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Witterung zu Teingtau in den Monaten vom Januar bis Mai 1901. 459
Die Witterung zu Tsingtau in den Monaten vom Januar bis Mai 1901.
Nach den Aufzeichnungen und einem Bericht der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen
Station zu Tsingtau,
Die folgende Tabelle, welche die meteorologischen Angaben für die ein-
zelnen Monatsdrittel, die ganzen Monate, sowie die beiden Jahreszeiten Winter
1900/01 und Frühling 1901 enthält, ist in der gleichen Weise wie für die voran-
gehenden Vierteljahre aufgestellt. Zur Berechnung der „Allgemeinen Luft-
bewegung“, die auf ganze Striche und halbe Beaufort-Skala abgerundet wurde,
dienten wieder die Windbeobachtungen an den drei täglichen Terminen (vgl.
„Ann. d. Hydr. etc.“, 1890, Seite 63).
Mit dem vorliegenden Bericht wird beabsichtigt, gegenüber der früheren
Berichterstattung über die Witterung zu Tsingtau eine Aenderung dahin einzu-
leiten, dafs dieselben nicht mehr in Abschnitten des bürgerlichen Vierteljahres,
sondern in Zukunft je eine Jahreszeit oder ein sogenanntes meteorologisches
Vierteljahr umfassend, veröffentlicht werden. Für diese Aenderung war die Er-
fahrung bestimmend, dafs zu Tsingtau mit dem Wechsel der Jahreszeiten auch
die Witterungsverhältnisse in charakteristisch höchst ausgeprägter Weise sich
umgestalten.
Ferner ist die Tabelle, mit Ausnahme der Rubrik „Allgemeine Luft-
bewegung“, und der textliche Bericht für die Monate März bis Mai d. J. von
dem Vorstand der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen Station zu Tsingtau
der Direktion der Seewarte zugestellt worden. Damit ist in dankenswerthester
Weise eine Anregung der Direktion der Seewarte anerkannt worden, nach der
es für vortheilhafter erschien, wenn auch die zusammenfassenderen Berichte über
die meteorologischen Vorgänge an Ort und Stelle der Beobachtung verfalßst
würden. Denn unter dem unmittelbaren Eindruck der daselbst herrschenden
Witterungsverhältnisse wird die Darstellung sich lebhafter gestalten, die für dort
besonders wichtigen und hervortretenderen Eigenthümlichkeiten und einzelne auf-
fällige Erscheinungen werden sicherer und eingehender zum Ausdruck gelangen,
als dies in weiterer Ferne eine Bearbeitung lediglich aus den schematischen
Aufzeichnungen geben kann. .
Der Winter 1900/01 zeichnet sich von den beiden vorhergehenden Wintern
durch eine lange Frostperiode aus: vom 7. Dezember bis zum 16, März ging nur
an vereinzelten Tagen in der Gesammtzahl von 11 das Thermometer nicht unter
den Gefrierpunkt herab.
Nachdem die Witterungsverhältnisse des Dezember 1900 bereits früher
(„Ann. d. Hydr. etc.“ 1901, Seite 220) geschildert worden ist, sind hier nur noch
die beiden anderen Wintermonate zu besprechen.
Der Januar 1901 erwies sich im Allgemeinen etwas milder als der des
Jahres 1900, war jedoch immer noch wesentlich rauher als der Januar 1899,
An 7 von den 28 Frosttagen des diesjährigen Januar blieb auch am Tage das
Thermometer unter dem Gefrierpunkt. Die Himmelsbedeckung war noch gröfser
als die im Januar 1900, welche ihrerseits die des vorhergehenden Januar schon er-
heblich übertraf, Als Tage mit stärkeren Winden an den Terminbeobachtungen
sind in diesem Januar zu nennen der 3. mit 0SO7 und O8, der 16. mit NNO 6,
der 17. mit N8 und NNO6 und der 31. mit NNO6 und 7 und N 6.
Erheblich kälter als die gleichen Monate der beiden vorhergehenden
Jahre ist der Februar 1901. Sowohl die mittlere Tagestemperatur als die
höchste und die niedrigste Luftwärme dieses Monats war niedriger als die dieser
beiden früheren Februarmonate. Nur an einem einzigen Tage des diesjährigen
Februar sank das Thermometer nicht unter den Gefrierpunkt und an 6 Tagen
blieb-es auch am Tage unter demselben.
Die Bewölkung war eine sehr geringe: sie machte im Durchschnitt kaum
3 Zehntel des Himmels aus. Mit einer Ausnahme wehten die stärkeren Winde
zur Zeit der Terminbeobachtungen aus den Richtungen zwischen NW und N,
nämlich am 2. NW und NNW6, am 6. NWS, am 11. NNW6, am 12. NNW und
NW6, am 20, NW und N 6, dann am 27. NNO 6.