Jamestown auf St. Helena.
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Ballast zu nehmen, so warte man nicht damit bis zur letzten Zeit, sondern be-
nutze jede Gelegenheit, wenn ruhiges Wasser ist, Löschen kann man länger, da
die Ladung aus den Leichtern mit einem Krahne genommen wird.
Weitere Unkosten hat man in St. Helena nicht, als für jede Tonne ge-
löschter Ladung 1 sh. Dauerproviant ist nicht allzu theuer, aber frischer Proviant,
wie Fleisch und Kartoffeln, standen zu unserer Zeit ziemlich hoch im Preise;
ersteres kostete 10 d und war sehr selten zu erhalten, letztere etwa 11 sh für
100 Pfund; Kohl und anderes Gemüse war immer reichlich am Platze und
preiswerth.
Reparaturen sind schwer auszuführen, auch sind nur wenige Zimmerleute
am Orte. Der Tagelohn eines solchen an Bord beträgt aufser Beköstigung für
den Tag 1 £.
Zur Küstenkunde Portoricos.
Nach „Notice to Mariners“ No. 921. Washington 1901.
Guayanilla-Hafoen an der Südküste der Insel Portorico. CGuayanilla-
Hafen ist ein vorzüglicher Hafen und der beste auf der Insel. Von der West-
seite der Einfahrt erstreckt sich ein langes Riff ostwärts, so dafs zwischen dessen
Ende und dem östlichen Riffe nur eine schmale, immerhin genügend breite
Durchfahrt offen bleibt. Die Wassertiefe in dieser Durchfahrt beträgt über 24 m.
Die Einfahrt ist zur Zeit nicht betonnt. Der Schornstein einer alten Zucker-
fabrik, oben roth und unten weiß gestrichen, in Deckpeilung mit einem hohen
und auffälligen Berggipfel, in etwa rw. N 23° W- (mw. NNW)-Peilung, führt
durch die Einfahrt. Der Gipfel dieses Berges ist an seiner Ostseite abgerundet
und an der Westseite eingezackt. Der Schornstein ist von Weitem zuerst nicht
so leicht auszumachen, da seine Farben matt sind; auch stehen noch zwei
bedeutend auffälligere Schornsteine westlich von ihm. Der in Frage kommende
steht zwischen zwei Häusern, das östlichere ist gröfßser als das westlichere und
gelblich angestrichen. Man halte den Schornstein an der abgerundeten oder
östlichen Seite des Gipfels.
Bei der Ansteuerung von Westen steuere man gut frei von dem Riffe
und halte sich in mindestens einer Seemeile Abstand von der äufseren Brandung.
Das Land an der Westseite des Hafens ist hoch und von einem auffälligen
steilen Felsen durch ein Thal und Sandstrand, früher die Mündung des Yauco-
Flusses, getrennt. Oestlich von der Einfahrt liegen mehrere niedrige, bewaldete
Inselchen. Schiffe, die von Osten den Hafen ansteuern und allmählich auf diese
Inselchen zu drehen, können in !/a Sm Abstand von der westlichsten die Leit-
marke für die Einsteuerung aufnehmen. Die Riffe werden dann deutlich sichtbar
sein. So weit bekannt, kann man das Riff, das sich von der westlichsten Insel
erstreckt, dicht an St. B. lassen.
Nach englischen Quellen findet man im Hafen einen Ankerplatz auf 10 m
Wasser. . Die Stadt Guayanilla liegt am Nordufer des gleichnamigen Flusses,
etwa 1'/a Sm von der Mündung entfernt. Die Ausfuhr besteht aus Kaffee,
Zucker und Mais.
Zur Küstenkunde Venezuelas.
Nach „Notice to Mariners“ No, 922. Washington 1901.
Carupano.!) Berichtigungen zu der amerikanischen Karte No. 1692.
Salinas-Huk ist eine scharfe, sich nach Nord erstreckende Huk. Jarro-
Inselchen liegt ganz frei und nördlich davon, so dafs es, von Ost gesehen,
mindestens 18 m davon frei liegt. Unmittelbar westlich davon biegt die Küste
nach Süd und dann nach West, wodurch eine der Carupano-Bucht ähnliche Bucht
gebildet wird, Eine Häuserreihe liegt an der Ostseite dieser Bucht.
Hernan Vasquez-Huk heifst nur einer von den sich ostwärts erstreckenden
steilen Felsabhängen. Die Inselchen vor dieser Huk sind nur Klippen, die dicht
unter Land liegen und bedeutend weniger auffällig sind, als auf der Karte an-
gegeben ist.
\ Vgl. auch „Nachr. f. Seef.“ 1901. No. 1015.