme laufen in der Strafse mit grofser Geschwindigkeit,
die durchschnittlich mindestens 3 Sın beträgt. In der Mündung erreichen beide
Ströme bei Springtide bis zu 4 Sm Geschwindigkeit, und vor einzelnen vor-
springenden Küstenpunkten ist die Geschwindigkeit noch gröfser, wie z, B. vor
Beechey Head und bei den Race-Inseln, wo sie gelegentlich 5 bis 7 Sm beträgt
and starke Wirbel und Neerströme erzeugt. Der Fluthstrom beginnt im Allgemeinen
etwa zwei Stunden nach Niedrigwasser am Lande und hält bis zwei Stunden nach
Hochwasser an. Der Ebbstrom beginnt etwa zwei Stunden nach Hochwasser und
hält bis zwei Stunden nach Niedrigwasser an. Der Fluthstrom hat im Allgemeinen
die Neigung, nach der Vancourer-Seite hinüber zu setzen, während der Ebbstrom
mehr nach der südlichen Seite hinüber setzt.
Leuchtfeuer in der Strafse siehe „Verzeichnifs der Leuchtfeuer aller
Meere“, Heft V1ll, Seite 106 bis 110.
Einsteuerung, Wegen der stark über die vor Kap Flattery liegenden
Untiefen hinweg setzenden Strömungen passire man dieses Kap in mindestens
3 Sm Abstand und halte sieh ferner mit Dampfern oder mit Segelschiffen bei
günstigem Winde in der Mitte der Strafse, mindestens aber in genügender Ent-
fernung vom Lande, um einige in unmittelbarer Nähe desselben liegenle Untiefen
zu vermeiden, In mehr als !/s Sm Entfernung vom Lande liegende Untiefen sind
bislang nicht gefunden, außer den bekannten sichtbaren Inseln mit ihrer Um-
gebung. Kreuzende Segler können sich aus diesem Grunde auch den beider-
seitigen Küsten mit Sicherheit bis auf !2 Sm Abstand nähern. Segler, die im
Winter bei Südostwind einlaufen, mögen versuchen, in der Negah-Bucht oder in
Port San Juau einen Ankerplatz zu erreichen, müssen denselben aber sofort ver-
lassen, sobald der Wind beginnt zu drehen, Vor Port Crescent, an der Süd-
seite der Strafe, liegt eine Untiefe in etwa !/s Sm Entfernung vom Lande, auf
der die See bei Niedrigwasser brandet. Dieselbe ist besonders zu meiden. Eben-
falls muls man die Race-Inseln in gutem Abstande passiren, weil südlich davon
Untiefen liegen und die Gezeitenströme dort mit grofser Geschwindigkeit laufen.
Die Race-Durchfahrt, zwischen diesen Inseln und der vor der Vanconver-
Küste liegenden Insel Bentinck, ist Segelschiffen nicht zu empfehlen. Ist man
bis östlich von den Race-Inseln gelangt, so findet man an beiden Seiten der
Straße sichere Ankerplätze.
Zwei Telegraphenkabel kreuzen die Strafse. Eins führt von der Becher-
Bucht und ein zweites von der Parry-Bucht auf Vancouver nach Port Crescent
an der Südseite der Straße.
Häfen in der Strafse.
Port Angeles?) liegt einige Meilen östlich vom Meridian der Race-Inseln
an der Südseite der Juan de Fuca-Strafse. Der Hafen wird gebildet durch
einen etwa 3 Sm langen und sehr schmalen niedrigen sandigen Steert, über den
) Brit. Adm.-Karte No. 1906: Becher and Pedder Bays.
4) Brit. Adm.-Karte No. 1717: Port Angeles,