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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1901,
etwa 50 Sm aufwärts untersucht, bei welcher Gelegenheit der Hafen von San
Juan entdeckt wurde. Im Jahre 1792 lief Kapt. Gray mit der „Columbia“ etwa
50 Sm weit in die Strafse hinein, und in demselben Jahre lief auch Vancouver
hinein, der sie und die angrenzenden Gewässer genauer untersuchte and zuerst
eine eingehendere Beschreibung derselben veröffentlichte,
Von den Führern spanischer Kriegsschiffe, die auf Entdeckungsreisen nach
diesen hohen Breiten entsandt worden waren, besuchten die Straße: Haro im
Jahre 1789, Quimper 1790, Eliza 1791, Galiano und Valdez 1792,
Die Mündung der Strafse zwischen Kap Flattery im Süden und dem
in nordnordwestlicher Richtung davon liegenden und eine Huk der Vancouver-
Insel bildenden Kap Bonilla ist 12 Sm breit. Von hier an verläuft die Strafe
mit fast gleichmäfsiger Breite von etwa 11 Sm beinahe 45 Sm weit in östlicher
Richtung, verengt sich dann auf etwa 8 Sm Breite zwischen Beechey Head im
Norden und dem gegenüberliegenden Striped Peak im Süden, mit welcher
Breite sie etwa 5 Sm weiter verläuft und allmählich nördlicher biegt. Oestlich
von den Race-Klippen verbreitert sich die Strafse nach Norden zu und ver-
läuft in etwa NOzO-Richtung 32 Sm weiter mit 18 bis 20 Sm Breite bis zur
Westküste der Insel Whidbey. Auf dieser letzten Strecke zweigen im Süden
die Gewässer des Puget-Sundes, im Norden die Gewässer des Washington-
Sundes ab. -
Landmarken. Kap Flattery, die südliche Huk an der Einfahrt zum
Sunde, ist augenfällig und bei klarem Wetter aus 35 Sm Abstand davon deutlich
zu sehen und zu erkennen. Das Land steigt bei der Huk allmählich an und
erreicht in dem stark bewachsenen Kap Flattery-Hügel etwa 600 m Höhe.
Der Gipfel dieses Hügels ist von unregelmäfsiger Form. Oestlich davon nimmt
die Höhe wieder ab. Von Süden oder Südwesten gesehen, erscheint das Kap
aus gröfserer Entfernung wie eine Insel, weil es durch niedriges Land von der
etwas südlich davon beginnenden noch höheren Bergkette getrennt wird. Beim
Näherkommen erblickt man die nicht sehr hohen steilen felsigen Küstenabhänge,
bis wohin das Land allmählich abfällt, und die vor der Küste liegenden Inseln
und Klippen, an und auf denen die See fast immer heftig brandet,
Tatoosh Island liegt !/a Sm nordwestlich vom Kap. Dieses Inselchen
ist 30 m hoch und fällt an allen Seiten fast senkrecht ab. Auf seinem Gipfel
ateht der weifse Leuchtthurm mit Wärterwohnung; im Uebrigen ist das
[nselchen kahl und ohne Bäume. Auf der 1 Sm in NW*’AN-Richtung von dem
Inselchen liegenden nur einige Fufls über Wasser befindlichen Duncan-Klippe
brandet die See stets heftig, so dafs deren Lage immer kenntlich ist.
Südlich von Kap Flattery erstreckt sich die Küste 25 Sm weit in süd-
züdöstlicher Richtung. Das Land ist bergig und stark bewaldet. Etwa 11 Sm
südlich vom Kap liegen in der Umgebung des Kaps Alava Flattery Rocks,
eine Gruppe von kahlen schroffen felsigen Inselchen, von denen das eine 75 m
hoch ist und dag äufserste 2'/a Sm vom Lande entfernt liegt. Aufserhalb des in
ihrer Nähe befinülichen sehr gefährlichen Umatilla-Riffes liegt das als Schuner
getakelte rothe Umatilla-Feuerschiff, das zwischen den beiden Masten einen
Schornstein hat und auf beiden Seiten den Namen Umatilla Reef sowie an
beiden Seiten des Bugs wie am Heck die Zahl 67 führt. -
Unter den vor der Küste liegenden Inselchen und Klippen bildet besonders
aoch die fast 50m hohe Klippe White Rock eine gute Landmarke, weil,
besonders von Süden gesehen, ihre weifßsen Seiten sich von den dunkelen
Tannenwaldungen des Festlandes vorzüglich abheben. Diese Klippe liegt beinahe
3 Sm südlich vom Kap Alava.
Etwa 45 Sm südlich von Kap Flattery liegt in 1 Sm Eutfernung von der
Küste Destruction Island, eine 1'/3 Sm lange, aber schmale Insel, die sich
parallel zur Küste ausdehnt. Sie ist mehr als 30 m hoch, ohne Bäume, aber
mit Gras bewachsen und, trägt einen 24 m hohen weifsen eisernen Leucht-
ihurm, dessen Kuppe schwarz ist, nebst zwei Wärterhäusern, zwei Vorraths-
häusern und einem Schuppen, die weifs mit braunen Dächern sind. Die steilen
{elsigen Küstenabhänge erscheinen weils.
Das Land südlich von der Juan de Fuca-Strafse erhebt sich in
einiger Entfernung von der Küste zu beträchtlicher Höhe, denn zwischen der
Küste und den Gewässern des Puget-Sundes liegt die Olympus-Gebirgskette,