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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Ann. d. Hydr. etc., XXIX. Jahrg. (1901), Heft X. 
1A 
Portland (Oregon). 
Nach Berichten der Kapt, Fr. Reiners, Schiff „Neck“; A. Hansen, Schiff „Tarpenbek“; W. Rasch, 
Schiff „Margretha“; J. Schulte, Schiff „Nereus*; C, Wilhelmi, Schiff „Lika“; C, Denker, Schiff 
‚Arthur Fitger“; Th. Henke, Schiff „Gertrud“; P. Schober, Viermastschiff „Peter Rickmers“; 
H. Fettjuch, Viermastbark „Niobe“; Nie, P. Moritzen, Viermastbark „Eilbek“; M. Mark, 
Schiff „Ferdinand Fischer“, und ergänzt aus englischen und amerikanischen Quellen, 
Kapt. C. Wilhelmi schreibt am 27, Dezember 1900: „Seitdem bessere 
Frachten für Weizen bezahlt werden, besucht eine ganze Flotte meist gröfserer 
Segler den Columbia-Flufs,“. 
Die Stadt Portland liegt etwa 90 Sm oberhalb von Astoria an der Ver- 
einigung dreier Hauptbabnlinien. Ihr rasches Emporblühen verdankt die Stadt 
hauptsächlich ihrer günstigen Lage am Willamette - Flusse, der bis Portland für 
die gröfsten Dampfer schiffbar ist, so dafs eine Verschiffung der Erzeugnisse 
des Willamette-Thales ohne Umladung aus Eisenbahnwagen möglich ist. 
Landmarken. Kapt. W. Rasch bezeichnet die Tillamook - Klippe mit 
14,6 m hohem weißen viereckigen Leuchtthurme und die Huk North Head mit 
15,2 m hohem weilßen kegelförmigen Leuchtthurme als die besten Landmarken. 
Nach Kapt. A, Hansen ist auch der ziemlich hohe und etwa 5 Sm lange Damm 
an der Südseite der Flufsmündung eine gute Landmarke. Der neue Leuchtthurm 
auf dem Kap Disappointment ist gut zu erkennen. Bei klarem Wetter ist der 
mit ewigem Schnee bedeckte 3020 m hohe 75 Sm östlich von der Einfahrt liegende 
Gipfel des St. Helens-Berges eine gute Landmarke. Sein Umrifs ist sehr regel- 
mäßig und hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks. Der Berg ist vulkanischer 
Natur, zeitweise steigt Dampf aus dem Innern auf, 
Ansteuerung, Das hydrographische Amt der Vereinigten Staaten hat 
vor Kurzem folgende Warnung erlassen: Die Seefahrer werden darauf aufmerksam 
gemacht, dafs bei der Ansteuerung des Columbia - Flusses ebenso wie an den 
anderen Theilen der Küste wegen der Verschiedenheit in Art und Richtung der 
Strömung ein sorgfältiger und ständiger Gebrauch des Lothes nothwendig ist. 
Kapt. C. Wilhelmi schreibt: „Die Küste von Oregon ist in Winter- 
monaten, besonders im Dezember und Januar, eine der gefährlichsten und 
stürmischsten‘ der Erde. Diese Ansicht ist sowohl unter den Lootsen des 
Columbia-Flusse& sowie unter den Führern der Küstenfahrer allgemein vertreten, 
Stürme wie diejenigen am 15. und 19. Dezember 1900 habe ich bis jetzt noch 
nicht erlebt. Im Monat Dezember sind im Norden von 40° N-Br im Stillen Ozean 
etwa 26 Schiffe als verschollen oder überfällig erklärt worden. Der englische 
Viermaster »Andrada« nahm am 11. Dezember vor der Barre einen Lootsen an 
Bord und ist seitdem verschwunden. Bekanntlich ist das Columbia - Feuerschiff 
zestrandet und nicht auf seiner Stelle. Wegen der starken Stromversetzung 
während der Süd- und Südoststürme ist besondere Vorsicht bei der Ansteuerung 
des Flusses nöthig, um so mehr, als dann diesiges unsichtiges Wetter vorherrscht.“ 
Kapt. M. Mark schreibt: „Um 10 Uhr vormittags am 12. März waren wir 
bei der Feuerschiff- Tonne und kreuzten dann vor der Mündung des Columbia, 
Fast jedesmal, wenn wir dicht vor der Mündung waren, flaute der Wind ganz 
ab. Das Schiff wurde von der Gezeitenströmung und Stromwirbelu ergriffen und 
konnte bei der flauen Briese aus den Stromwirbeln nicht heraussteuern. In der 
Nacht vom 13. auf den 14. März geriethen wir durch diese Strömung — wir 
batten am Abend in etwa 3 bis 4 Sm Abstand vom Leuchtthurme einen Lootsen 
erhalten — dicht unter die Nordküste und trieben auf etwa 45m Wasser ent- 
lang, jeden Augenblick klar zum Ankern. Bei südlichen, zeitweise nach SW und 
30 holenden Winden und gutem Wetter mufsten wir noch bis zum 16. vor der 
Einfahrt kreuzen.“ 
Kapt. H. Fettjuch berichtet: „Mit Tagesanbruch sichteten wir das 
Columbia-Feuerschiff in NO. Der Wind war SO, Stärke 4. Ein starker Strom 
setzte nach Norden, so dals wir kaum unsere Position halten konnten.“ 
2 Vegl. „Am, d, Hydr. ete,“, 1899, Seite 56; 1898, Seite 378; 1890, Seite 345; 1886, Seite 312 ; 
1875, Seite 425. Engl. Adm.-Karten No. 2839: Columbia River; No. 2531: Cape Mendocino to 
Vancouver Island. 
Ann. d. Hvädr. ate.. 1901. Heft X.
	        
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