Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September
nie so hoch, dafs „Totmes“ mehr als 0,6 bis 0,9 m stampfte. Der Grund ist
sehr weich, schlammig.
Ueber die Lage der Santa Marta-Bank berichtet Kapt. R. Paefsler: „Die
Hafenkarte vom Caracas River No. 1393 ist unrichtig. In der Annahme, dafs
der Berg San Vincente und die WSW von Bellacas-Huk 4 Kblg. entfernte Land-
spitze (a) richtig verzeichnet sind, liegen die Klippen der Santa Marta-Bank
3 Kblg, weiter nach SW, als in der Karte angegeben ist.
Das Schulhaus liegt 1 Kblg. südlicher. Die Wassertiefen sind etwa 1,8 m
geringer. Westlich von der Nord—Süd-Linie, die Landspitze a SWzW 1'/ Sm
entfernt, sollen 5,5m und weniger Wasser sein, wo in der Karte 9 und 11m
verzeichnet sind. Vom Ankerplatze aus wurden auf Südwestkurs gepeilt: Die
Landspitzen a und c SSW; der Berg San Vincente OzN; das Schulhaus Ost;
die Mitte der Santa Marta-Bank NWzW!/2W; ein vom Strande auf einen Berg
führender Fußweg SS0!/40.
Nach diesen Peilungen liegt die Santa Marta-Bank 3 Kblg. südwestlicher
und das Schulbaus 1 Kblg. südlicher.
Kapt. G. Temme, Dampfer „Sesostris“, berichtet, dafs die Dreifadenstelle
auf der Rhede von Bahia de Caraquez in SO von der Santa Marta-Bank in der
Karte No. 1393 nicht richtig angegeben ist. Dieselbe befindet sich. nach von
ihm vorgenommenen Lothungen und Peilungen von Santa Marta-Bank in SO%S
3 Kblg. und vom Schulhause auf Punta Playa in W%N. An ihrer Südkante
wurde von dem genannten Kapitän eine rothe Tonne ausgelegt. Der empfehlens-
wertheste Ankerplatz befindet sich in der Kreuzpeilung: San Vincente in 0% 4N
and Fischermannshütte N! W.
Die Barre des Caraquez-Flusses ist stark versandet und kann selbst
von den als Leichter gebräuchlichen kleinen Segelfahrzeugen nur in der Zeit
zon einer Stunde vor bis eine Stunde nach Hochwasser passirt werden.
Diese Bemerkung des Kapt. R. Paefsler bezieht sich offenbar auf das
alte Fahrwasser, das um die Klippen vor Punta Playa herum auf kürzestem Wege
nach Bahia de Caraquez führt. Das nördliche Fahrwasser, der sogenannte
Manavi-Pafß, ist zur Zeit stark versandet.
Handelsverkehr. Dampfer „Totmes“ lud Steinnüsse, die in Säcken
längsseit gebracht und an Bord ausgeschüttet wurden. Die Ladung wird, wie
schon bemerkt, in kleine Segelfahrzeuge gelöscht und geladen; täglich können
nur etwa 100 bis 120 t geladen werden. Die Verschiffer haben laufende Ver-
sicherungspolicen. Der Besuch des Hafenkapitäns ist abzuwarten. Gesundheits-
pafs wird verlangt, Arzt ist nicht am Orte. Der Gesundheitszustand war an
Bord und am Lande gut. Das Laden wurde von einem Zolloffizier überwacht;
die Schiffsboote landen an der Zollbrücke von Bahia. In den Häfen Ecuadors
werden gewöhnlich drei Manifeste verlangt, von denen mindestens eins vom
Konsul beglaubigt sein mufs. Proviantliste nur pro forma. Frisches Fleisch
xostet 0,50 A das spanische Pfund: auch Fische und Frischwasser sind zu haben.
1901
Zur Küstenkunde der Carolinen.
Nach Bericht S. M. S. „Cormoran“, Kommandant Korv.-Kapt. Grapow.
(Hierzu Tafel 33 und 34.)
Ruk-Atoll.*) .
Ansteuerung und Nordosteinfahrt. Mit Hellwerden am 5. Januar 1901
kamen die hohen Berge von Moen (Uela) und Toloas (Doublon Island) in
Sicht. Die Ostkante des grofsen Gürtelriffes markirte sich trotz mäfsiger Be-
leuchtung infolge des frisch wehenden Passates sehr gut. Zur Einsteuerung
wurde die Nordosteinfahrt gewählt. Als gute Ansteuerungsmarke dienen die drei
mit Mangrove und Laubholz bewachsenen, nördlich von der Einfahrt gelegenen
1) Karte: B. 982, Truk or Hogolu Islands; Segelhandbuch: B. Pacific Islands, Vol. I, 1900,
Seite 496 ff.