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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 29 (1901)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1901, 
Der Monat Juni charakterisirte sich in seinen meteorologischen Monats- 
werthen durch etwas zu hohe Mittelwerthe des Luftdruckes und der Bewölkung, 
meist zu kleine Mittel der registrirten Windgeschwindigkeiten, nahezu normale 
Temperatur und theils zu grofse, theils zu kleine Monatsmengen des Niederschlages. 
Die zu Zeiten der Terminbeobachtungen notirten Windrichtungen waren ver- 
hältnifsmäßig gleichmäfsig auf die Kompafsrose vertheilt, wenn auch im AN- 
gemeinen westliche bis nördliche Richtungen etwas häufiger‘ auftraten. 
Steife und stürmische Winde traten über gröfserem Gebiete auf, nur aus 
westlichen Richtungen am Il. an der Nordsee und westlichen Ostsee, meist 
Stärke 8 und vereinzelt 9 erreichend, am 12, ostwärts bis Pommern, mehr ver- 
einzelt mit Stärke 7, am 13. an der mittleren und östlichen Ostsee-Küste, überall 
Stärke 8 und vielfach 9 erreichend, am 14. an der preufsischen Küste, bis 
Stärke 8 bis 9, am 26. zwischen Elbe und Oder, meist Stärke 7 und nur vereinzelt 
mehr erreichend, und am 27, von den Friesischen Inseln bis Vorpommern, bis 
zu Stärke 7 bis 8. 
Die Morgentemperaturen lagen am 8., 12. bis 20. und 26. bis 30. an der 
vanzen Küste, wie auch am 7. bis 9., 24. und 25. an der westdeutschen Küste 
und dem 21. an der ostdeutschen Küste unter den normalen Werthen; relativ 
warme Morgen herrschten nur am 1. bis 6. und 10. an der ganzen Küste, wie 
am 7., 9., 24. und 25. an der ostdeutschen und 22. und 23. an der west- 
deutschen Küste. 
in ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen ostwärts 
bis Kiel bis zum 6. wenig Aenderung; auf kühlere Morgen am 7. bis 9. folgte 
am 10, eine Erwärmung mit nachfolgender Abnahme bis zum 13., worauf lang- 
sames, mehr oder weniger stetiges Steigen bis zum 23. erfolgte; bis zum 26. und 
27. sanken die Morgentemperaturen wieder und erfuhren in den letzten Tagen 
langsame Zunahme. Im Östen brachte der 2. meist eine starke Zunahme und 
der 3. ein noch stärkeres Sinken mit nachfolgendem Steigen bis zum 9., 10. oder 
11.; nach einer Abnahme folgte hier zunächst um Monatsmitte wenig Aenderung, 
dann langsames Steigen meist bis zum 24., und die letzte Pentade führte wieder 
niedrigere voneinander wenig abweichende Morgentemperaturen herbei. In Neu- 
fahrwasser und Rügenwaldermünde sanken die Morgentemperaturen vom 2, zum 3. 
um 10° bis 12°. 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen 5,0°, deın Minimum 
von Wilhelmshaven, und 32,1°, dem Maximum von Neufahrwasser, also um 27,1°, 
während auf den Stationen die kleinste Schwankung gleich 17,5° in Borkum und 
die gröfste in Neufahrwasser gleich 25,0° beobachtet wurde. Die aus den 
Aenderungen der Temperatur von einem Tage zum anderen für die drei Beob- 
achtungstermine ohne Rücksicht auf das Vorzeichen der Aenderungen ala arith- 
ınetisches Mittel berechnete interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur 
schwankte mit den gröfsten Werthen zwischen 1,9° und 3,9° und zeigte die 
gröfsten Werthe mit einer Ausnahme am Abend und die kleinsten Beträge meist 
am Abend. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren wegen der stellenweise sehr 
ergiebig auftretenden Gewitterregen sehr verschieden vertheilt. Die kleinsten 
unter 30mm bleibenden Monatsbeträge traten an der pommerschen und preufsischen 
Küste auf; eine mittlere Stellung nahm die Nordsee-Küste ein, und die größten, 
meist 60 mın überschreitenden Werthe hatte die westliche Ostsee; Darsserort 
hatte 159 und Memel 104 mm Regen gegen 16 mm in Hela und 21 mm in Neu- 
lahrwasser. Läfst man den Niederschlagstag um 8" Ortszeit des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen und sieht man von vereinzelten wie von geringfügigen 
Niederschlägen ab, so fielen diese wesentlich am 1. an der ganzen Küste, in der 
Nacht vom 2. zum 3. an der preufsischen Küste, am 3. ostwärts bis zur Kieler 
Bucht, am 4. an der Ostsee, am 6. an der westlichen Ostsee, am 7. an der 
Ostsee, am 8, ostwärts bis zur Oder, am 9, an der schleswig-holsteinschen Küste, 
am 10.£von Mecklenburg bis Pommern, am Il. ostwärts bis Rügen, am 12, und 
13. an der ganzen Küste, am 14. bis 17, ostwärts bis Rügen, am 18. an der west- 
lichen und mittleren Ostsee, am 20, und 21. an der preufsischen Küste, am 23. 
an der schleswig-holsteinschen Küste und der mittleren Ostsee, am 24, an der Ostsee, 
am 25. an der mittleren und östlichen Ostsee, am 26, von der Weser bis Pommern und 
am 27. von Rügen bis Pommern. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mm betragende
	        
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