accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Ann. d. Hydr. ete., XXIX. Jahrg. (1901), Heft XI. 
“29 
* ax 1 
Die Puget-Sund-Häfen. 
Nach Berichten des Kaiserlichen Konsulates in "Tacoma, der Kapt. Mehring, Bark „Artemis“, 
Feschner, Schiff „Pera“, Grapow, Bark „Prompt“, und Schoemaker, Schiff „Flottbeck*, 
Ergänzt aus älteren deutschen sowie aus englischen und amerikanischen Quellen. 
Allgemeines; Das in nautischen und kaufmännischen Kreisen allgemein 
unter dem Namen Puget-Sund bekannte Gewässer breitet sich unweit der West- 
züste von Nordamerika im nordwestlichen Theile des Staates Washington föhrde- 
and sundartig mit vielen Verzweigungen weit aus. Es erstreckt sich von 
47° 3‘ N-Br bis zu 48° 11’N-Br und von 122° 10‘ W-Lg bis zu 123° 10° W-Lg. 
Die Gesammtlänge der einzelnen Arme, die in Breite von wenigen Kabellängen 
bis zu etwa 7 Sn schwanken, beträgt viele Hundert Seemeilen. 
Durch die Juan de Fuca-Strafse steht der Puget-Sund direkt mit dem 
Stillen Ozean in Verbindung, und durch die Durchfahrten zwischen dem Fest- 
lande und der Vancouver-Insel kann man ebenfalls nach dem Ozean gelangen, 
wie auch, ohne diesen zu berühren, nach den Häfen von Britisch-Columbien und 
Alaska bis zum 59. Grade nördlicher Breite, 
Die Ufer des Puget - Sundes sind gröfstentheils hoch und steil, meist von 
15 bis 150 m Höhe und stark bewaldet, so dafs es schwer hält, wegen der 
grofßsen gleichmäfsigen Aehnlichkeit die einzelnen Punkte, selbst vorspringende 
Huken, voneinander zu unterscheiden. 
Die Wassertiefe ist im Sunde selbst überall grofs, und nur in seinen Aus- 
läufern giebt es Ablagerungen der dort mündenden Flüsse mit flachem Wasser. 
Es fällt daher schwer, längs der steilen Ufer Ankerplätze zu finden. 
Die langgestrekte Form des Sundes und seine hohen bewaldeten Ufer 
machen seine sämmtlichen Läufe zu einem einzigen grofsen Naturhafen im Herzen 
eines waldreichen und . fruchtbaren Gebietes, in dem auch Kohlenfelder und 
Mineralien sich befinden und in dessen Flüssen ein reicher Fischbestand vor- 
handen ist. Mehrere Plätze am Sunde sind durch Eisenbahn mit den verschiedenen 
Bahnsystemen Nordamerikas verbunden und bilden so die westlichen Endpunkte 
der trauskontinentalen nördlichen Linien. Dadurch hat der Sund auch bereits 
als Weltverkehrsstrafse Bedeutung erlangt. Voraussichtlich wird sich dieser 
Durchgaugsverkehr noch erheblich vergröfsern, weil von hier aus der kürzeste 
Seeweg nach Ostasien führt. 
Erwägt man ferner, daß diese Häfen die nördlichst gelegenen Häfen des 
grofsen einheitlichen Zollgebietes der Vereinigten Staaten sind und auch durch 
Eisenbahnlinien nach Norden und, Süden Verbindung haben, so mufs man zu der 
Ueberzeugung kommen, dafs hier alle Bedingungen vorhanden sind zur weiteren 
kräftigen Entwickelung von Handel und Schiffahrt. 
Die Haupthäfen am Sunde sind Tacoma und Seattle, denen sich vor- 
läufig als weniger bedeutend Port Townsend, Port Hadlock, Port Ludlow, 
Port Gamble, Port Blakely, Port Everett und New Whatcom an- 
schliefsen. Aufserdem liegt noch an der Juan de Fuca-Strafse der kleine Hafen- 
platz Port Angeles und aufserhalb der Einfahrt zum Admiralty Inlet noch die 
Bucht Port Discovery. 
Die Juan de Fuca-Strafse bildet, wie bereits oben bemerkt, den 
Zugang zum Puget-Sunde. 
Geschichtliches. Diese Strafse wurde im Jahre 1787 von dem Grofsboot 
des britischen Kriegsschiffes „Imperial Eagle“, Kapt. Berkely, entdeckt. Im 
Juni 1788 wurde sie von Kapt. Meares vom englischen Kriegsschiffe „Felice“, 
dem Kapt. Berkely seine Entdeckung mitgetheilt hatte, befahren und bis auf 
iı) Karten B.: No. 1911, Juan de Fnca Strait; No. 1947, Admiralty Inlet and Puget Sonnd; 
Am.: No. 603. Western Coast of the United States (Northern Sheet). Segelhandbuch für den Stillen 
Ozean, Seite 630 ff.; B.: British Columbian Pilot, London 1898, Seite 26 ff.; Am.: Pacific Coast 
Pilot, Washington 1889, Seite 513 ff. 
Ann. d. Hydr, oto., 1901. Heft XI.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.