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Annalen der Hydrographie und
Maritimen Meteorologie, September 1901
Vierter Nachtrag zu: „Die wichtigsten Häfen Chinas“,
Festlandsküste zwischen Tolosan und Lang-I-tau. Kiautschou-Gebiet.
Nach einem Berichte des Korv.-Kapt. Graf v, Spee. Mai 1901.
Lang-I-tau (Seite 203 des Handbuches „Die wichtigsten Häfen Chinas“).
Diese Insel erstreckt sich in nordöstlicher Richtung etwa 0,9 Sm weit, während
ihre Breite nur etwa 0,5 Sm beträgt. Der südliche Theil der Insel steigt steil
an und bildet eine weithin sichtbare Landmarke, während der nördliche Theil
niedrig bleibt. Zwischen Lang-I-tau und der Küste befindet sich eine Durchfahrt,
die von Booten benutzt wird. Ob Schiffe diese passiren können, erscheint
zweifelhaft. Es läuft starker Strom durch die Enge. Die Tiefen, die nördlich
von der Insel stark wechseln, deuten auf Steine, die Vorsicht bei der Annäherung
an die Durchfahrt geboten erscheinen lassen.
Die Perlbucht, zwischen Lang-I-tau und dem Perlkap, erstreckt sich etwa
4,5 Sm ins Land hinein, Im äufseren Theil finden sich gute Ankerplätze für
Schiffe jeder Gröfse, während die Tiefen im inneren Theile nur kleineren Schiffen
ein Einlaufen gestatten. Im Mai war die ganze Bucht durch Stellnetze gesperrt,
die bis zur 10 m-Grenze gestellt waren.
Das Perlkap ist das vom grofsen Perlgebirge nach Süden vorspringende
Land; es besteht aus einem niedrigen etwa 200 bis 300 m langen felsigen Vor-
lande und steigt dann plötzlich zu etwa 120 bis 150 m hohen Bergen an. Die
Tiefen um das Kap nehmen rasch bis 20 m und noch mehr zu.
Vom Perlkap bis zur Arkona-See erstreckt sich eine flache Bucht. Im
südlichen Theile wird die Küste durch eine von kurzen Sandstrecken unter-
brochene Reihe von Steinriffen gebildet mit grofsen Tiefen bis dicht an dieselben
heran. Bei der in der Karte mit „flache niedere Klippe“ bezeichneten Stelle
liegen vorgeschobene Steine. Hier ist Vorsicht geboten. Bei Punkt F der
Karte mündet hinter dem am weitesten nach Süden liegenden, bei Hochwasser
noch eben sichtbaren Riffe ein Flüfschen, das von Dschunken als Hafen benutzt
wird, Für kleine Boote war ein Auslaufen auch bei Niedrigwasser möglich,
Der Punkt F, der für das Auffinden der Flufsmündung von Werth ist, ist
ein kegelförmiger, etwa 6 m hoher Grabhügel. Dieser steht auf dem sich an
dieser Stelle etwa 10m erhebenden, sonst ebenen Lande und ist, von Osten
kommend, gut sichtbar, während er, von Süden kommend, leicht übersehen wird
wegen der gleichen Farbe des Hinterlandes.
Der Stein-Berg ist ein etwa 151m (trigonometrisch bestimmt) hoher
Berg von kegelförmigem Aussehen mit steilen, steinigen Abhängen, Als Berg,
der zunächst der Küste liegt, ist er leicht herauszufinden.
Yung-Flafs und Ningpo.
Nach „Kundmachung für Seefahrer“ 487/1901.
Lootsen, („Die wichtigsten Häfen Chinas“, Seite 116): Für den Yung-
Flufs und Ningpo giebt es nur einen Lootsen, John Smith, der auch die Be-
rechtigung hat, im Tschusan-Archipel zu lootsen. Der Lootse wohnt in Ningpo,
unweit des englischen Konsulates. Schiffe, die nach Ningpo bestimmt sind, be-
nachrichtigen ihn gewöhnlich vom Abfahrts-Hafen aus telegraphisch und nehmen
ihn dort oder an den Grenzen seines Lootsengebietes an Bord. Lootsenzwang
besteht für Schiffe über 3,0 m Tiefgang, ausgenommen Schiffe in Küstenfahrt.
Lootsengeld beträgt: Zwischen Ningpo und der Yung-Mündung 3 $ für jeden
Fufßs Tiefgang, zwischen Ningpo und West Volcano-Insel 4 $, zwischen Ningpo
und NW-Horn (Rugged-Insel) 5 $, zwischen Ningpo und Ketau-Huk 4 $, zwischen
Ningpo und Buffalo-Nase (Nupischan-Insel) 5 $ für jeden Fufßs Tiefgang. Auch
muß dem Lootsen, wenn er nach dem Abfahrtshafen gerufen wird, die Reise
vergütet werden.
Einsteuerung in den Yung-Flufs, („Die wichtigsten Häfen Chinas“,
Seite 118): Als Einsteuerungsmarke halte man Kinki-Hügel eben südlich frei
vom Lookout-Hügel, wodurch man von der Penguin-Untiefe und der Nemesis-