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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

Zur Küstenkunde der Carolinen. 
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Inseln, von denen die nördlichste auf der englischen Admiralitäts-Karte No, 982 
als Gaudichaud-Insel bezeichnet ist. Die Quoi-Insel markirt sich nicht und 
scheint weiter nördlich zu liegen., Die auf dem Südriffe nahe der Einfahrt als 
Ferit-Insel bezeichnete ist nicht vorhanden. ; ; 
Man halte mit etwa WzN-Kurs auf die Südecke der südlichsten Insel zu, 
bis man das Riff deutlich branden sieht. In der Einfahrt halte man die nörd- 
liche Seite, um die in der Karte verzeichnete „Drei Faden-Stelle“ zu ver- 
meiden. Diese Stelle wurde nicht gesichtet, soll aber vorhanden sein, 
In der Einfahrt soll nach Angabe von Ortskundigen ein- und aus- 
laufender Strom wechseln. Beim KEinlaufen des „Cormoran“ lief der Strom aus 
und erzeugte, weil gegen die Passatrichtung laufend, eine steile kabbelnde 
See, die jedoch nicht gefährlich war. Beim Auslaufen war die See in der Ein- 
fahrt glatt, allerdings wehte an dem Tage der Passat nur schwach. In der Ein- 
fahrt wurden 20 bis 24 m Wasser dicht unter der nördlichen Riffkante gelothet; 
vom Mars aus war der Grund deutlich zu sehen. 
innerhalb der Einfahrt führt ein W!/2N-Kurs nördlich frei von der 
Insel Falo. Man passirt dabei auf mehrere hundert Meter an B. B. zunächst 
eine Untiefe und dann eine kleine Insel, die beide nicht in der Karte ver- 
zeichnet sind. Wenn man gut frei ist von der Insel Falo, so führt ein SW1LW- 
Kurs an den Riffen dieser Insel und der Insel Moen vorbei. 
An der Westküste von Moen markiren sich durch ein mit Steinen be- 
decktes Riff zwei Buchten. An der südlichen liegt die Missionsstation des 
Mr. Snelling. Boote können hier an einer kleinen Steinmole anlegen. An 
der nördlichen Bucht liegt die Handelsstation des Deutschen Gierow, ebenfalls 
mit Bootsanlegestelle. 
„Cormoran“ ankerte nach Angabe des Regierungslootsen, Hafenmeister 
Martens in Ponape, am 5. Januar um 9* 30” vormittags in der nördlichen Bucht 
auf 18m Wasser. Ankerpeilung: Berg Ton Azan NO%N, Berg Tukuen O'/S, 
Die später erfolgte Vermessung der südlichen Bucht mit Booten und 
Lothungen vom Schiff selbst ergaben, dafs auch die südliche Bucht guten Anker- 
grund und günstige Wassertiefen besitzt. Dies stimmt auch überein mit den 
Angaben des als Lootsen innerhalb der Gruppe zu empfehlenden Händlers Gierow. 
Die Strand- und Riffkonturen der Insel Moen sind in der englischen Ad- 
miralitäts-Karte nicht 1chtig angegeben; besonders die Nord- und Westküste 
zcheint gegliederter zu sein, als dort angegeben. Eine flüchtige Vermessung des 
Ankerplatzes siehe Skizze auf Tafel 34. 
. Am 6. Januar wurde um 9* 50” vormittags Anker gelichtet und mit einer 
Schraube und einer Maschine nach Toloas gedampft. 
Zwischen Moen, Toloas und Fefan sind keine Untiefen vorhanden. 
Die Lothungen auf den gesteuerten Kursen sind in der Karte Tafel 33 wieder- 
gegeben und nach Landmarken festgelegt. Um 11" vormittags erreichten wir den 
Ankerplatz zwischen Toloas und Tefan, wo 21m Wasser über Korallengrund 
stand, in der Peilung: Berg Tolomen N0z0!/40, Berg Uroras SS0*,20. Derselbe 
gewährt Schutz bei allen Winden. Zu beiden Seiten befinden sich unter Land 
flache Stellen, in der Mitte ist der Grund rein und gestattet auch gröfßseren 
Schiffen, vom Ankerplatz aus zu manövriren, um die Bucht nordwärts zu 
verlassen. 
Am 8. Januar, 7° vormittags, wurde der Anker gelichtet und mit einer 
Schraube und einer Maschine nach Udot gedampft. 
Für die Fahrt von Toloas nach Udot führt die Linie „Höchster 
(nördlichster) Gipfel auf Udot recht voraus, Berg Tolomen auf Toloas recht 
achteraus“ über reinen Grund, Die Lothungen sind in der Karte Tafel 33 an- 
gegeben. 
Die Umrisse der Inseln Udot und Jot (nicht Eot) sind ganz anders, 
als in der englischen Karte angegeben. Auch die geographische Lage der 
Inseln ist unrichtig. Nach einer auf der Ostspitze von Udot vorgenommenen 
Besteckrechnung liegt dieser Punkt südwestlicher, als jene Karte zeigt. Die 
richtige Position ist in der beigegebenen Karte mit einem Kreuz angedeutet. 
Dabei ist angenommen, dafs die von Kapt. Simpson von H. M. S. „Blanche“ be- 
rechnete Länge und Breite der Insel Tsis richtig ist. Es wurde um 8 37” 
vormittags in einer von Riffen eingeschlossenen kleinen Bucht auf 21 m Wasser-
	        
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