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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

122 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1901. 
schoben, und allmählich war aufserdem ein Theil des daran hochgespritzten oder 
übergebrandeten Meerwassers gefroren. An einzelnen Stellen hatte der warme 
Golfstrom das Eis von unten aufgelöst und bis an die Oberfläche des Eiswalles 
brunnenförmige Löcher ausgewaschen. Einzelne derselben waren mit Schnee 
bedeckt und machten die Durchfahrt an den Stellen gefährlich. Im Süd-Gat ist 
der westliche Theil bis innerhalb der Moffen-Insel eisfrei. 
28./1. Süd-Gat eisfrei bis zur Moffen-Insel, wie schon öfter. Im übrigen 
Theile des Süd-Gats und im Smerenberg-Sund lag das Eis fest. Der Virgo- 
Hafen, in dem sich vereinzelte Schollen befinden, ist mit einer schwachen Jung- 
eisdecke bedeckt. 29./1. Der Strom hat wieder etwas Eis in den Virgo-Hafen 
getrieben. Wind war am 28, und 29./1. nordöstlich. 30./1. Die infolge des 
Nordost aufgekommene, aber sehr schwache Dünung hat die Jungeisdecke anuf- 
gelöst. Fast alle Schollen sind aus dem Hafen getrieben, so dafs der Virgo- 
Hafen und das Dänen-Gat fast völlig eisfrei waren. 31./1. und 1./2. Virgo- 
Hafen und Dänen-Gat waren fast vollständig eisfrei. 
2./2. Infolge der niedrigen Temperatur (— 18,3° C.) haben sich seit dieser 
Nacht alle umliegenden Meerestheile mit einer festen, etwa 2l2 cm dicken Eis- 
decke bedeckt. 11./2. Infolge der niedrigen Temperatur, die seit dem 3,/2. 
geherrscht hat und im Maximum bis auf — 18,6° C. gestiegen und im Minimum 
bis auf — 41,0° C. gefallen ist, hat die am 2./2. gebildete Eisdecke eine Stärke 
von 30 cm erreicht. Im Westen des Dänen-Gats war ein schmaler Streifen 
offenen, von Norden nach Süden verlaufenden Wassers zu sehen. 12./2. Ich 
machte heute einen Ausflug nach dem Kap de Ger und konstatirte folgende Eis- 
verhältnisse: Die feste HEisfläche erstreckte sich genau ‚bis zum Kap de Ger, 
verlief von dort in nordnordöstlicher Richtung, bog einige Hundert Meter südlich 
von der Amsterdam-Insel nach ONO und erreichte dieselbe beim Mid-Kap (siehe 
Skizze). Das Meer war zum gröfsten Theil mit schlammigen, durch den Golf- 
Fig. 2. 
AMSTERDAM- 
yPikes -Huk 
) 
(ylbere AA 
» 
A 5 N -1. 
Kol, b- Bu A 
am 
3m 
strom aufgeweichten, nur wenige Centimeter dicken Jungeisschollen bedeckt. 
Dazwischen befanden‘ sich gröfßere und kleinere Massen Treibeis und offene 
Wasserstellen, Westlich von der Amsterdam-Insel trieben ein gewaltiger, einem 
KEisberg ähnlicher und mehrere kleinere Gletecherbrocken. Das offene Wasser 
reichte bis unmittelbar an das felsige steile Westufer der Dänen-Insel. Dieses 
starrte bis zu 15m Höhe an einzelnen Stellen von einem wilden Chaos von
	        
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