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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1901. 
Die aus den Aenderungen der Temperatur von Tag zu Tag für die drei Termin- 
beobachtungen, unter Absehung von den Vorzeichen der Aenderungen als arith- 
metisches Mittel berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur schwankte 
mit ihren gröfsten Werthen für die drei Beobachtungstermine zwischen 1,8° und 2,6° 
und zeigte die kleinsten Beträge am Morgen, die gröfsten am Nachmittage. 
Die Niederschlagsmengen waren, da sie meist in Begleitung von Gewittern 
fielen, sehr ungleichmäfsig vertheilt; neben Flensburg mit dem höchsten an der 
Küste beobachteten Betrage von 107,2 mm hatte Aarösund nur 13,3 mm und 
damit nächst Neuwerk mit 12,6 den kleinsten Betrag. Läfst man den Nieder- 
schlagstag um 8a M. E. Z. des gleichnamigen Kalendertages beginnen und sieht 
von geringfügigen und vereinzelten Niederschlägen ab, so fielen diese im Juli 
wesentlich am 3. und 4. an der Ostsee ostwärts bis zur Oder, am 8, an der 
preufsischen Küste, am 13. an der Nordsee, am 14. ostwärts bis Mecklenburg, 
am 15. von der Elbe bis Pommern, am 17. an der preufsischen Küste, am 19, an 
der pommerschen Küste, am 20. bis 22. an der Nordsee und westlichen Ostsee- 
Küste, am 23. und 24, ostwärts bis Pommern, am 25. bis 28, an der ganzen 
Küste und am 29, an der pommerschen Küste. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 
20 mm übersteigende Niederschläge fielen am 21. in Wyk auf Föhr (24), Flens- 
burg (30) und Kiel (28), am 22. in Borkum (45), Nesserland (51) und Flensburg 
(38), am 23. in Wismar (36), am 24. in Brake (22), am 25 in Keitum (51), 
Hela (20) und Pillau (22), am 26, in Wustrow (23), Colbergermünde (41) und 
Memel (27), am 27, in 'Thiessow (22) und auf Greifswalder Oie (26), am 28, in 
Wilhelmshaven (22) und am 29. in Grofs-Ziegenort (22). Gewitter traten in 
gröfserer Ausbreitung auf am 4, an der mecklenburgischen Küste, am 14, ost- 
wärts bis Mecklenburg, am 15. von dort bis Pommern, am 19, mehr vereinzelt 
an der mittleren und östlichen Ostsee, am 20. an der ganzen Küste, am 21. an 
der Nordsee und westlichen Ostsee, am 22, und 23. ostwärts bis Pommern, am 
24, an der Ostsee ostwärts bis zur Oder, am 25, bis 27. an der ganzen Küste und 
am 29. von der Oder ostwärts. — Nebel trat nur vereinzelt auf, in gröfserer 
Verbreitung am 9, und 17. an der Nordsee. 
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala 0 bis 10 beobachtete Be- 
wölkung im Mittel aus den drei Beobachtungen kleiner als 2 war, charakterisirten 
sich über gröfserem Gebiete der 1. zwischen Elbe und Oder, der %. und 3. an 
der ganzen Küste, der 6. an der mittleren Ostsee - Küste, der 9. an der Ostsee, 
der 10. bis 12. an der ganzen Küste, der (3. und 14. an der Ostsee, der 17. bis 
19. ostwärts bis zur Oder, der 20. bis 23. von der Oder ostwärts, der 24. an 
der preufsischen Küste und der 30. und 31. an der ganzen Küste. 
Infolge der dreimal täglichen Beobachtungen traten im Juli die westlichen 
bis nördlichen und nordöstlichen Winde durch gröfsere Häufigkeit hervor, 
während südliche Richtungen, besonders SSO bis WSW, verhältnilsmäfsig selten 
zur Aufzeichnung gelangten. 
Bis zum Morgen des 3. stand die Küste unter dem KEinflusse eines vom 
Ozean im Nordwesten über Skandinavien ausgebreiteten Hochdruckgebietes; bei 
östlichen bis nördlichen Winden herrschte vorwiegend heiteres Wetter. Eine 
tiefe Depression über Russland gewann sodann Einflufs, indem eine flache Theil- 
depression am 4. und in der vorhergehenden Nacht im Westen der Ostsee-Küste 
Regen und am 4. Gewitter an der mecklenburgischen Küste herbeiführte. Nach- 
dem an diesen Tagen mehr veränderliche Winde geherrscht hatten, drehten die 
Winde nach NW, als sich ein neues Hochdruckgebiet vom Ozean über Europa 
ausbreitete und die Depression am 5, und 6. nach Russland zurückdrängte. Die 
Niederschläge hörten auf, und es herrschte im Bereiche hohen Druckes am 10. 
bis 12. an der ganzen Küste heiteres Wetter; das Hochdruckgebiet verlagerte 
seinen Kern zunächst über Irland nach Skandinavien, so dafs die Winde nördlich 
bis östlich wurden, worauf etwas Zurückdrehen des Windes erfolgte, als der Kern 
höchsten Druckes wieder eine mehr westliche Lage annahm. 
Am 18. bis 15. erhielt sich hoher Luftdruck im Westen; es herrschte 
jedoch über Centraleuropa eine sehr veränderliche Luftdruckvertheilung, die 
mehrere flache Minima zeigte. Heiteres Wetter hatte die Ostsee-Küste noch am 
18. und 14., die Nordsee aber bereits am 13. Regenfälle, und diese breiteten 
sich an den folgenden Tagen, zum Theile von Gewittern begleitet, über den 
vrößeren Theil der Küste aus.
	        
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