Dinklage, L. K.: Staubfälle im Passatgebiet des Nordatlantischen Ozeans.
Journal S. 5088. Vollschiff „Marie Hickfeld“, Kapt. Kruse. 1899 Januar 21
auf 16,4° N-Br und 40,1°W-Lg Wind ONO 5, böiges Wetter und feiner Regen.
Mit Letzterem wurde in einigen Segeln röthlicher Staub niedergeschlagen. ‘Einige
Tage früher, vom 15. bis zum. 17. Januar, zwischen 5,2° N-Br, 31,7° W-Lg und
9,1° N-Br, 35,5° W-Lg war die Luft sehr diesig, besonders in der Kimm. Der
Ort, wo am 21. der Staubniederschlag erfolgte, ist von‘ dem nächsten in der
Windrichtung liegenden Punkte der Küste Afrikas, Süd Kap Blanco, 1330 Sm
entfernt.
Journal S. 5244. Vollschiff „Adelaide“, Kapt. Müller. 1899 vom 13. Fehrnar
an, als das Schiff auf der Fahrt nach Süden sich auf 11,7° N-Br und 23° W-Lg
Ort für drei Tage sehr diesige Kimm bei sonst klarer Luft, Wind NNO bis
(oO 5 bis 6.
Februar 16 auf 3,8° N-Br und 26,0° W-Lg fand man am Morgen in den
Toppen und am stehenden Gut einen sehr feinen mehlartigen Staub von röthlich
gelber Farbe. Wind NNO 5. Bald darauf verschwand ‚der Staubnebel, wahrend
7 N regnerisch wurde. Der Nordostpassat endete am 17, Februar auf
1,5° N-Br.
Journal D. 3831. Dampfer „Rio“, Kapt, Schweer, 1899 in der Nacht
vom 2 zum 3. März fand auf der Fahrt von Lissabon nach Bahia zwischen
38,0° N-Br, 9,8° W-Lg und 36,7° N-Br, 10,5° W-Lg ein starker Fall von Wüsten-
staub statt. Der Wind war SO bis 0SO 8 bis 7. Der Ort des. Staubfälles liegt
etwa 60 Sm westlich von Kap St. Vincent, Portugal, also ziemlich weit nördlich
von der Nordgrenze des gewöhnlichen Verbreitungsgebietes. Die zur Zeit vor-
bandene Luftdruckvertheilung —- eine Depression westlich von der Strafse von
Gibraltar — und die dadurch herrschenden Winde O und SO im Norden und S
im Süden der Straße, aus welcher letzteren Richtung auch „Rio“ den Wind am
Nachmittage des 3. März hatte, machen es jedoch auch in diesem Falle wahr-
zcheinlich, daß der Staub nicht von der Pyrenäischen Halbinsel, sondern von
Afrika, und zwar vielleicht aus Marokko, vielleicht aber auch aus der südlicher
gelegenen eigentlichen Wüste gekommen ist.
Ueber Staubfälle, die unter ähnlichen Umständen weit nördlich von der
gewöhnlichen Grenze stattfanden, ist in: diesen Annalen ‚vorher schon viermal
berichtet. Der erste Fall wird nach Mr. Teisserenc de Bort’s Mittheilung
im Jahrgang 1886, Seite 122, aufgeführt. Die starken östlichen Winde einer
aüdlicher liegenden Nepression brachten am 21. und 22, Februar 1883 auf deu
Kanarischen Inseln einen sehr starken Staubniederschlag, dessen Spuren nach dem
Bericht vom Dampfer „Holsatia“ von südlichen und südöstlichen Winden sogar bis
46° N-Br und 21° W-Lg getragen wurden. Ueber einen zweiten Fall meldet der
Dampfer „Lissabon“, der am 24. und 25. Februar 1891, als er auf einer Fahrt
von Teneriffa nach Lissabon auf etwa 33° N-Br und 13,5° W-Lg die Mitte der
vorhandenen Depression passirte, erst bei Nordwest- und dann bei heftigem Süd-
ostwinde mit dem Regen starken Staubniederschlag hatte. (S. Annalen 1891,
Seite 315 und 318.) Der dritte und vierte Fall finden sich in den Annalen 1898,
Seite 247 und 249, angegeben. In dem einen haite.der Dampfer „Paranagua“
am 13. Oktober 1896 eben nördlich von den Kanarischen Inseln Staubfall bei O 4.
Ferner wurde am.17. und 18. Februar 1898 zwischen. 28,0° N-Br, 16,5° W-Lg und
81,0° N-Br, 14,5° W-Lg@ auf dem Dampfer „Buenos Aires“ ein ununterbrochener
Staubfall beobachtet. Das Schiff, von Süden kommend, befand sich schon nördlich
vom Passatgebiete und hatte umlaufende Winde.
Journal D. 3819. Dampfer „Antonina“, Kapt. Schütterow. 1899 März 30
um 10%a verließen Porto Grande für Teneriffa. Luft diesig, hesonders in der
Kimm, Wind NO 3.
März 31 morgens auf 20,1° N-Br, 22,6° W-Lg noch immer dicke Luft;
bemerkten an dem Takelwerk rothbraunen Wüstenstaub. KErklärten uns durch
dessen Vorhandensein auch die diesige Luft, die wir schon gestern hatien. Die
Inseln San Vicente. und San Antonio waren ‚so in den Staubnebel eingehüllt,
dafs man aus einer Entfernung von 6 Sm kaum das Land sehen konnte.‘ Die
Luft blieb am 31. März dick und diesig bis Mitternacht: Wind NOzN 3.: Nachts
starker Thaufall,
Journal S.5302. Viermastbark „Alsternixe“, Kapt. Hellwege. 1899 März 31
nachmittags auf 26° N-Br und 24,3° W-Lg vollständige Windstille, zeitweilig unter-
Ann, d. Hydr. oto., 1001, Heft 1.
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