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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Grossmann: Extremtemperaturen in Hamburg in den Jahren 1876 bis 1900. 467 
ausgesprochenes sekundäres Minimum in der Mitte zwischen diesen Temperatur- 
intervallen getrennt sind; für die Maximumtemperatur sind die am häufigsten 
beobachteten Gradintervalle im jährlichen Vorkommen die von 6'/2° und 18*%°, 
getrennt durch ein Minimum bei 12'/,°, und für die Minimumtemperaturen haben 
die Intervalle von + 012° und 121° bezw. von 6'/2° die entsprechende gleich- 
artige Bedeutung. Dieses in der jährlichen Vertheilung auftretende doppelte 
Maximum findet seine Erklärung in dem grofsen thermischen Gegensatze zwischen 
Sommer und Winter, der so bedeutend ist, dafs die allzu schnellen Uebergänge 
im Frühjahr und Herbst sein Hervortreten im Jahresresultat nicht zu verhindern 
vermögen. 
Als besonders merkwürdig möge noch hervorgehoben werden, dafs für 
diesen Zeitraum von 25 Jahren im Monat Dezember dasselbe Gradintervall, das 
die Temperaturen von 0,0° bis 0,9° umfalst, für die Maximum- und für die 
Minimumtemperaturen das häufigste und sogar gleich oft, etwa 11° aller Beob- 
achtungen umfassend, zu verzeichnen war, 
Erwiderung auf die Bemerkung zu dem Aufsatz in Heft VII: 
„Ueber ein Problem der sphärischen Astronomie und seine Bedeutung 
für die Nautik.“*) 
Von Dr. phil. Carl W, Wirtz, Lehrer an der Navigationsschule in Hamburg. 
i. Der Einwurf des Verfassers jener Bemerkung, es sei die Annahme 
einer konstanten, wenn auch an sich anormalen, Kimmtiefe um den ganzen 
Horizont herum nicht unbedingt zulässig, hat bisheran den gleichen Grad von 
Berechtigung wie die entgegengesetzte Voraussetzung; denn ‚zur Zeit liegt eine 
einwandfreie exakte Darstellung dieser Verhältnisse noch nicht vor. Ueberdies 
macht auch die neue von Herrn K. Kofs nach den Beobachtungen österreichischer 
Marineoffiziere zusammengestellte Kimmtiefentafel stillschweigend diese Annahme, 
and der Anwendung der Tabelle, die eine zuverlässige Bestimmung von Wasser- 
und Lufttemperatur verlangt, wird, wenn möglich, die mindestens gleichwerthige 
Elimination der Kimm vorzuziehen sein. 
2, Bei der Messung von drei Höhen hat man es mit einer überbestimmten 
Aufgabe zu thun, deren Lösung den wahrscheinlichsten Schiffsort ergiebt und 
das Gleichungssystem befriedigen mufs: 
sin (h, -+—dh,) = sing «sind, + cos + cos d, « cost, 
sin(h, -+dh,) = sing » sin d, + cos @ + cos d, +» cos (t, +4) 
sin (h,-+dh,;) == sing «sin d, + 008 @ « cOS 0, « cos (t, +4’) 
dh? + dh,2+ dh,? = Min, 
wo dh,, dh,, dh, die Fehler der beobachteten Höhen h,, h,, h, bezeichnen. 
Die Konstruktion führt in diesem Falle auf den Grebeschen Punkt im Dreieck 
der Sumner-Linien. 
Dem Wesen der eindeutigen, in Heft VII, Seite 325, formulirten Höhen- 
differenzen-Aufgabe aber entspricht geometrisch nicht das aus drei Sumner- 
schen Standlinien gebildete Dreieck, sondern der Schnittpunkt zweier geometrischer 
Oerter aller Punkte der Erdoberfläche, an denen zwei Sterne dieselbe vorgelegte 
Höhendifferenz aufweisen, und in diesen Sinne ist die Aufgabe meines Wissens 
noch nicht behandelt worden. Es bot sich mir daher keine Veranlassung, auf 
das dem Wesen meiner Höhendifferenzen-Aufgabe fremde- Dreihöhenproblem zu- 
rückzukommen,. 
) Siehe „Annalen“, Heft IX, Seite 408. 
Ann. d. Hydr. eto., 1901, Heft X,
	        
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