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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1901.
laufenden Richtung aufgebrochen und herausgetrieben. Im Norden Eishimmel.
Das Meer ist dort, soweit zu‘ sehen, mit Treibeis bedeckt, eine Folge des nord-
östlichen Windes. 30./3. Bis zum 28./3. haben nur nördliche bis östliche Winde
geweht. Die Eisverhältnisse waren infolgedessen unverändert. Am 28, und 29./3.
haben zeitweise südöstliche Winde geweht. Es sind infolgedessen im Norden
ärei schmale Streifen dunklen Wasserhimmels zu sehen, von denen der niedrigste
dicht über dem Horizont steht.
4./4. Schwache Dünung. Im nördlichen Theile des Dänen-Gats, einige
Seemeilen nach Westen von demselben und einige Seemeilen nördlich vom
Smerenberg - Sund eisfreies Wasser infolge des südöstlichen Windes. Im
Süd - Gat kein offenes Wasser. Nach SW hin sind von der Südseite der
Dänen - Insel Treibeismassen und offene Wasserstellen zu sehen. 17./4. Ein
außerordentlich starker Südsturm, der vom 14. mittags bis 16./4. mittags wehte,
hat am 15./4. eisfreies Wasser im Westen des Dänen-Gats, im Westen und Norden
auf See geschaffen. Heute ist auch der Smerenberg-Sund nördlich von der
Holländer-Huk an eisfrei geworden und sämmtliches Eis im Dänen-Gat und Virgo-
Hafen geborsten oder zu Schollen zerbrochen. An der Südküste der Amsterdam-
Insel ist ein Streifen offenen Wassers. Die Dünung ist heute noch zu bemerken,
18.4. Schwache Dünung. Auch im Süd-Gat ist offenes Wasser bis innerhalb
der Moffen-Insel. Sonst wie gestern. 25./4. 4"p. Ganz plötzlich von Westen
einlaufende Dünung hat das Eis des Virgo-Hafens von der Eckholın-Huk bis
Pikes-Haus, wo es noch fest lag, in etwa !/zs Stunde aufgebrochen und gegen
das noch festliegende Eis im Osten fest zusammengedrängt. 27./4. Die Schollen
sind seit dem 25./4. hin- und hergetrieben, je nachdem Wind und Strömung ge-
wirkt haben. 28./4. Zwischen den Schollen hat sich eine schwache Jungeisdecke
gebildet, 29./4. Stille und südlicher Wind. Im Westen und Norden dicht über
dem Horizont ein schmaler Wasserhimmel. 30./4. Nordnordöstlicher Wind.
Schmaler Wasserhimmel im Westen und im Norden nicht mehr.
8./5. Ab und zu auftretende schwache Dünung hat in Verbindung mit der
Strömung und warmen Witterung die Bildung von Jungeis verhindert. Die
Schollen sind, beeinflufst von Wind und Strömung, hin- und hergetrieben. Das
Dänen-Gat ist heute voll Eis getrieben. Zwischen dem Treibeis sind vielfach
offene Wasserstellen vorhanden, so im Westen auf See, im Westen im Dänen-
Gat, etwas nördlich von Pikes-Huk, in der Nähe des Fram-Gletschers, ebenso
im Norden auf See. Das Süd-Gat ist bis innerhalb der Moffen-Inscl eisfrei.
18./5. Seit dem 16./5. hat sich infolge der Stillen und schwachen Winde und
Nichtvorhandenseins jeglicher Dünung Jungeis im Virgo-Hafen gebildet. 24./5.
Schwache Dünung im Virgo-Hafen. Das Eis im Dänen-Gat ist aufgebrochen
und zum Theil herausgetrieben. Im Westen ist Wasserhimmel. In der Kimm
ist Alles voll Treibeis. Im Norden von Pikes-Huk war eine offene Wasserstelle
mitten im dicht gepackt liegenden Eis. Im Norden auf See Alles mit Eis be-
deckt. Nach Westen zu war die See eisfrei, bis auf einzelne Treibeismassen.
In der Kimm erschien Alles voll Eis. i
1./6. Wie am 24./5. Das Süd-Gat ist im westlichen und südwestlichen
Theil völlig, die See nach Südwesten hin bis auf einzelne Treibeismassen eisfrei,
2./6. Das Dänen-Gat ist voll Eis getrieben. 3./6. Das Kis im Dänen-Gat ist
durch den Südwind gegen die Amsterdam-Insel gedrängt, so dafs im Süden des
Dänen-Gats eisfreies Wasser ist. Schwache Dünung. 5./6. Schwache Dünung.
Dieselbe bat das Eis des Virgo-Hafens zu Schollen geborsten. Was nicht heraus-
getrieben ist, ist von dem südlichen Wind gegen die Deadmans-Insel getrieben,
darunter eine etwa 500 m lange Jungeisscholle, die einen Theil der den Virgo-
Hafen bedeckenden Eisfläche bildete. 10./6. Die Schollen im Dänen-Gat und
Virgo-Hafen sind je nach Wind und Strömung hin- und hergetrieben. So wurde
z. B. am 9./6. infolge nördlichen Windes das Dänen-Gat eisfrei und der Virgo-
Hafen voll Eis getrieben. Eine Bootsfahrt, die ich heute nach See zu bis zur
Kobbe-Bucht machte, ergab, dafs das Dänen-Gat, Kobbe-Bucht und die offene
See, soweit nach Westen und Süden zu sehen war, mit zahlreichen Schollen
bedeckt waren, die nur einem Boot einen völlig ungehinderten Weg gestatteten.
Von der Kobbe-Bucht nach Süden zu lagen die Schollen etwas dichter. Kin
Dampfer hätte den Durchgang auch noch forciren können. 13./6. Infolge des
nordnordöstlichen Windes ist das Dänen-Gat bis heute eisfrei geblieben und der