6.
An
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1901
Bemerkungen zu den magnetischen Beobachtungen des Kapt.-
Leut. a.D. Bauendahl an der Station Pikes house in 79°44,5’N-Br,
11°13,5’0-Lg v. Greenwich.
Die nachfolgenden Beobachtungen wurden mit einem Deviations-Magneto-
meter nach Neumayers Konstruktion ausgeführt. Das Instrument ist sorgfältig
an der Seewarte untersucht worden, so dafs die später damit erhaltenen Ergebnisse
als einigermafsen zuverlässig angesehen werden können, wenngleich es auch zur
endgültigen Feststellung dieser Ergebnisse wünschenswerth gewesen wäre, auch
die Vergleichungsresultate nach Rückkehr an der Seewarte wieder zu kontroliren.
Die in den Tabellen mit d, und d, bezeichneten Deklinationen sind die Ergebnisse
aus den Beobachtungen mit zwei Horizontalnadeln, ebenso wie die Inklinationen
I, und 1, aus den Beobachtungen mit zwei Inklinationsnadeln berechne‘ sind.
Dabei ist zu bemerken, dafs die Inklinationsnadel I, nicht ummagnetisirt worden
ist, aus welchem Grunde die damit erhaltenen Beobachtungen nicht das gleiche
Gewicht haben können wie jene, die mit der Nadel I, erhalten worden sind.
Aus diesem Grunde erschien es rathsam, alle mit der Nadel I, erhaltenen Werthe,
die ersichtlichermafsen von der Wahrheit zu weit abweichen, ganz aus der
Reihe wegzulassen, Die Intensitätsbeobachtungen, ausgeführt mit einer Ablenkungs-
schiene, versehen mit nach Lamonts System ausgestatteten Paaren von für
Temperatur kompensirten Magneten, können nur einen geringen Grad von Zu-
verlässigkeit beanspruchen, da die eingehende Untersuchung auch dieser Apparate
wegen Mangel an Zeit nur als ungenügend bezeichnet werden kann. Aus diesem
Grunde ist der Versuch, die Intensitätsbestimmungen auf absolutes Malfs zurück-
zuführen, nicht gemacht worden, obgleich die Ablenkungen in gewissenhafter
Weise ausgeführt worden sind.
1900
Zeit der Beob- |
28/3
29/3 —
30/3 5-71 p
31/3 5—7l/ab p
1/4 43/4—7h p
2 5—7hp
34. 5—7b p
:* 5— 10h pp
5/4 5—7h p
3/4 5—7lp
3/4 5— 7 p
4 5—7 bp
11/4 5—7bp
134 5—7b p
15/4 5—7hp
17/4 A—-Thn
Mittel
Tempe-
ratur
DC
— 27,0
— 28.0
— 310
— 31,0
— 22,5
— 21,6
— 18,5
— 19,0
— 19,9
— 25,85
— 29,8
—25,0
— 10
— 188
F
5° 41,8
5° 56,3°
5° 50,0‘
5° 31,3'
5° 12,5'
9 35,0°
„o 8,8
Oö 36,8
y° 36,3
5° 31,3
15° 53,8'
15° 46,3’
15° 21,3
15° 43,8
15° 51,3
[5° 4385
15° 49,3'
15° 53,8‘
1° 1,8'
1 © 41,3'
1° 41,3'
| ° 48,8’
1° 21,8
ı >? 48,8‘
1° 55,0‘
1° 51,3
15° 51,3‘
15° 43,8
15° 43 8'
15° 51,8'
15° 48,8’
15° 51.3
Ss1° 42"
S1° 43°
S1° 52
S$1°31'
31947
31° 59’
32° 2
31° 59’
31° 54
81° 42'
31° 23‘
31° 28’
81° 50‘
31° 52‘
31° 58
390 m
81° 38’
31° 20
31° 54
31° 46°
81° 53°
31° 48'
31? 59
32° 7
32° 7
|
|15° 37,2 15° aa9ı 81° gl
Bemerkungen.
Tageszeit und Temperatur fehlen.
Tageszeit und Temperatur fehlen.
d., ist wohl um 1° zu klein.
Starker Nordoststurm.
Starker Südsturm,
Nurdsturm.
Es ergiebt sich aus der obigen Tabelle, dafs die magnetische Deklination
für Anfang April 1900 aus den Mitteln der beiden Nadeln sich zu rund 15° 40'’W
stellt. — Die Beobachtungstageszeit ist immer zwischen 5" und 7" des Nach-
mittags, um welche Zeit die Kurve der täglichen Schwankung der Deklination
durch die Nulllinie geht, so dafs also zur Reduktion auf das Mittel des Tages
anter normalen Verhältnissen eine Korrektion an dem erhaltenen Werthe nicht
anzubringen wäre. In neuerer Zeit sind unter Berücksichtigung der durch Nansen
and die schwedische Expedition erhaltenen Beobachtungen die Isogonen über
Spitzbergen gezogen worden. Danach ist für die Position in Pikes house im
Jahre 1901,0 die Deklination 14° 10‘ W, also für die Zeit der Bauendahlschen
Beobachtungen 14° 3‘ W. — Aus den in früheren Jahren (1892 und wieder 1898)
in der Nähe von Pikes house ausgeführten Beobachtungen ergiebt sich die