Aus den wissenschaftlichen Ergebnissen der Polarfahrt des „Matador“, 457
magnetische Deklination, auf 1900,5 reducirt, zu 13°0‘ W, woraus sich eine
Differenz gegenüber den Bauendahlschen Beobachtungen von 2° 40' ergiebt
nach den Beobachtungen der schwedischen Expedition und zu 1° 37‘ gegen die
isogonischen Karten, um welche Beträge die für die gleiche Epoche geltenden
Bauendahlschen Werthe größer sind als die aus früheren Beobachtungen ab-
geleiteten. — Aus den Beobachtungen des Jahres 1892,5 ergiebt sich, dafs in
zwei in jenen Gegenden nahe bei einander liegenden Orten der Unterschied der
beobachteten westlichen Deklination sich bis zu 2° erhöht; es kann also die
Differenz der Bauendahlschen Beobachtungen, welche nicht genau in derselben
Position wie für die früher bereits angegebenen Werthe ausgeführt worden sind,
nicht besonders auffallen.
Jedenfalls sind die Bauendahlschen Deklinationsbeobachtungen ersichtlich
mit großer Sorgfalt ausgeführt, auch mit Beziehung auf die erhaltenen Werthe
der Inklination, die, wenn nur die erste Nadel I, berücksichtigt wird, im Mittel
81° 48’ N beträgt, während die Isoklinenkarte für 1901,0 81° 20‘N angiebt und
die neueste 1898,5 in 78° 15‘N-Br und 15° 32‘ O-Lg v. Gr. ausgeführte Beobachtung
80° 22’N ergiebt, also auch in vergleichsweise nur wenig voneinander entfernten
Punkten eine erhebliche Differenz zeigt. .
Berücksichtigt man die Werthe, welche ohne Ummagnetisirung der Nadel
erhalten wurden, so ergiebt sich ein Mittelwerth von 82° 8‘N, wenn man die
allzu sehr abweichenden Ergebnisse der letzten Nadel unberücksichtigt läfst.
Orkan im östlichen Theile des nordatlantischen Passatgebietes
im September 1900.
Yon L. E. Dinklare, ;
Im Juliheft dieser Annalen wurden die Berichte von zwei deutschen Schiffen
veröffentlicht, die im September 1900 südwestlich, unweit der Kapverden-Gruppe,
von einem orkanartigen Sturme überfallen wurden, der das eine, das Segelvoll-
schiff „Ostara“, vollständig entmastete, Obgleich der Zeitunterschied zwischen
dem Eintreten der Sturmkrisen bei dem einen und dem anderen Schiffe nur drei
Tage betrug, waren die Stellung der beiden Schiffe zu einander und sonstige
Umstände doch so, dafs die Identität der beiden Sturmtrichter als ausgeschlossen
erscheinen mufste. Ein dritter Bericht, der in den letzten Tagen einging, ist
aun geeignet, über die Fortbewegung der Depression Aufschlufs zu geben, und
da über die Bahnrichtung der Stürme in der Umgebung der Kapverden noch
wenig Sicheres bekannt ist, erscheint es angezeigt, denselben hier nachzufügen.
Der Bericht ist aus dem Journal des Bremer Vollschiffes „Arthur Fitger“,
Kapt. C. Denker. Das Schiff verließ, nach Yokohama bestimmt, am 23. August 1900
New York und erreichte auf Ost- bis Südostkurs mit vorherrschendem südwest-
lichen Winde in verhältnifsmäfsig guter Fahrt nach 16 Tagen in 30° N-Br und
36° W-Lg das Nordostpassatgebiet. Hier nahm man den Kurs auf B. B.-Halsen
bei dem Winde, der meistens nur leicht und oft aus einer Richtung südlich von
Ost war. Das Barometer, au der Passatgrenze auf 768,6 mm stehend, ging lang-
sam bis zum 12. September, als der Mittagsort 23,5° N-Br und 33,9° W-Lg war,
auf 762,3 mm hinunter; dann begann es rascher zu fallen, zur gleichen Zeit wurde
der Wind, nach NO drehend, frischer. In der folgenden Nacht brach das Sturm-
weiter herein.
Kapt. Denker berichtet darüber:
„Bis zum Mittage des 12. September hatten wir eine frische beständige
Briese aus ONO bis NO, bei welcher das Schiff auf Sz0%40-Kurs 7 bis 8 Knoten
Fahrt machte. Die Luft war klar, aber etwas diesig. Gegen 2* p bezog sich
der Himmel, und es zeigte sich eine dunkle Wolkenbank in Nordwestrichtung:
zugleich machte sich Seegang aus SO bemerkbar, welcher rasch zunahm. Die
Luft wurde bezogen und trübe. Der Seegang lief so hoch und wild, dafs das
Schiff den ganzen Bug unter Wasser setzte. Wegen des heftigen Stampfens
wurden die leichten Segel geborgen. Der Wind aus NO nahm zu bis 5
und 6; das Barometer stand um 4*p auf 761,5, um 8*"p auf 760,2 mm. Im
Uebrigen zeigte sich wenig Aenderung. Gegen Mitternacht begann aber das
Barometer sehr rasch zu fallen, so dafs der Stand um diese Zeit schon auf
748,8 mm gekommen war. Der Wind holte gleich nach Mitternacht auf Nord.