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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1901. 
mit nur geringer Geschwindigkeit läuft. 2./1. Etwas nördlich von Pikes-Huk 
ist eine kleine offene Wacke bis auf wenige Tage den ganzen Winter offen 
geblieben. Eis im Albert-Sund und im südlichsten Theil des Virgo-Hafens wie 
am 31. Dezember 1900. Auch das Dänen-Gat hat sich mittlerweile bedeckt. 
3./1. Das neugebildete Jungeis ist im Virgo-Hafen 15 cm stark. 6./1. Seit dem 
3. Januar haben westliche Winde zum Theil mit sturmartiger Stärke geweht. 
Daher ist im Westen Eishimmel, im Norden ab und zu ein kleiner Wasserhimmel, 
der wahrscheinlich dadurch entstand, dafs der Wind, wenn er wie am 3. Januar 
nach SSW oder wie heute nach WSW herumging, das Eis im Norden etwas 
von der Küste abtrieb. 10./1. Die seit dem 6. Januar wehenden Stürme haben 
draufsen eine starke Brandung verursacht. Auch hier im Virgo-Hafen ist eine 
starke Dünung bemerkbar, die in Verbindung mit Ebbe und Fluth das Eis am 
Uferrande aufgebrochen hat. Auch ist das Eis im nördlichen Theile des Dänen- 
Gats aufgebrochen. Einzelne Risse ziehen sich bis zur Eckholm-Huk. Von 
einem Wasserhimmel ist unsichtigen Wetters wegen nichts zu sehen. Vom 
11. Januar abends 9° etwa bis Mitternacht den 14 Januar hat der Wind mit 
wechselnder Stärke (0—10) aus NO bis NNO geweht. Er scheint das Eis von 
der Westküste abgetrieben und dort gröfsere Flächen offenen Wassers gebildet 
zu haben. Denn nur dadurch ist die am heutigen Tage (13. Januar), an dem 
Stillen mit ganz schwachen, aus verschiedenen Richtungen wehenden Winden 
abwechseln, deutlich vernehmbare, aufserordentlich starke Brandung zu erklären. 
Im Norden des Dänen-Gats ist das Eis am 13. Januar durch die Dünung auf- 
gebrochen und weggetrieben. Dort ist jetzt offenes Wasser, und die Nordost- 
dünung brandet mit lautem Dröhnen gegen die noch im Virgo Hafen befindliche 
Eisfläche und wird sie jedenfalls bald aufbrechen. Am 14, und 15./1. war eine 
verhältnilemäfsig starke Dünung im Virgo-Hafen, wodurch das Eis am Rande der 
den Hafen bedeckenden Eisdecke aufgebrochen und zum Theile herausgetrieben 
ist, so dafs einzelne Stellen eisfreien Wassers vorhanden sind. 16,/1. Die offenen 
Wasserstellen sind mit Schlammeis gefüllt. Das Letztere hat sich gebildet durch 
Schneefall sowie Auflösen und Zermahlen von Jung- und Scholleneis. Dünung 
ist schwächer. 17./1. Infolge der Dünung vom 14., 15., 16. und 17./1. ist das 
Eis längs des Uferrandes in einem breiten Streifen zu kleinen Schollen zerbrochen, 
so dafs dort jetzt offenes Wasser ist. Die Dünuug ist sehr abgeschwächt. An 
einzelnen Stellen hat sich ganz schwaches Jungeis gebildet. 18./1. Infolge des 
nordöstlichen Windes vom 16. und 17./1., der theilweise mit Stärke 10 wehte, 
ist die Brandung wieder stärker geworden und hat auch die Eisdecke, welche sich 
noch im Virgo-Hafen befand, zu Schollen zerbrochen. Der gröfste Theil der 
Schollen ist durch die Strömung aus dem Hafen und Dänen-Gat entfernt. 
Einzelne Schollen, zum Theil bis zu 30 m grofß, treiben mit dem Strom dicht 
an dem Strande des Virgo-Hafens längs, und zwar bei fallendem Wasser von 
Osten nach Westen, und biegen dann an der Westseite des Dänen-Gats in eine 
nördliche Richtung um und treiben in das Dänen-Gat. Bei steigendem Wasser 
läuft der Strom im Dänen-Gat von Westen nach Osten. Ein Theil wird 
dort von Pikes-Huk aufgehalten und biegt an ihr nach Süden und dann in seinem 
weiteren Laufe längs der Küste nach Westen um. Wenn jetzt hier ein Schiff 
verankert wäre, würde es von den Schollen entweder mitgenommen, oder auf 
den Strand geschoben oder jedenfalls stark beschädigt worden sein. Wäre ein 
Schiff weiter östlich verankert, würde es wieder der nordöstlichen Dünung zu 
sehr ausgesetzt sein. Der Virgo-Hafen ist mithin als ein zur Ueberwinterung 
ungeeigneter Hafen anzusehen, wenn man nicht so früh einläuft, dafs man in 
dem südlichsten Theil desselben noch offenes Wasser findet. Der Grund ist 
aber dort mit Steinen besetzt und nur für kleine Schiffe bis etwa 3 m Tiefgang 
zum Ankern geeignet. Eine geeignete Stelle mülste man sich erst vorher mit 
dem Boote aussuchen, denn dieser Theil ist nicht vermessen. 
Allgemeines, Bei der Dunkelheit läfst sich wenig über die KEisverhält- 
nisse im Golfstrom westlich und nördlich von Spitzbergen sagen. Dafs draufsen 
viel Eis ist, geht daraus hervor, dafs schon nach wenigen Stunden ein heller 
Eishimmel im Westen oder Norden erscheint, nachdem der Wird angefangen 
hat, aus Westen oder Norden zu wehen. Immerhin müssen zwischen den Treib- 
eismassen noch größere Stellen offenen Wassers vorhanden sein, oder das 
Treibeis muß lose vertheilt sein. Die ganze Wasserfläche hier in der Umgegend
	        
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