Wendt, E.: Bemerkung zu dem Aufsatz des Herrn Dr. Wirtz im Heft -VII. 409
Methode) die den drei Höhenbeobachtungen entsprechenden Standlinien konstruirt,
30 ist unter der Annahme, dafs allen Höhen derselbe Fehler anhaftet oder, besser
gesagt, dafs die Beobachtungsfehler gegenüber den konstanten Fehlern der Kimm-
tiefe. und des Instrumentes belanglos sind, der Mittelpunkt des einen der vier
Kreise, welche alle drei Standlinien berühren, der richtige Schiffsort.
Figp.2
Werden in den Fig. 1 und 2 die Richtungen, in denen die Gestirne stehen,
durch die Pfeile angegeben, £o ist in Fig. 1 O, in Fig. 2 O, der gesuchte Punkt.
Welcher von den vier Mittelpunkten zu wählen ist, läfst sich in jedem Falle
leicht entscheiden. Es ist immer der Punkt, in welchem sich unter Annahme
gleich grofser und gleichsinniger Höhenfehler die um diese in Seemeilen ver-
sehobenen Standlinien schneiden. In den den Fig. 1 und 2 zu Grunde gelegten
Beispielen sind alle drei Höhen zu grofs gemessen, — Die hier eingeschlagene
Methode liefert natürlich auch die wirklichen Höhen der Gestirne.
Zur Erörterung der hier mitgetheilten und, wie ich glaubte, allgemein be-
kannten Thatsachen fühle ich mich veranlafst, da sie Herr Dr. Wirtz in seiner
oben citirten Arbeit nicht erwähnt. ;
Bericht des Kapt. P. Albrand vom Schiffe „Osorno“ über die
Fahrt von Kap San Lucas nach Santa Rosalia, Unter-Kalifornien,
im Januar 1901. ;
Mit frischem Nordwestwinde auf die Südspitze Unter-Kaliforniens zustehend,
sichteten wir am 10. Januar 1901 um 6 Uhr morgens die Sierra de la Victoria,
Um: 11* a .passirten wir Kap Falsa, Dieses ist daran kenntlich, dafs es heller
Sand ist, auch die Bucht westlich davon hat einen weilsen Sandstrand, Je mehr
wir um das Kap herum kamen, desto flauer erhielten wir den Wind und auch
westlicher, bis wir dwars von der Bucht bei San Jose del Cabo waren. Die Reise
von Lizard bis Kap San Lucas war ‚137 Tage.
% Bei San Jose wurde es ganz flau, fast still, dann holte der Wind nörd-
licher, ja für kurze Zeit bis NO und ONO. Schon tagelang vorher hatten wir
viel Cirrus am Himmel und eine sehr schmierige Luft. Gegen Abend des
10. Januar wurde der Wind aus Nord steifer mit Böen von Stärke 6 und 7. Je
mehr wir vom Lande abkamen, desto mehr raumte der Wind bis NW, später
zurückgehend auf Nord. ‚Am Mittag des 11. wendeten wir westwärts. Der Wind
war anfänglich NzW; indem. wir uns dem Lande näherten, holte er bis NzO.
Noch immer wehte steife Briese, 6 bis 7, mit kurzer hackiger See. Abends 5!/2*
wendeten wir wieder ostwärts. Beim Sichten des Landes fanden wir, dafs wir
ungefähr 25 Sm verloren hatten. Ein Viermastschoner mit kreuzend.
. Auch in dieser Nacht holte der Wind, je mehr wir vom Lande abkamen,
von NzO bis NW 5. Das Wetter klarte endlich ab. Am Morgen des 12: Januar