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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juli 1901, 
Ein neues Hochdruckgebieß verlagerte seinen Kern am 16, bis 18. vom 
Kanal durch die Nordsee nach Skandinavien und umfalst an diesen Tagen fast 
ganz Europa, wie am 19. und 20. noch die Nordhälfte Europas; diesen Vorgängen 
der Wetterlage entsprechend, erfuhren die Winde eine Drehung von West über 
Nord bis NO, und es herrschte wieder trockenes, am 17. bis 19. ostwärts bis 
zur Oder heiteres Wetter, 
Das Hochdruckgebiet im Norden verlagerte sich dann nach Nordosteuropa, 
und Centraleuropa gehörte bis zum 27. verschiedenen Depressionen an, die an 
der Küste veränderliche Winde sowie Regenfälle und viele verbreitete Gewitter 
im Gefolge hatten, die sich am 22. über die westlichen Gebietstheile, am 25. bis 
27. aber über das ganze Gebiet erstreckten. 
Eine eigenthümliche Entwickelung zeigte die Wetterlage am 28, und 29,, 
indem sich die Depression von Centraleuropa nordwestwärts nach dem Norwe- 
gischen Meere verlagerte, während sich hoher Luftdruck über Kontinentaleuropa 
entwickelte. Die letzten Tage zeigten abermals ein vom Ozean über Central- 
europa ausgebreitetes Hochdruckgebiet, und dieses führte für die ganze Küste 
am 30. und 31. wieder heitere Tage herbei. 
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Bücherbesprechung. 
Martin Knudsen: Hydrographische Tabellen, nach den Messungen von Forch, 
Jacobsen, Knudsen und Serensen und unter Beihülfe von Biörn-Andersen, 
Hansen, Nielsen, Trolle, Wöhlk u. A. herausgegeben. Kopenhagen, 
G. E. C, Gad, und Hamburg, L. Friederichsen & Co. 1901. 8° V und 
63 Seiten. 
Welche außerordentlich grofse Summe geistiger Arbeit in Beobachtung 
und in Rechnung, und auch welche erheblichen Kosten das kleine, von allen auf 
dem Gebiete der Ozeanographie thätigen Forschern sehnlichst erwartete Tabellen- 
werk verursacht hat, davon dürfte man sich aufserhalb der Fachkreise nicht 
leicht eine richtige Vorstellung machen. 
Die Tabellen sind nach den Vorschlägen und unter der Kontrole einer 
internationalen Kommission in jahrelangen Studien entstanden und kennzeichnen 
einen Hauptabschnitt in der Entwickelung und Klärung der Behandlungsmethoden 
hydrographischer, d. h. ozeanographischer Probleme; von jetzt an wird man auf 
eine seit langer Zeit vermifste Einigkeit in den Reduktionsnormen für die meisten 
physikalischen Faktoren, welche das Meereswasser angehen, hoffen dürfen. Es 
ist vorläufig nur dasjenige Material veröffentlicht, was bei der 
praktischen Arbeit an Bord und den ersten Arbeiten an Land un- 
umgänglich nothwendig ist; man wird aber der Publikation auch der grund- 
Jlegenden Messungen, welche erst einen kritischen Einblick in die Arbeit gestatten, 
demnächst entgegensehen können. 
Die sieben Tabellen enthalten Folgendes: 
I) die zusammengehörigen Werthe des Chlorgehaltes in Gewichtspromille, 
des Gesammtsalzgehaltes ebenfalls in Gewichtspromille, des specifischen Gewichtes 
des Meerwassers bei 0° bezogen auf destillirtes Wasser bei 4° (SD), und in ähn- 
licher Weise des SE Der Salzgehalt ist als lineare Funktion des Chlorgehaltes 
in Rechnung gesetzt. 
2) Eine Titertabelle bringt die Werthe der Korrektion K, welche man 
der Ablesung bei einer Titrirung hinzufügen mufs, um den Chlorgehalt direkt 
in %o zu erhalten. Die genaue Chlortitrirung an Bord wird hierdurch zu einer 
sehr einfachen und zuverlässigen Beobachtung. 
3) Die dritte Tabelle dient unter Anwendung von drei Konstanten zur 
genauen Berechnung der Dichte SE wenn die Temperatur t° und’ das spe- 
eifische Gewicht SE gegeben sind. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen 
wird man mit der folgenden Tabelle 
4) auskommen, welche denselben Zweck ohne besondere Rechnung, nur 
eventuell unter Anwendung von 23 linearen Interpolationen, zu erreichen sueht.
	        
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