Zur Küstenkunde des Feuerlandes
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Den Neuen Hafen steuert man am besten an, indem man auf die Mitte
der Bucht zuhält, bis ein kleiner in einen Rücken auslaufender Hügel in Sicht
kommt, der an der Nordostseite des Hafens liegt. Sobald man diesen Rücken
erkannt hat, steuert man darauf zu, bis der am Strande stehende Schuppen mw.
N20°W peilt. Diese Peilung nimmt man als Kurs auf, den man bis zur 10 m-
Linie beibehält. Auf keinen Fall darf man sich der Küste der Inutil-Bucht auf
weniger als 4 Sm nähern, um die geringen Tiefen zu vermeiden, die einen grofsen
Theil der Bucht unbefahrbar machen.
Aus den wissenschaftlichen Ergebnissen der Polarfahrt des
„Matador“ unter Führung des Kapt.-Leut. a. D, Oskar Bauen-
dahl, Herbst und Winter 1900/1901.
II. Theil. Astronomische Ortsbestimmungen während der Trift
im Packeise vom 25. September bis 28. Oktober 1900.
Beobachter Kapt.-Leut. a. D. Bauendahl.
Um 8,4" p Deneb Kimmabstand über Eishorizont = 53° 5,6‘. Danach
81° 54,0‘ N-Br.
Um 8 1” 28* nach Chronometer, dessen Stand = + 1” 36,8%, Kimm-
abstand « Aurigae = 42° 20‘ 10“. Danach 19° 25‘ O-Lg.
Um 4%" a Kimmabstand ß Tauri über Eishorizont = 36° 27‘ 50“.
Danach 82° 7,8 N-Br.
Um 10,7" p Kimmabstand @& Andromedae == 37° 14‘ 30. Danach
31° 22,5 N-Br. ,
Um 11* 34” 37,6° p nach Chronometer, dessen Stand = +1” 53,0°,
Kimmabstand &« Lyrae über KEishorizont = 36° 50‘ 10”. Danach
1° 50,6‘ O-Le. ;
Um 712” 51° nach Chronometer, dessen Stand = + 1” 58°, « Polaris
= 80° 13‘00%. Danach S0° 42,5‘ N-Br.
Um 7% 17" 18° p nach Chronometer, dessen Stand = -+ 1” 5»°, Kimm-
abstand « Andromedae 44° 4‘ über Eishorizont. Danach 0° 37,5’ W-Lg.
Um 4,1" p 2h a« Lyrae = 97° 47. Danach 79° 49,1‘ N-Br.
Um 6% 36" 29,9°p nach‘ Chronometer, dessen Stand = + 2” 6,5°,
2h Algenib = 95° 5’ 20%“. Danach 2° 2} W-Lg.
Augeshöhe bei allen Beobachtungen = 2,7 m.
III. Theil. Meteorologische Beobachtungen vom 23. November1900
bis 23. Juni 1901.
Beobachter Kapt.-Leut. a. D. Bauendahl und Steuermann Drefsler,
Die Beobachtungen sind nach den in der „Instruktion zur Führung des
meteorologischen Journals der deutschen Seewarte“ gegebenen Regeln ausgeführt.
Die der Art der Bewölkung beigefügten Zahlen .geben an, wie viele Zehntel des
Himmels mit dieser Wolkenart bedeckt waren. Des leichteren Verständnisses
halber möge die Erklärung der gebrauchten Abkürzungen hier nochmals wieder-
holt werden.
Beauforts Bezeichnung des Wetters.
b = Klarer Himmel h = Hagel p = Regenschaner! t = Donner
c = Kinzelne Wolken 1 = Blitzen q — Böig a = Drohende Luft
dl = Staubregen m = Diesig vr = Regen y = Sehr durchsichtige Luft
f = Nebelig 0 = Bedeckter Himmell s = Schnee w = "Fhau .
g = Trübe ' .
N B. Gröfßsere Stärke einer Erscheinung bezeichnet man durch Striche unter den Buchstaben, z..B.:
F == starker Regen, w == sehr starker ”Ehau, a = eine äufserst heftige Böüe. )
1) Der erste "Theil der Mittheilung über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Polarfahrt‘ des
‚Matader* ist in „Ann. d, Hydr. etc,“, 1901, Heft IX, Seite 414 ff, erschienen,