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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1901.
Dauer der Perioden in Tage
>> 10
1-2
Mittlere Minimumtemperatur
Maximumtemperatur
—1,2 | —22 | —34 ! —53
21,5 29,7 233 24,2
Unterschied | 22,7 249 | 26,7 | 295
Man sieht, dafs mit der Länge der Perioden die mittleren Minimum- wie
Maximumtemperaturen erheblich zugenommen haben, erstere aber in weit höherem
Grade: der thermische Unterschied der mittleren Extremtemperaturen dieser Kälte-
und Wärmeperioden wuchs mit Zunahme ihrer Dauer um fast 7° an.
Wie wesentlich verschieden die thermisch charakteristischen Tage auf
Perioden vertheilt auftraten, lehrt folgende Zusammenstellung der procentischen
Vertheilung.
Dauer | Frost- Warme‘ Kistage
in Tagen tage | "Page ' HAstage
Warme Sommer
Nächte | tage
i— 2 25 21 25 45 53
3— 5 | »9 27 27 37° | 4
6—10 | 18 29 30 18 5
510 48 94 18 0 Q
Maximum
Mitt]. Dauer
in Tagen |
a9 | 97 |" 29 | 10
4,8 |
35 | 32 |
21
1.9
Hiernach traten fast die Hälfte aller Frosttage in Perioden von mehr als
10 Tagen Länge auf, und die längste Periode umfalste 49 Tage, während von
den Sommertagen mehr als die Hälfte einzeln oder zu zweien aufeinander folgend
vorkamen und die längste Periode nur 7 Tage umfalste.
Diese längste Periode von Sommertagen vom 28./6. bis 4./7. 1883 zeigte
charakteristisch an ihrem letzten Tage auch die höchste Temperatur des Zeit-
raumes; während die übrigen durch besondere Länge ausgezeichneten Perioden
von Sommertagen, und zwar vier zu 5 Tagen (begiunend am 24./6. 78, 2./7. 84,
23./6. 88, 16./8. 1900) und eine zu 6 Tagen (29./8. 86), mittlere Maximumtempe-
raturen von 26,5° bis 27,4° hatten, kam der angegebenen längsten Periode eine
solche von 29,6° zu, so dafs sie durch ganz besonders hohe Temperatur aus-
gezeichnet erscheint. Die längsten Frostperioden währten 33 (23./12 92), 34
(30./1. 86), 36 (24./11. 79 und 30./1. 90), 39 (22./1. 95) und 49 (25./11. 90) Tage,
und es betrugen die mittleren Minimumtemperaturen dieser Perioden der Reihe
nach — 9,2°, — 4,7°, — 6,9°, —3,8°, — 74° und —7,1°; auf die Perioden von
34, 39 und 49 Tagen folgten nach 1 Tag Unterbrechung noch weitere 16 und 8
bezw. 11 Frosttage, so dafs mit eintägiger Unterbrechung in diesen Fällen 50,
47 und 60 Frosttage aufeinander folgten.
Die längste Periode von 20 aufeinander folgenden Eistagen mit einer mitt-
leren Maximumtemperatur von — 6,1° begann am 31./12. 92; nur wenig kürzer
war die jüngste Periode von 18 Tagen, die am 31./12 1900 einsetzte, doch nur
eine mittlere Maximumtemperatur von — 3,9° erreichte.
Stellt man die beiderlei Extremtemperaturen des Zeitraumes nach Grad-
intervallen für die Monate und das Jahr zusammen, so zeigen die Häufigkeits-
zahlen für diese Gradintervalle vielerlei bemerkenswerthe Beziehungen. Für die
einzelnen Monate ergeben sich, wie zu erwarten, für die Maximum- wie für die
Minimumtemperaturen je ein bestimmtes Intervall, das am häufigsten vorkommt
und das der mittleren Extremtemperatur des Monats mehr oder weniger nahe
liegt; die Vertheilung auf das Jahr ergiebt aber für beide Extremtemperaturen
je zwei durch gröfste Häufigkeit ausgezeichnete Gradintervalle, die durch ein