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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Aus den wissenschaftlichen Ergebnissen der Polarfahrt des „Matador“, 425 
Virgo-Hafen voll Schollen getrieben. Der seit dem 10./6. wehende nordnord- 
östliche Wind hat alles Eis von der Küste nach Westen getrieben, so dafs das 
Dänen-Gat und die See, soweit zu sehen ist, völlig eisfrei sind. Die „Antaretie“, 
die unter Leitung des Professors de Ger, die schwedische Gradmessungs-KEx- 
pedition nach den Sieben-Inseln bringen soll, lief heute in den Hafen, Diese 
hatte das Meer an der Westküste Spitzbergens völlig eisfrei gefunden. Von 
der Pikes-Huk aus erschienen nördlich von Smerenberg-Sund einige offene 
Wacken, sonst Alles voll Treibeis. 15./6. Eisverhältnisse wie am 13./6, Süd- 
Gat im südlichen Theile und östlich von der Moffen-Insel eisfrei. 17./6. Ein 
Theil der Schollen ist aus dem Virgo-Hafen durch die Strömung herausgeführt, 
es treiben nur noch vereinzelte umher. 
1./7. Die Schollen sind heute Nacht aus dem Süd-Gat herausgetrieben, 
das jetzt als eisfrei zu betrachten ist. Im Smerenberg-Sund liegt noch immer 
die feste Eisdecke. 5./7. Wir sind heute mit dem „Matador“ hier im Virgo- 
Hafen zu Anker gegangen. Der Hafen liegt noch immer voller Schollen, die 
jedoch. lose vertheilt liegen, so daß ein Durchsegeln möglich war, Die Schollen 
wandern mit dem Winde hin und her. Im Norden liegt das Eis vollständig 
dicht gepackt. Auch der am 19. und 20./6. wehende südliche Sturm hat das 
Eis nicht von der Küste abzutreiben vermocht. Im Kise sitzt die „Antaretic“ 
seit dem 13./6. und das norwegische Fangschiff „Martba“ seit dem 25./6. 9./7. 
Stillen und schwacher östlicher Wind haben das Eis etwas gelöst, so dafs es 
der „Antaretic“ diese Nacht gelungen ist, aus dem KEise herauszukommen, 
„Antarctic“ ist nach dem Eisfjord gedampft. (Fortsetzung folgt.) 
Notizen. 
1. Helles Meteor. Der I. Offizier vom Dampfer „Desterro“ A, Scharfe 
meldet: „Sahen am 15. Mai 1901 um 9" 25" N. w. Zt. in 47° 35‘ N-Br, 8° 43‘ W-Lg 
ein auffallend helles Meteor mit starkem bläulichen Lichte bei gänzlich stern- 
klarem Himmel, nur etwas dunstig in der Kimm. Dasselbe fiel in Ostsüdost- 
richtung aus dem Sternbilde des Herkules aus einer Höhe von etwa 25° mit nur 
wenig Geschwindigkeit senkrecht hinabgleitend bis zu einer Höhe von etwa 10°, 
in welcher dasselbe erlosch und wie zerbröckelte glühende Körper im Dunst- 
kreis verschwand. Seine Lichtstärke nahm auffallend zu bis zur Hälfte seiner 
Bahn, alsdann wieder bis zum Erlöschen abiehmend. Dauer der Erscheinung 
etwa 3 bis 4 Sekunden: Wind zur Zeit ONO 5 bis 6.“ 
2. Philadelphia, - Kapt. Th. Henke berichtet. hierüber, dafs er am 
7. April 1900 um 8 Uhr vormittags das 5 Faden-Bank-Feuerschiff passirt, jedoch 
erst um I Uhr nachmittags auf der Höhe von Kap Henlopen einen Lootsen er- 
halten habe. Seit etwa zwei, Jahren haben die Lootsen einen Dampfer, ihre 
Station ist jetzt bei Kap Henlopen. Segelkutter findet man draufsen nicht mehr 
vor, was bei unsichtigem Wetter für grofse Schiffe leicht einen ein- bis zwei- 
tägigen Zeitverlust zur Folge haben kann. 
3. Wasserhosen an der Ostküste von Australien. Kapt. C. Frie- 
drichsen vom Vollschiffe „Senator Versmann“ berichtet in dem Journal seiner 
Reise von London nach Brisbane am 15. Mai 1900, unweit südöstlich von Kap 
Moreton über ein aufsergewöhnlich zahlreiches Auftreten von Wasserhosen. Am 
14. Mai — mittags auf 29° 20' S-Br und 155° 59’ O-Lg — herrschte nachmittags 
frische Briese aus Süd bei trübem bewölkten Himmel und hohem Barometer- 
stande. Abends begann es zu blitzen in NO; die obere Luft zog aus Nord, die 
untere aus SSO. Gegen 8 p heftige Böe aus NO mit Regen, die bis 9* anhielt, 
dann wurde der Wind flauer und sehr unbeständig in Richtung und Stärke. Am 
15. Mai war der Wind den Tag über sehr veränderlich, die Richtung schwankte 
zwischen Ost und SW, und die Stärke war meistens nur 3 bis 4, doch fielen 
mehrfach heftige Böen ein. Morgens zeigten sich zwei Wasserhosen, mit dem 
Winde nördlich ziehend. Um Mittag peilte Point Lookout mw. SSW'/aW 4 Sn 
und Kap Moreton NWzN 10 Sm. Der Kapitän schreibt: „Den ganzen Nach- 
mittag hindurch waren wir fortgesetzt von einer Unmenge Wasserhosen umgeben.
	        
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