Vierter Nachtrag zu: „Die wichtigsten Häfen Chinas“
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Klippe frei steuert. Die Tiefenangaben in der englischen Adm.-Karte No. 1592
sind meist richtig. An zwei Flufskrümmungen haben sich an dem ausgebuchteten
Ufer flache Stellen gebildet, Auf der Barre vor Tschinhai findet man mindestens
3,7 m Wasser. Im Fahrwasser liegen auf der Strecke von Tschinhai nach Ningpo
noch drei flachere Stellen, von denen die eine etwa 1%4 Sm oberhalb Tschinghae
liegt und 2,7 bis 3,0 m geringste Wassertiefe hat, die andere liegt etwa 1,7 Sm
fAufsaufwärts von der vorigen und hat 2,7 bis 3,0 m geringste Wassertiefe; die
letzte liegt etwa 1 Sm oberhalb der vorigen und hat 2,7 m geringste Wasser-
tiefe. Etwa 6 Kblg. oberhalb des scharfen Knies unterhalb Ningpo hat der
Lootse am linken Ufer ein Riff entdeckt. Der Wasserstand im Flusse wird
außer durch die Gezeiten auch noch durch Wind und Wetter stark beeinflußt,
so dafs beim Nordostmonsun Schiffe von 5,2 bis 5,5 m Tiefgang bei Niptide
nach Ningpo gelangen können. Im Südwestmonsun ist der Wasserstand meist
niedriger.
Die koreanischen Häfen.
Nach dem Berichte des Lootsen, Kapt. F. H. Mörsel, vom 12. Juni 1901.
(Hierzu Tafel 31.)
Tschimulpo.
Einsteuerung in den inneren Hafen (Seite 250 des Handbuches „Die
wichtigsten Häfen Chinas“). Der Reisebericht S. M. S. „Alexandrine“ über die
Baken stimmt jetzt nicht mehr; Kapt. Mörsel sagt: „Ich habe die Baken für
die Einsteuerung in den inneren Hafen selbst auf der Stations-Insel im Jahre 1884
aufstellen lassen; ihre Deckpeilung sollte von dem Sandsteert an der Südspitze
Sowölmis freiführen. Als ich aus dem Zolldienst ausgetreten war, kümmerte
sich Niemand mehr um die Baken. Bei einer Untersuchung der Baken fand
ich, dafs der Sandsteert stark angewachsen war und dafs er bei besonders
niedrigem Springtide-Niedrigwasser stellenweise trocken fällt und sich jetzt viel
weiter nach Süden erstreckt, als die Baken anzeigen, Auch die inneren Baken
können jetzt nicht mehr als Leitmarken benutzt werden, weil die äufsere Bank
sich nach Westen ausgedehnt hat und das Nordende der Bank jetzt mit dem
Steert verbunden ist, der sich von Kheumavölmi nach Osten ausdehnt. . Deshalb
sind die genannten Leitmarken jetzt nicht zu benutzen, Auf die von der Säulen-
bake angezeigte Wassertiefe kann man sich ebenfalls nicht mehr verlassen, weil
die eben erwähnte Bank mit dem gleichfalls erwähnten Steert jetzt verwachsen
ist, die Barre also versandet ist. Bei der Koreietz-Klippe sollte gleich, nachdem
sie aufgefunden wurde, eine Tonne ausgelegt werden, weil diese Klippe in ge-
fährlicher Nähe des Ankerplatzes liegt, aber es ist nichts geschehen, und ich
glaube, ihre genaue Lage ist jetzt in Tschimulpo kaum noch bekannt.“
Lootsen, Kapt. Mörsel schreibt: „Da ich seit 1894 Lootse bin, bemerke
ich, dafs ich nur Schiffe aufsuche, wenn mein Dienst telegraphisch gefordert
wird. Meine Station ist dann die innere Baker-Insel, wenn es nicht besonders
ausgesprochen wird, dafs ich das Schiff bei der Schopaiul-Insel treffen soll; in
letzterem Falle erhöhen sich meine Gebühren, Ich bemerke hier, dafs ein
Japaner, der zuerst auf Dschunken, dann auf einem kleinen Dampfer von etwa
100 Registertonnen gefahren hat, sich hier als Lootse niedergelassen, aber vom
Zollamtsvorsteher keinen Lootsenpafs erhalten hat. Während ich ein Kapitäns-
patent habe, besitzt der Japaner nur ein japanisches Patent für die Küstenfahrt.
Das Zollamt ist nicht gewillt, ein Patent auszustellen, weil es die Verantwortung
nicht übernehmen will, umsomehr als Niemand da ist, der eine Prüfung vornehmen
könnte. Der Hafenmeister hat keine seemännischen Kenntnisse, was für diesen
Haupthafen sehr nachtheilig ist; das Gleiche ist der Fall in den anderen
koreanischen Häfen. Es wäre sehr erwünscht, wenn die koreanische Regierung
wenigstens hier einen sachverständigen Mann als Hafenmeister hätte. Wie die
Sache jetzt liegt, können Schiffsoffiziere weder hier noch in anderen koreanischen
Häfen Auskünfte über die Ansteuerung und über die Häfen selbst erhalten.
Der Hafen von Tschimulpo (Seite 250 des Handbuches „Die wichtigsten
Häfen Chinas“). Vor dem Landungsdamme ist der Grund stark versandet, so