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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1901. 
Jaß bei Springtide-Niedrigwasser und starkem Südostwinde im Sommer dort 
nicht einmal ein Sampan liegen kann. Die Wassertiefen im Hafen sollen geringer 
sein, als sie nach dem Konsulatsberichte angegeben sind. Die Bänke vor der 
Ostküste der Insel Kheumwölmi haben sich ausgedehnt, und die Fahrrinne ist 
jetzt sehr eng, so dafs jetzt Schiffe während Springtide-Niedrigwasser festkommen 
nd erst nach der zweiten Stunde nach dem Einsetzen der Fluth wieder flott 
werden. Dampfer werden im Hafen nicht mehr mit Bug- und Heckanker vertäut; 
diese Befestigung hat sich nicht hewährt, weil namentlich während des ersten 
Drittels der Ebbe der Strom stark quer über den inneren Hafen nach dem 
Nordende von Kheumwölmi hinsetzt und die vorn und achtern vertäuten Schiffe 
quer über den Hafen mit sich reifst. Es ist ein grofser Nachtheil, dafs die an- 
kommenden und abgehenden Waaren in den Zollschuppen nur 72 Stunden lang 
kostenfrei lagern dürfen; für eingeführte Waaren beginnt diese freie Liegezeit 
während das Schiff, das die Waaren brachte, ausklarirt hat. Zum Anlegen von 
Leichtern dient nur allein der Landungsdamm, der aber nicht mit Bahnschienen 
versehen ist. Für kleine Schiffe und Dampfbarkassen ist kein besonderer Liege- 
platz vorhanden, sie werden gewöhnlich irgendwo auf den Strand gezogen. 
Die Stadt Tschimulpo hat nach Mörsel etwa 42 Europäer, 10 Mischlinge, 
fast 5000 Japaner, etwa 500 Chinesen als Einwohner, der Rest besteht aus 
Koreanern. Die chinesische und die japanische Niederlassung liegen dem Hafen 
am nächsten und haben die beste Lage. 
Eisenbahn zwischen Tschimulpo und Söul ist 26 Sm lang und führt bis 
zum Westthor in Söul. Die Bahn läfst in jeder Richtung täglich fünf Züge gehen. 
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind etwa 1000 t. zu haben und zwar 
vei drei Händlern; die Firma E. Meyer & Co. hat stets Kohlen vorräthig, 
aufserdem sind zwei japanische Kohlenhändler am Orte, von denen die; Firma 
Kemura besonders leistungsfähig ist. 
FProviant, Preise sind im Allgemeinen jetzt höher; Kriegsschiffe haben 
ungefähr zu zahlen für Schweinefleisch per Pfund 18 cts., Hühner 45 bis 50 cts., 
Gemüse 8 cts., Kartoffeln per Pikul (133 Pfund englisch) 1,25 bis 2,00 Yen, je 
nach der Jahreszeit. Trinkwasser ist reichlich vorhanden. 
Söul. 
Die Schiffahrt auf dem Han-Flusse (Seite 254 des Handbuches „Die 
wichtigsten Häfen Chinas“), hierzu Tafel 31. 
Tschinampo.') 
Der Hafen Tschinampo liegt auf 38° 42‘ N-Br und 125° 31,7‘ O-Lg an 
der Ping Yang-Föhrde, etwa 15 Sm. innerhalb ihrer Einfahrt. "Tschinampo ist 
Vertragshafen seit Oktober 1897. 
Ansteuerung und Einsteuerung in die Ping Yang-Föhrde. Weil die 
Bänke nordwestlich und nördlich von der Insel Choda nicht genau bekannt sind 
and weil die Küstengewässer nördlich von der Einfahrt in die Ping Yang-Föhrde 
noch gar nicht vermessen sind, so muß man die Insel Choda stets vom Süden 
oder Südwesten her ansteuern. Das englische Handbuch?) empfiehlt für die An- 
steuerung auf Grund der japanischen Vermessungen von 1890 den in Folgendem 
beschriebenen Weg von Süden her längs der Küste; auch Kapt. Mörsel hat 
als Küstenlootse für das russische Kanonenboot „Otwaznji“ im Jahre- 1897 die 
„Innere Durchfahrt“ zwischen der Insel Choda und der Phelans Huk gewählt, 
ampfiehlt aber als bequemste Einsteuerung einen anderen Weg, der weiter unten 
beschrieben werden wird. 
Nach der englischen Anweisung, die mit grofser Vorsicht benutzt werden 
mufs8, bis ihre Zuverlässigkeit durch Erfahrung bestätigt ist, soll man zunächst 
die Huk Scho niu dok kak, die etwa 10 Sm. nördlich von der Insel Peng Yong 
to auf 38° 8’ N-Br liegt, ansteuern. Man umsteuert die etwa 40 m hohe Pillar- 
Klippe vor der genannten Huk mit 1 Sm Abstand; wenn die Pillar-Klippe SSO 
1) Engl. Adm.-Karten No. 1257: Approaches to Ping Yang Inlet; No. 1655: Southern 
Approach to Ping Yang Inlet; No. 1656: Ping Yang Inlet. 
% „The China Sea Directory“, Vol. IV. 1894.
	        
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