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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1901,
das um 2°%o höhere Mittel der relativen Feuchtigkeit der Luft gegen das Vor-
jahr auf die häufigen Nebel zurückzuführen.
Die Winde wehten meistens aus südlichen Richtungen mit einer mittleren
Stärke von 2,5 der Beaufort-Skala. Stärkere Winde wurden in diesem März an
den 3 Beobachtungsterminen beobachtet: am 2. N 8, am 14. NW6 und am 28,
NNOS und 6, wodurch 2 Sturmtage zur Berechnung kommen. Für diesen März
dürfte jedoch das in den „Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, Seite 301 über den Monsun-
wechsel Gesagte nicht ganz zutreffen, denn auch das Observatorium von Zikawei,
mit welchem die hiesige Station täglich einen Theil der Wetterbeobachtungen
auf telegraphischem Wege austauscht, hat noch an 3 Tagen stärkere und an
12 Tagen schwächere nördliche Winde, dagegen nur an 2 Tagen stärkere süd-
liche Winde zu verzeichnen gehabt, nämlich am 13. SSO 6 und am 19. SO 6.
April 1901. Im April dieses Jahres waren die Temperaturen annähernd
dieselben als im Vorjahre, blieben jedoch gegen den April‘ 1899 noch ziemlich
bedeutend zurück, denn dem diesjährigen Mittel von 10,2° steht im Vorjahre ein
solches von 10,5° und 1899 ein solches von 12,2° entgegen. Die Extreme der
Temperaturen waren:
1901 min, = 1,8° max, = 20,9°
1900 „ = 2,0° „= 22,1°
1899 »„ = 07° + = 261°
Auffallend sind die nahezu gleichen Termine der Extremebeobachtungen
in allen drei Jahren, denn dieselben wurden beobachtet:
1901 den 3. bezw. am 26. und 28,
1900 „ 7. x» „ 27. und
899 . 5 0» 20 2
Die mittlere Bedeckung des Himmels mit 4,9° blieh gegen 1900 zurück, war
aber stärker als 1899. Während in diesem April 5 heitere und 6 trübe Tage zu
verzeichnen waren, wurden im April 1900 3 bezw. 8 und 1899 8 bezw. 2 notirt.
Mefßbarer Regen fiel in diesem April an 2 Tagen im Ganzen 45,2 mm,
im April 1900 an 5 Tagen 30,8 mm und 1899 an einem Tage nur 1,6 mm.
Das Mittel der relativen Feuchtigkeit mit 75° bleibt um nur 3% gegen
April 1900, dagegen um 9% gegen den gleichen Monat 1899 zurück.
Die Winde wehten vorzugsweise aus südöstlichen bis südsüdwestlichen
Richtungen und einer mittleren Stärke von 2,8 der Beaufort-Skala. An stärkeren
Winden wurden im April dieses Jahres beobachtet: am 1. S5, am 2. SSWT7 und
NNW9, am 3. NNW8S8 und 6 und am 10. NO8, wodurch sich die Zahl der
Sturmtage auf 3 stellt, diesen stehen 1900 2 und 1899 kein Sturmtag gegenüber.
In der zweiten Dekade des Monats April scheint der Monsunwechsel
stattgefunden zu haben, denn es sind von nun an keine stärkeren Winde aus
nördlichen Richtungen mehr zu verzeichnen gewesen,
Mai 1901. Der Mai 1901 war in den beiden ersten Dritteln etwas kühler
als der gleiche Zeitraum 1900 und 1899.
Im letzten Drittel stieg jedoch das Thermometer bedeutend, so dafs sich
das Mittel auf 14,8° stellte, im Mai 1900 betrug dasselbe 16,1° und 1899 17,4 °.
Die Extreme der Temperaturen waren:
1901 min. = 9,1° max. = 27,8°
1900 »„ = 9,2° „ = 29,0°
1899 „ = 10,1° 7 = 28,9°
Die mittlere Bewölkung von 5,8° war bedeutend größer als die der beiden
letztverflossenen Jahre, denn 1900 betrug dieselbe 3,8° und 1899 nur 3,5°, so
dafs in diesem Mai nur 3 heitere, dagegen 10 trübe Tage zu verzeichnen waren.
1899 wurden 8 heitere und 2 trübe Tage und 1900 7 heitere und 6 trübe Tage
beobachtet,
Regen fiel im Ganzen an 11 Tagen 44,6 mm, wogegen im Mai 1899 an
5 Tagen 17,5 mm und im Mai 1900 an 9 Tagen 96,4 mm Regen niederging.
Das Mittel der relativen Feuchtigkeit der Luft von 77° war dasselbe
wie im vorjährigen Mai und um 2% kleiner als das des Mai 1899.
Die Winde, hauptsächlich aus dem südöstlichen Quadranten wehend und
nie Stärke 6 überschreitend, erreichten eine mittlere Stärke von 2,3 der
Beaufort-Skala. E. Herrmann,