Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1901.
Waarenverkehr mit dem Auslande:
Werth
Einfuhr... .. 93000 M.
Ausfuhr. . . . . 544000 A.
Hafenunkosten. Für Laden von Weizen und Mehl 35 c die Tonne,
Lachs 456 die Tonne, Holz 1'A4 $ für 305m. Für Löschen von Kohlen 406 die
Tonne, Stückgut 40 bis 45 ec die Tonne, Ballast 35 c die Tonne.
Die Fahrt von Astoria nach Portland wird am besten unter Führung
eines Lootsen, den man in Astoria an Bord nimmt, im Schlepptau eines Schleppers
anternommen. Die Betonnung des Fahrwassers wird nach Bedarf geändert. Nach
Kapt. C. Denkers Ansicht können Schiffe von 6,4 bis 6,7 m Tiefgang stets
ohne Gefahr von Astoria nach Portland geschleppt werden. Das Schiff „Arthur
Fitger“ verliefs Portland mit einem Tiefgang von 6,6 m und kam nach 28 Stunden,
ohne den Grund berührt zu haben, in Astoria an, mufste hier aber 8 Tage
warten, da die Barre hohen Seeganges halber unpassirbar war. Nach neuesten
Berichten beabsichtigt man, das Fahrwasser allgemein auf 7,6 m zu vertiefen.
Nach Kapt. W. Rasch müssen die Schiffe laut Charterpartie die Leichterkosten
selbst tragen; die Oregon Railway & Navigation Co. berechnet für 100 bis 200 t
Ladung oder so viel, als ihre Dampfer bequem tragen können, nichts. Vgl, auch
die Bemerkungen unter Lootsenwesen und Schleppdampfer.
Der Columbia-Flufßs ist für grofse Schiffe bis nach den Kaskaden, 123 Sm
oberhalb seiner Mündung, schiffbar; sein gröfster Nebenflufß, der Willamette, bis
nach Portland, 93 Sm oberhalb der Mündung.
Die Stadt Portland liegt auf beiden Seiten des Willamette-Flusses. Die
Einwohnerzahl betrug 1890 mit Einschlufs der beiden am rechten Ufer liegenden
Vorstädte East Portland und Albina 62000, darunter 3000 Chinesen. Portland
ist die gröfste Stadt und Handelsstadt des Staates Oregon und in beständigem
Wachsen begriffen. Kabel- und elektrische Bahnen durchschneiden die Stadt.
iHafenanlagen. Landungsbrücken, die mit Gleisen belegt sind, sind in
den Fluß hineingebaut. Sie liegen meist höher als das Deck des Schiffes, so
dafs Getreidesäcke auf Schütten leicht ins Schiff gleiten können. Die Lösch- und
Ladevorrichtungen sollen zweckentsprechend sein. Bei Regenwetter braucht die
Arbeit nicht unterbrochen zu werden, da man vom Stauer gegen 20 $ Schutz-
dächer von der Brücke bis zum Schiffe haben kann. Löschen und Laden geht
sehr schnell, wenn genügend Getreide vorhanden ist. Schiff „Neck“ wurde in
5 Arbeitstagen mit 3300 t Gerste beladen. Baggerarbeiten sind im Gange, um
Jen Hafen zu vertiefen. Ende 1899 betrug die Wassertiefe im Hafen 7,0 m.
Eine neue Landungsbrücke von 20 000 t Tragfähigkeit ist neuerdings erbaut
worden,
Hafenordnung. Die Hafenanlagen sind dem Hafenmeister unterstellt. ’)
Da die Hafenordnung nicht allgemein an Bord gebracht zu werden scheint, möge
ein Auszug aus derselben hier folgen.
1. Schiffe, die innerhalb des Hafens ankern müssen, müssen unterhalb
Albina-Fähre und an der Westseite des tiefen Fahrwassers ankern. Um das
Schwaien zu verhüten, müssen sie mit einem Buganker voraus und einem Strom-
auker achteraus vertäuen. Schiffe, die von den Landungsbrücken abholen und
im Strom auf Ladung warten wollen, müssen in derselben Weise verankert
werden, so dafs das Fahrwasser für ein- und auslaufende Schiffe frei bleibt.
Auch dürfen sie nicht in geringerem Abstande als 122 m von einer Brücke oder
Fähre ankern. Schiffe, die von einer Landungsbrücke nach einer anderen ver-
holen, sollen, wenn sie eine Drehbrücke oder den Kurs der Fährdampfer passiren
müssen, oder wenn sie von einer Seite des Flusses nach der anderen verholen,
geschleppt werden, wenn sie nicht eine schriftliche Krlaubnifs vom Hafen-
meister haben.
2, Schiffe mit Raaen müssen, wenn sie an einer Landungsbrücke liegen,
an der Wasserseite einen Anker klar zum Fallen haben. Die unteren Raaen
müssen scharf angebrafst werden, wenn sie nicht beim Laden oder Löschen ge-
‘) Kapt. W. Rasch bemerkt hierzu: „Einen Hafenmeister giebt es nicht, wenigstens hat
sich bei meinem Schiffe kein sulcher sehen lassen. Der Inspektor der »Uregun Railway & Navi-
zation Co.« ist in Hafenangyelegenheiten die bestunterrichtete Person“.