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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1901.
Wetterkarte vom Abend eine wesentliche Aenderung erwarten lassen, in der
Nacht jedoch drang hoher Luftdruck von der Biscaya-See stark über dem Westen
Continentaleuropas vor, so dafs stürmische Winde aus westlichen Richtungen
zunächst an der Nordsee-Küste eintraten; diese richteten weniger durch ihre
Stärke als durch ihre Verbindung mit ungewöhnlich hoher Fluth unter den
Badeeinrichtungen der Seebäder wie dem Viehstande stellenweise grofse Ver-
heerungen an. Ein anderer Ausläufer der Depression über Nordeuropa rief unter
Wechselwirkung mit dem hohen Luftdruck über der Mitte Continentaleuropas
die Eingangs genannten stürmischen Winde am 29, und 30. hervor, Vom 26.
bis 31. hatte die ganze Küste fast täglich Regenfälle, die am 26. und 28. an
der Nordsee von ausgedehnten Gewittern begleitet waren.
Bücherbesprechung.
Notions de Meteorologie utiles ä la geEographie physique par €. Millot, ancien
lieutenant de vaisseau charge d’un cours complementaire de meteorologie
ä la faculte des sciences de V’universit€ de Nancy. Avec 74 figures dans le
texte. Paris & Nancy 1901. Berger-Levrault & Ci,
[n diesem Buche behandelt der Verfasser die Meteorologie als einen Theil der Geophysik,
und zwar als Klimatologie. Sein Bestreben ist, die Gesetze der Atmosphäre, auf denen die Lehre vom
Klima beruht, darzulegen und zu zeigen, wie aus der geographischen Lage und den sonstigen physi-
kalischen Verhältnissen einer Gegend mit grofser Wahrscheinlichkeit auf ihr Klima geschlossen
werden kann, oder wie in dieser Lage und den physikalischen Verhältnissen die Ursache der be-
kannten Eigenthümlichkeiten des Klimas eines Gebietes zu finden ist. Bei der Abfassung des
Buches hat der Verfasser besonders den Studirenden zu Hülfe kommen wollen, welche ohne genügende
Kenntnifs der Physik und der anderen naturwissenschaftlichen Fächer an das Studium der Geographie
herantreten. Die Darstellung ist klar und anregend. Bei einer so in der Entwickelung be-
griffenen Wissenschaft, wie es die Meteorologie noch ist, ist es indefs kaum zu vermeiden, dafs
einige der Darlegzungen in diesem Buche vielleicht nicht allgemeine Zustimmung erfahren werden.
Berichtigung
zu dem Aufsatze in Heft IX der „Annalen der Hydrographie und Maritimen
Meteorologie“: „Bericht der Deutschen Seewarte über die Krgebnisse der
magnetischen Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete und in den deutschen
Schutzgebieten während des Jahres 1900“, Seite 405, III. Barth, a) Magnetische
Deklination.
Unter den Monatsergebnissen der magnetischen Deklination fehlen die Monate Juni, Juli,
Dezember, für welche der Reihe nach ist:
d = 10°11,26'; = 10° 10,48’; = 10° 7,75.
Werden diese mit den bereits gegebenen Werthen der magnetischen Deklination für die
übrigen Monate zu einem Mittel vereinigt, so ergiebt sich das Jahresmittel, wie folgt:
d =— 10° 10,84‘ W
und die Abnahme gegen das Vorjahr zu 6,0’.
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