Portland (Oregon).
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tember 1899 hatte der Einfahrtkanal nur eine Wassertiefe von 8,5 m bei Niedrig-
wasser und war °/s Sm breit. Die mittlere Fluthhöhe beträgt 2,3 m. Bei
schlechtem Wetter sollten Schiffe die Barre nur kreuzen, wenn sie 3,0 bis 3,7 m
Wasser unter dem Kiel behalten, wodurch zu Zeiten ein längeres Warten vor
der Barre verursacht wird.
Einsteuerung in den Flufs. Da sich die Barre häufig verschiebt, können
Anweisungen für die Einsteuerung nicht gegeben werden. Man warte aufserhalb
der Barre auf einen Lootsen. Kapt. Th. Henke berichtet über das Passiren
der Barre: „Am 29. Oktober 1900, nachmittags 4" 40”, erhielten wir vor
der Barre von einem Schlepper einen Lootsen, da der Lootsenkutter zur
Ausbesserung im Hafen lag. Das Feuerschiff war auch noch nicht ersetzt.
Da die Barre. infolge der Brandung unpassirbar war, so hielten wir bei
fallendem Barometer und zunehmendem Westwinde vom Lande ab. Nachts
wehte ein Sturm (Stärke 10). Am folgenden Tage hielten wir uns in etwa
35 bis 40 Sm Abstand von der Küste. Am 31. Oktober passirten wir die
Barre und segelten ein, da der Schlepper die Barre nicht passiren konnte.
Auf der Barre stand noch starke Brandung, durch die wir hindurchsegeln mulsten.
Eine See, die über das Heck lief, hätte fast die beiden Rudersleute und das
Ruderhaus mit fortgerissen. Es ist ein schauerlich prächtiges Schauspiel, die
Barre bei so hoher Brandung zu passiren. Wie ich höre, können beladene
Schiffe oft in 2 bis 3 Wochen die Barre nicht passiren.“
Bei klarem Wetter, schlichter Barre und gutem Winde ist es nach der
Meinung des Kapt. W. Rasch durchaus nicht schwierig, in den Columbia - Flufs
hineinzusegeln, aber bei rauher Barre ist dies für Fremde unmöglich, weil dann
die Einfahrt nicht zu erkennen ist. Ob man einsegelt oder sich einschleppen
Jäfst, ist, was den Kostenpunkt anbelangt, gleich; Schlepplohn mufs unter allen
Umständen bezahlt werden.
Die Stadt Astoria liegt am nördlichen Abhange eines Bergrückens am
südlichen Ufer des Columbia-Flusses und wurde im Jahre 1811 auf Veranlassung
von Joh. Jak. Astor von der Pelzhandelskompagnie gegründet. Der gröfste
Theil der Häuser ist auf Pfählen erbaut. Man ist eifrig bemüht, die steilen Ab-
hänge im Rücken der Stadt abzutragen und damit die Wasserkante aufzufüllen,
Im Verhältnifs zu anderen amerikanischen Städten ist die Stadt seit ihrem Be-
stehen nur wenig gewachsen. Astoria hatte 1890 6184 Einwohner. Während
der Zeit vom April bis Juli wird hier hauptsächlich Lachs gefischt, so dafs zeit-
weise mehr als 1000 Boote zu gleicher Zeit im Flusse bis zur Barre thätig sind,
Von der Stadt bis nach Upper Astoria und bis nach Tongue-Huk hin erstrecken
gich viele Landungsbrücken in den Flufs hinein, an denen Lachs gelandet und
für den Versand, meist von Chinesen, zubereitet wird. Die Gesammtlänge der
Brücken beträgt etwa 900 m; die Wassertiefen schwanken zwischen 6 und 11m
bei Niedrigwasser, Neuerdings hat man auch begonnen, gefrorene Lachse zu
versenden. Der Lachs wird gröfstentheils mittelst Eisenbahn nach den atlantischen
Häfen und nach Hamburg verschickt. Andere wichtige Ausfuhrartikel sind
Weizen und Holz. Zweimal täglich verkehren Dampfer zwischen Astoria und
Portland. Die Dauer einer Fahrt beträgt stromaufwärts zehn Stunden, strom-
abwärts acht Stunden. Jeden vierten Tag laufen Dampfer der Union Pacific-
und der Pacific Coast-Gesellschaft nach San Francisco. Auch besteht Dampfer-
verbindung mit Vietoria in Britisch - Columbien mit Anschluß an die Canadian
Pacific - Eisenbahn. Astoria ist Endstation der Eisenbahn Portland — Astoria.
Post und Telegraph sind am Orte.
Schiffsverkehr
im Jalıre 1899
Insgesammt , . . ..
Davon deutsche . . .
amerikanische . .
englische. . .
.
Eingelaufen
Dampfer Segler
Reglater: Register-|
Zahl | tonnen Zahl | tonnen )
Ausgelaufen
Dampfer | Segler
Zahl | Register-| 7.11 | Register-
tonnen tonnen
2349 334906
1 1.065
331 297.961
15 | 831173!
148
6
43
85
207 365
29548 —
20751, 286
151 657 ) 8
205
317969! 82 | 88060
206045 | 45 19 471
18813] 36 | 67631